Den großen Mangel an Arbeitskräften hatte Australien Anfang 1942 u.a. durch die Einberufung von 15.000 Männern in 36 Arbeitskompanien gelöst. Die 8th Australian Employment Company war eine von elf dieser Einheiten, die mit „aliens“ besetzt waren. Ihre Besonderheit: Die 8AEC bestand fast ausschließlich aus jüdischen Flüchtlingen deutscher und österreichischer Herkunft, die 1940 von den Briten interniert und auf der HMT Dunera nach Australien deportiert wurden. Diesen Nazigegnern wurde der Dienst mit der Waffe verwehrt, stattdessen wurden sie zu schwerer körperlicher Arbeit eingesetzt. Es war sicherlich die größte jüdische Einheit der Alliierten. Viele Soldaten wurden im Laufe der Dienstzeit zu Unteroffizieren befördert.
Peter Dehn, Juni 2026
„Aliens“ als Unteroffiziere
Der Kommandierende Offizier Captain Edward Muhunga Renata Broughton und die ersten vier Leutnants sowie die ersten zwölf zur 8th Australian Employment Company (8AEC) versetzten australischen Unteroffiziere (englisch: non-commissioned officers, NCOs) waren remobilisierte Veteranen des 1. Weltkrieges und im entsprechenden Alter. Mit diesen NCOs war Captain Broughton offenbar nicht recht glücklich. Er notierte später[1] Zit.n. „Dunera Lives – Profiles“, aao., Seite 10.:
„Die Hälfte von ihnen hätte nicht einmal ein Taschentuch aufheben können, und die andere Hälfte hätte es fallen lassen. Andere wären beim Reinigen von Latrinen und Duschen nutzlos gewesen und hätten in der Küche für Chaos gesorgt. Aber sie konnten alle Befehle erteilen, denen ohnehin niemand gehorchte.“
Broughton erkannte bald, dass er es mit einer hochgradig gebildeten Truppe zu tun hatte, in der jeder – trotz mancher körperlichen Schwäche – bereit war, an dieser Stelle seiner Verantwortung für die Sache der Alliierten nachzukommen. Schon am 10. April beförderte Broughton[2] Kriegstagebuch, 1/2. zehn Soldaten zu Lance Corporals, dem niedrigsten Mannschaftsdienstgrad. Namen wurden dort nicht genannt. Aus diesem Grunde ist nicht klar, ob „aliens“ zu dieser Gruppe gehörten.
Captain Edward Broughton war von der Gründung der 8AEC im April 1942 bis zum Mai 1944 C.O. der Einheit. Foto: Harry Jay.
Erst ab Mai 1942 wurden die Namen der Beförderten in den Tagesbefehlen Broughtons genannt. Paul Allert, Bruno Friedländer, Bruno Kluger und Alfred Lewinsky wurden schon nach vier Wochen als erste Ex-Internierte zu Lance Corporals[3] Kriegstagebuch aao., 1/17, 1/75, 3/46. befördert. Am 23. Juni wurden weitere zwölf „aliens“-ernannt, darunter Leon Gottlieb, Harry Jeidels und Franz Lebrecht. Bis Ende August, als die Abteilung ein halbes Jahr bestand, konnten sich weitere 27 „alien“ Soldaten[4] Kriegstagebuch, 1/75, 2/30 ff. den ersten Winkel auf die Ärmel nähen, der sie als Lance Corporals erkennbar machte.
Broughtons Konzept der Personalführung scheint sich bewährt zu haben, „obwohl einer sagte, er habe Musiker nur ernannt, um deren Hände zu schonen, und ein anderer der Meinung war, die Unteroffiziere der ‚Dunera‘ seien pedantischer als die Australier[5] Dunera News 24. Juni 1992, S. 8; Felix Werder an Ken Inglis, 1.8.2010; National Library of Australia (NLA), KS Inglis Dunera / Queen Mary Papers, Werder-Akte.“.
Angetreten zum Appell. Aus dem Nachlass von George Chodziesner. Mit freundlicher Genehmigung vom Jewish Museum of Australia, Sammlung Nr. 135799.158.
Die Beförderungen belegen solche Bevorzugungen nicht ohne Weiteres. Beispielsweise wurde der Tenor Erich Liffmann nie befördert, obwohl er mit Konzerten außerhalb der Einheit viel zur Bekanntheit der 8AEC beitrug. Militärische Erfahrung setzte Broughton bei Beförderungen nicht unbedingt voraus. Das war wegen des Alters der meisten Soldaten auch nicht möglich: Nur wenige hatten Deutschland oder Österreich während des 1. Weltkrieges gedient, darunter Sigurd Lohde. Der älteste „alien“ NCO wurde 1882 geboren, die jüngsten 1924, was dem Altersspektrum der Internierten bzw. Soldaten der 8AEC entspricht. Als einziger Italiener der Queen Mary-Gruppe wurde Alessandro Holper[6] Department of Veterans' Affairs, Nominal Rolls, Eintrag A. Holper. Abgerufen am 25.5.2026. befördert und Anfang 1947 als Sergeant entlassen.
Zu den Aufgaben der NCOs zählten u.a. Wachdienste in den Stammlagern in Melbourne. Dafür wurden zunächst ein Leutnant und zwei australische NCOs eingeteilt. Ab Oktober 1942 wurde ein australischer Unteroffizier oft durch einen „alien“ NCO ersetzt. Später übernahmen zwei „aliens“ diese Aufgabe. Am Standort Albury oblag der Wachdienst einem „alien“-NCO und sechs Soldaten (Private, kurz Pte).
Etwa jeder Dritte „alien“ NCO wurde bis 1945 aus der Armee entlassen. Eine weitere Entlassungswelle folgte bis Ende 1946. Einige „alien“ NCOs dienten bis in die zweite Hälfte des Jahres 1947. Jedoch wurde nur einer von ihnen zu dem Zeitpunkt noch in der 8th Employment Company geführt: Neun Männer waren als Dolmetscher zum 23 Garrison Battalion[7] Virtual War Memorial Australia über das 23 Garrison Battalion. Abgerufen am 25.5.2026. versetzt worden, das italienische und deutsche Kriegsgefangene bewachte. Sie wurden in Murchison (Victoria), nahe ihrem ehemaligen Internierungsort, Tatura stationiert. Acht Männer hatten sich freiwillig für ein Malaria Experiment der Armee gemeldet.
Durch Ernennungen und Beförderungen belegten die „alien“ NCOs der 8AEC im Laufe der Zeit die fünf untersten Rangstufen der australischen Armee. Jeder vierte bis fünfte Pte wurde also zum Unteroffizier befördert. Den höchsten Rang eines Staff Sergeant erreichten vier Männer.
Broughton vs. Hauptquartier
Wie es scheint wurde Broughtons Personalpolitik nicht von allen Vorgesetzten positiv bewertet. In einer auf den offiziellen Berichtsbogen vom 21. November 1942[8] Kriegstagebuch aao., 3/10. geklebten und von ihm selbst unterzeichneten Notiz teilt der Captain mit, dass er sich nicht in seine Personalpolitik hineinregieren lassen will:
„Ich habe mündliche Anweisungen vom D.A.D.L.[9] Es handelt sich hier wahrscheinlich um einen Abteilungsleiter des u.a. für Logistik, Infrastruktur, Ausbildung, Verwaltung und die Militärpolizei des Hauptquartiers für den Bundestaat Victoria.-Hauptquartier, Vic L. of C. Area, erhalten, keine Beförderungen vorzunehmen, bis ich von ihm dazu aufgefordert werde. Zu Ihrer Information möchte ich darauf hinweisen, dass mindestens 75 % dieser offenen Stellen mit Personal dieser Einheit besetzt werden, wenn ich beabsichtige, Beförderungen in höhere Unteroffiziersränge vorzunehmen.“
Die „alien“ NCOs der Achten
124 „alien“ NCOs spiegeln über ihre Kurzbiografien die vielfältige Zusammensetzung der 8th Australian Employment Company wider. Neben dem letzten Rang und dem Namen ist die Dienstzeit angegeben. Die Angaben basieren wesentlich auf den digitalisierten Personalakten des National Archives of Australia (NAA) und der Veteranenabteilung der Regierung (DVA) sowie dem Kriegstagebuch der Einheit. In einigen Fällen wurde zusätzlich Dokumente der Stammbaum-Plattform ancestry herangezogen. Obwohl das vorliegende Kriegstagebuch am 31. Januar 1946 endet ist bekannt, dass viele Soldaten und Unteroffiziere noch bis ins zweite Halbjahr 1946 als Personal der 8AEC geführt wurden. Soweit keine Religion vermerkt ist handelt es sich um jüdische Männer. Hier nicht aufgenommen wurden Männer, die aus unbekanntem Grund zum Pte degradiert wurden.
Lance Corporal Siegbert Abramczyk (8.4.1942 bis 14.3.1946)
Der in Wreschen (Polen) geborene Buchhalters des Jahrgangs 1904 wurde von den Briten zunächst im Lager Kempton Park festgehalten und nach Internierung und Armeedienst in Australien am 30. September 1946 eingebürgert.
Lance Sergeant Paul Allert (24.4.1942 bis 5.3.1946)
Er wurde 1907 in Wien geboren, wo er Jura studierte. In England war er als Tischler in Ausbildung. Er wurde am 19.7.1945 naturalisiert, verstarb aber schon im November desselben Jahres.
Sergeant Günther Altmann (8.4.1942 bis 15.1.1946)
Geboren 1918 in Düsseldorf, Protestant, Farmer. Er wurde im Mai 1944 zum 23 Garrison Battalion abgestellt und ging wahrscheinlich 1947 nach Brasilien zu seinem Vater.
Sergeant Werner Baer (Dienstzeit 8.4.1942 bis 26.11.1945)
Der 1914 in Berlin Geborene war Musiker einer Synagoge. Nach der Kristallnacht wurde er als „Aktionsjude“ im KZ Sachsenhausen eingesperrt, bevor er Ende 1938 mit seiner Familie nach Singapur fliehen konnte. Vor dort wurde er von den Briten Mitte September auf der Queen Mary nach Australien deportiert. Er war Musiker und Musiklehrer und beteiligte sich an kulturellen Aktivitäten der Einheit. Teil der satirischen Revue „Sergeant Snow White“ war seine Komposition „Sounds of Europe“ (Text Simon Hochberger, Vortrag Sigurd Lohde), die bei einem Song-Wettbewerb[10] Vgl. Kurzbiografie Werner Felix Baer in Albrecht Dümling „Die verschwundenen Musiker“, Köln 2011, ISBN978-3-612-20666-6, Seite 374. der Armee ausgezeichnet wurde. Die Familie wurde im Mai 1946 naturalisiert.
Lance Corporal Emil Beck (26.4.1942 bis 9.6.1944)
Geboren 1898 in Wien, Geflügelfarmer. Er hatte 1914 bis 1916 in der österreichischen Armee gedient. Aus der australischen Armee wurde er nach längerer Krankheit entlassen. Am 25.8.1945 wurde er Australier.
Lance Corporal Gerhard Johannes Biermann (22.2.1944 bis 18.1.1946)
Der Protestant wurde 1900 in Argentinien geboren und von den Briten als Seemann des Blockadebrechers Gonzenheim interniert. Daher wurde er im Lager Tatura zunächst als Kriegsgefangener behandelt. Er konnte sich erst spät, nach Änderung seines Status, für die Armee melden.
Lance Corporal Kurt Blach (8.4.1942 bis 26.11.1945)
Der Musiker wurde 1908 in Rinteln geboren. Ein Engagement führte ihn nach Singapur, wo er nach Kriegsbeginn bleiben musste. Mit seiner Frau gehörte er zur Queen Mary-Gruppe. Beide wurden im Mai 1946 naturalisiert.
Lance Corporal Hans Blau (18.9.1942 bis 25.9.1945)
Geboren 1906 in Wien. Ein weiterer Musiker, den ein Engagement nach Singapur gebracht hatte und der mit seiner Frau von dort auf der Queen Mary nach Australien deportiert wurde. Das Paar wurde im August 1946 australische Bürger.
Sergeant Erich Blitz (8.4.1942 bis 30.10.1945)
Der 1902 in Wien geborene Verkäufer und sein Bruder waren In England im Durchgangslager Kitchener Camp (in einer Baracke mit Heinz Dehn) untergekommen und nach Singapur weitergereist, von wo beide auf der Queen Mary nach Australien geschafft wurden. Erich wurde im September 1945 naturalisiert.
Sergeant Walter Blitz (8.4.1942 bis 1.2.1946)
Erichs älterer Bruder wurde 1898 geboren und machte denselben Weg wie Erich nach Australien. Im 1. Weltkrieg hatte er in der österreichisch-ungarischen Armee gedient. Auch er wurde im September 1945 naturalisiert.
Corporal Gerd Adolf Blumenfeld (24.4.1942 bis 4.7.1946)
1920 in Breslau geboren war er als Ingenieur ausgebildet. Er war einer der Internierten, die von Anfang 1942 bis zum Eintritt in die australische Armee als Obstpflücker arbeiteten.
Lance Corporal Moriz Chlumecky (31.8.1942 bis 22.6.1944)
Der katholische Briefmarkenhändler wurde 1882 in Brünn geboren. Die vergleichsweise frühe Entlassung des ältesten „alien“ NCOs hatte gesundheitliche Gründe.
Lance Corporal Rolf Bernd Daltrop (8.4.1942 bis 11.4.1946)
Der 1914 in Harburg geborene Ingenieur und technische Zeichner wurde bei Birmingham verhaftet. Er wurde im Juli 1946 in Australien naturalisiert.
Sergeant Felix Danzig (8.4.1942 bis 24.12.1945)
Geboren 1891 in Wien hatte er in Singapur als Hotelmanager gearbeitet, bevor die Briten ihn mit Frau und Tochter nach Australien gebrachen. Im 1. Weltkrieg hatte er eine österreichische MG-Kompanie befehligt. Die Familie wurde im August 1947 naturalisiert.
Lance Corporal Hans Davidson (2.6.1942 bis 15.2.1945)
Der Filmproduzent aus Frankfurt am Main wurde 1905 geboren. Er war Halbjude. Zeitgleich mit der Entlassung aus der Armee in einen Zivilberuf wurde er australischer Bürger.
Lance Corporal Alfred Deutsch (14.8.1942 bis 5.2.1944)
Der Lehrer wurde 1898 in Wien geboren. Er hatte 1916 bis 1920 der österreichischen Armee angehört. In England hatte er als Privatlehrer gearbeitet. Er wurde als „medical unfit“ aus der 8AEC entlassen.
Corporal Kurt Dornberg (8.4.1942 bis 27.11.1945)
Geboren 1906 in Berlin hatte er den Beruf eines Kaufmanns ergriffen. Er und seine Frau kamen über Singapur nach Australien. Sie wurden 1946 naturalisiert.
Corporal Ludwig Edelstein (8.4.1942 bis 14.2.1946)
Der Kaufmann wurde 1899 in Sugenheim (Bayern) geboren. Er musste fliehen, wurde von den Briten auf der Isle of Man interniert und auf der Dunera nach Australien deportiert.
Lance Corporal Ernst Eduard Eichengrün aka Ernest Edward Green (8.4.1942 bis 7.2.1946)
Der Automechaniker wurde 1923 in Hamburg geboren. Im Londoner Exil wurde er am Tag nach seinem 17. Geburtstag deportiert. Während des Armeedienstes in Australien hatte er sich Verletzungen u.a. an der Schulter zugezogen. Er meldete sich im Dezember 1944 freiwillig zum Malaria-Experiment der Armee nach Cairns. Er wurde 1946 entlassen und wanderte nach Dienstende mit seiner Familie in die USA aus.
Corporal Adolf Eisenberg (26.4.1942 bis 11.1.1946)
Der Buchhändler wurde 1900 in Kassel geboren. Er war in England im Durchgangslager Kitchener Camp. Er war Protestant mit jüdischen Wurzeln. Schon im Februar 1946 kehrte er lt. Unterlagen des Home Office nach Großbritannien zurück.
Sergeant Walter Heyman Emden (11.4.1942 bis 14.9.1945)
Geboren 1896 in Hamburg, Exportkaufmann. Im 1. Weltkrieg hatte er in der kaiserlichen Armee gedient. Die Entlassung erfolgte aufgrund seiner Gesundheit und des Alters. Im Juli 1945 wurde er Bürger Australiens
Staff Sergeant Erwin Friedrich Alfred Fabian (8.4.1942 bis 24.6.1946)
Der Berliner, geboren 1915, bezeichnete sich in Australien als Werbegrafiker, arbeitete nach dem Krieg auch als Bildhauer, Maler und Industriedesigner. Während der Reise der Dunera und in der Internierung in Hay, Tatura und Orange schuf er einige Werke. Nach dem Krieg lebte er zunächst in Großbritannien, wurde dann jedoch australischer Staatsbürger und zog nach Melbourne.
Corporal Adolf Felder (8.4.1942 bis 26.11.1945)
1914 in Frankfurt am Main geboren war er Experte für Leder. Im Oktober 1946 wurden er und seine Frau australische Bürger.
Lance Corporal Henry aka Hansheinz Felder (8.4.1942 bis 12.2.1946)
Adolfs Bruder wurde 1922, ebenfalls in Frankfurt am Main geboren und war Strickmaschinenführer. Auch er heiratete während der Armeezeit und wurde im Juli 1946 naturalisiert.
Sergeant Hans Fischer aka Fisher (8.4.1942 bis 4.12.1945)
Der Kaufmann und Buchhalter aus Wien, geboren 1905, hatte den Nazis nach Singapur entkommen können. Von dort brachten ihn die Briten unter falschen Versprechungen in die Internierung nach Australien. Im August 1946 wurden er und seine Frau australische Bürger.
Corporal Gert Flatau (8.4.1942 bis 1.10.1946)
Der Berliner des Jahrgangs 1923 studierte in London, als er am 1.7.1940 verhaftet und dann auf der Dunera deportiert wurde. Im Oktober 1945 wurde er beim Malaria Experiment angenommen, dem er bis zur Entlassung angehörte. Er blieb in Australien, wurde Physiker und gründete eine Familie.
Lance Corporal Oskar Fleischer aka Oscar Harold Fletcher (8.4.1942 bis 26.11.1945)
Der aus Wien (*1910) stammende Musiker kam mit der Queen Mary nach Australien Er war Hornist der 8AEC[11] Bern Brent in Dunera News Nr.27, Seite 17.. Er heiratete 1943 und wurde Vater von Zwillingsmädchen. Die Familie wurde im August 1946 Australier; sie betrieben zuletzt eine Geflügelfarm.
Corporal Bruno Ernst Friedländer (8.4.1942 bis 23.5.1944)
Der Techniker wurde 1899 in Wien geboren und musste aufgrund seiner Herkunft fliehen. Er wurde als einer der ersten „aliens“ der Einheit zum Unteroffizier befördert. Nach der Entlassung aus dem Militärdienst als „medically unfit“ blieb er in Australien und wurde im Mai 1946 naturalisiert.
Lance Corporal Arthur Fuhrmann[12] Er wurde beim Militär als „Furhmann“ geführt; siehe NAA_ItemNumber6255280. (8.4.1942 bis 21.8.1943)
Der 1910 in Wien geborene Angestellte war über Singapur mit seiner Frau nach Australien gebracht worden. Seine Internierung endete mit der Abordnung als Obstpflücker. Seine frühe Entlassung aus der Armee erfolgte nach einem längeren Krankenhausaufenthalt.
Corporal Salomon Glueck (8.4.1942 bis 30.6.1945)
Der polnische Forstingenieur wurde 1907 in Lisko Lukawyica (Polen) geboren. Er wurde mit seinem Bruder, seiner Schwester und seinem Schwager, aus Singapur kommend, in Australien interniert.
Corporal Hugo Gottlieb (7.4.1942 bis 14.1.1946)
Der Kaufmann aus Wien, Jahrgang 1894, wurde während des 1. Weltkriegs zur österreichischen Armee eingezogen. Nach dem australischen Armeedienst ging er nach England.
Lance Corporal Leon Gottlieb (7.4.1942 bis 4.11.1942)
Sine ausführliche Biografie und der Bericht über seine Erlebnisse in Konzentrationslagern der Nazis.
Sergeant Otto Gottlieb (8.4.1942 bis 28.11.1946)
Auch Otto Gottlieb, ein 1907 geborener Bauingenieur aus Wörgl (Österreich), war in Dachau eingesperrt, eher er mit seiner Familie nach Singapur entkommen konnte und dort interniert wurde. Er wurde im Februar 1945 als Dolmetscher für Kriegsgefangene zum 23 Garrison Battalion versetzt. 1946 wurde er naturalisiert.
Lance Corporal Horst Otto Robert Graffunder (30.11.1943 bis 18.9.1946)
Der Katholik und Historiker wurde 1906 Elling (Bayern) geboren. In London wurde vom Geheimdienst MI5 als Nazi (Kategorie „A“) eingestuft. Seine Bewerbung für das britische Pionierkorps[13] „List 6 - Particulars of U.K. Internees (interned in Australia) who desired to enlist in the pioneer corps of the British army“ in NAA_ItemNumber216015, Seite 182. wurde möglicherweise deshalb abgelehnt. Er wurde Anfang bis September 1942 von Tatura nach Loveday verlegt, meldete sich erst sehr spät zur Armee. 1946 wurde er naturalisiert.
Sergeant Fritz Henry (Heinz) Georg Grün (8.4.1942 bis 14.2.1946)
Geboren 1921 in Wien. Er war von Beruf Lithograf. Er wurde in Manchester verhaftet und nach Australien deportiert. In der australischen Armee wurde er nach längerer Krankheit im Juni 1945 zum Army Education Service in Queensland versetzt. Kurz danach wurde er Bürger Australiens.
Corporal Kurt Gruenbaum aka Ken Green (3.9.1943 bis 2.12.1946)
Der Erfurter, geboren 1921, war Koch. Die Briten führten ihn mit dem Nazi-Zusatznamen „Israel“; dennoch behandelten sie ihn wie einen Feind und deportierten ihn nach Australien. Im Juli 1946 naturalisiert, anglisierte er seinen Namen und heiratete eine Australierin.
Corporal Ludwig Gruenbaum (8.4.1942 bis 30.11.1945)
Der Kaufmann wurde 1903 Kuppenheim (Baden) geboren. Er wurde mit Frau und Tochter von Singapur in die australische Internierung gebracht. Vor dem Eintritt in die Armee wurde er als Obstpflücker eingesetzt. Armeeärzte diagnostizierten im Oktober 1943 die Schilddrüsenerkrankung Thyreotoxikose. Im August 1946 wurde die Familie naturalisiert.
Corporal Werner Haarburger (8.4.1942 bis 10.4.1946)
Der Kaufmann wurde 1922 in Düsseldorf geboren. Nach seiner Flucht hatten ihn die Briten in Kempton Park interniert, bevor sie ihn und seinen älteren Bruder Walter nach Australien deportierten. Nach der Internierung gehörte er zu den „Fruitpickers“. Er wurde im Oktober 1944 zum 23 Garrison Battalion nach Murchison versetzt. Die Brüder wurden im September 1946 Bürger Australiens.
Lance Corporal Berthold Halpern (8.4.1942 bis 18.9.1946)
Geboren 1923 in Wien lebte er als Ingenieurstudent in England, als er verhaftet und dann deportiert wurde. Während seiner Dienstzeit war er Ende 1944 zwei Monate im Krankenhaus. Er wurde 1947 naturalisiert und lebte in New South Wales.
Lance Corporal Heinz Robert Herrmannsohn aka Henry Henderson (8.4.1942 bis 14.11.1945)
Er wurde 1921 in Stettin geboren, nannte als Beruf Elektriker und lebte vor seiner Flucht in Berlin. Während der Dienstzeit anglisierte er seinen Namen, heiratete und wurde naturalisiert.
Sergeant Allessandro Holper (8.4.1942 bis 3. Februar 1947)
Der Italiener wurde 1919 in Russland geboren und war Medizinstudent, als die Briten ihn und seine Familie aus Singapur deportierten und in Australien internierten. Obwohl sie zuletzt in Mailand lebten, wurden sie in Australien als russische Juden bezeichnet. Im April 1944 wurde er als Dolmetscher zum 23 Garrison Battalion versetzt; er wurde zum Dienstende formal in der 13 Aus PW Group geführt. Auch sein Vater Raffaele, 1889 in Riga geboren, diente in der 8AEC. Die Familie wurde 1946 naturalisiert.
Sergeant Hans Holzbauer aka John Wood (8.4.1942 bis 28.3.1946)
Der Musiker kam 1909 in Wien zur Welt. 1938 nahm er ein Engagement in Singapur an und wurde von dort auf der Queen Mary nach Australien gebracht. Nach der Armee blieb er in Melbourne, trat als Musiker auf, hatte aber den Hauptberuf im öffentlichen Dienst[14] Albrecht Dümling „Die verschwundenen Musiker“, Köln 2011, ISBN978-3-612-20666-6, Seite 388..
Lance Corporal Julius Homburg (26.4.1942 bis 28.4.1944)
1888 in Offenbach am Mai geborener Lederzuschneider hatte im 1. Weltkrieg in der deutschen Armee gedient. In Australien wurde er 56jährig aus gesundheitlichen Gründen aus der Armee entlassen. Er wurde im Dezember 1946 australischer Bürger.
Lance Corporal Horst Jacobinski aka Jacobs (26.4.1942 bis 15.2.1946)
Der 1922 in Stuttgart geborene Zahntechniker wurde Ende Juni 1940 in Manchester verhaftet und auf der Dunera deportiert. Er hatte eine Australierin geheiratet und wurden 1946 in Brisbane naturalisiert. Horst Jacobs war der Gründungsvorsitzende der damaligen Hay Tatura Association, heute Dunera & Queen Mary Association.
Lance Sergeant Otto (Jack) Jacobs (8.4.1942 bis 26.4.1946)
Er wurde 1914 in eine Landwirts-Familie in Sögel nahe Bremen geboren. Bis zum 20.12.1938 war er – offenbar als „Aktionsjude“ – im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Die Briten internierten und deportierten ihn. Nach Ende der Internierung wurde er den Obstpflückern zugeteilt, bevor er sich für die Armee meldete. Er wurde im November 1945 naturalisiert.
Lance Corporal Gerhard Kaczynski (29.7.1942 bis 27.5.1946)
Der Flüchtling aus Berlin (*1920) war in England als Landarbeiter tätig. Noch vor dem Dienstende beantragte er 1945 eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Der Antrag trägt den Stempel „Naturalization granted“ mit Datum 24.10.1950.
Soldaten der 8th Employment Company 1942 in Albury. Mit freundlicher Genehmigung des Jewish Museum of Australia, Collection Nr. 4149.
Lance Corporal Gerhard Kadden (8.4.1942 bis 14.8.1946)
Trotz seiner Jugend (geb. 1921 in Herford) wurde er am 17.11.1938 ins KZ Dachau (Nr. 29637) eingeliefert. Wie bei den anderen „Aktionsjuden“ wurde seine Freilassung am 12.1.1939 mit dem Verlangen gekoppelt, Deutschland alsbald zu verlassen. Das widerfuhr auch seinem Zwillingsbruder Rainer (Nr. 29644); auch der Vater Moritz wurde eingesperrt. Die Söhne entkamen mit einem Kindertransport[15] Vgl. Akten im Arolsen Archiv, unter Mapping the Lives und auf ancestry. Stolpersteine für die Familie Kadden in Essen. Abgerufen am 19.5.2026. nach England. Rainer wurde nach Kanada deportiert, Gerhard nach Australien. Kurz nach seinem Militärdienst wurde Gerd naturalisiert.
Corporal Julian Kadisch (24.4.1942 bis 29.11.1946)
Der Kaufmann wurde 1904 in Dirschau (Westpreußen) geboren. Während der Internierung in Hay war er in Hut 18 zusammen mit Heinz Dehn untergebracht; sie kannten sich möglicherweise schon aus dem Kitchener Camp. Im Juni 1946, noch während des Dienstes, wurde er Australier.
Lance Corporal Paul Frank Kaemmerer (26.4.1942 bis 20.10.1943)
Der Katholik, 1896 in Gowidlino (Westpreußen) geboren, war Kunstmaler. Im 1. Weltkrieg war er Leutnant der Artillerie. Aus der australischen Armee wurde er nach 18 Monaten als „medical unfit“ entlassen. Er wurde naturalisiert. 1955 reichte er das Gebrauchsmuster eines Designs für Glühlampenfassungen zur Registrierung ein.
Lance Corporal Kurt Kaminski (9.12.1943 bis 10.1.1946)
Der Protestant wurde 1901 in Berlin geboren (in Australien wurde 1900 als Geburtsjahr angegeben). Er war Traktorfahrer. Im 1. Weltkrieg diente er 1917/18. Die Nazis hatten ihn vom 21.6.1938 bis 29.3.1939 im KZ Sachsenhausen[16] Mapping the Lives. Abgerufen am 19.5.2026. inhaftiert. Obwohl er den britischen Behörden durch den Zwangsvornamen „Israel“ als Nazi-Verfolgten bekannt war stuften sie ihn als Nazi (Kategorie „A“) ein und schoben ihn ab. Er war einer der Überlebenden der Arandora-Star-Versenkung. Aus der Internierung wurde er erst 1943 entlassen und konnte sich erst danach zur Armee melden. Nach der Entlassung blieb er in Australien.
Lance Corporal Albert Ferdinand Karolyi (8.4.1942 bis 24.6.1946)
Der Katholik wurde 1920 in Wien geboren. Bei seiner Verhaftung war er Physikstudent in Nottingham. Er gehörte zu den Internierten, die ab Februar 1942 als Obstpflücker arbeiteten. Während des australischen Armeedienstes wurde er im Januar 1946 naturalisiert, beantragte aber 1968 seine Einbürgerung in die USA.
Lance Sergeant Alfred Felix Katz (8.4.1942 bis 5.9.1945)
Er wurde 1923 in Witten (Ruhrgebiet) geboren und erlernte den Beruf des Polsterers. Nach Deportation, Internierung und Armeezeit wurde er im Juli 1946 australischer Bürger.
Corporal Ernst (Ernest) Katz (8.4.1942 bis 28.3.1946)
Der Designer von Handtaschen wurde 1918 in Hamborn (Ruhrgebiet) geboren. Er wurde im Oktober 1946 in Australien naturalisiert, verlegte seinen Wohnsitz aber 1947 in die USA.
Lance Sergeant Manfred Katz aka Catts (8.4.1942 bis 12.3.1946)
Geboren 1910 in Tuchel (Westpreussen) wurde der Landwirt in England im Kitchener (Transit-) Camp untergebracht, wo er interniert wurde. 1938 hatte er geheiratet und holte seine Frau Liesel aus Argentinien nach Australien, wo beide im Juli 1946 eingebürgert wurden und später den Familiennamen anglisierten. In der Armee hatte er u.a. eine Qualifikation als Mechaniker für Schreibmaschinen erworben.
Lance Corporal Georg Eduard Justus Hugo Kaufmann (29.5.1944 bis 6.1.1947)
Der Korsettmacher und Weber wurde 1921 in Düsseldorf geboren. Aus der Internierung wurde er im März 1942 „auf Bewährung“ entlassen und ließ sich in Melbourne nieder. Erst Ende Mai 1944 meldete er sich zur Armee. Im Mai 1946 wurde er naturalisiert.
Lance Corporal Paul Kaufmann (8.4.1942 bis 18.2.1946)
Der katholische Flüchtling, Jahrgang 1922, stammt aus Wien. Als Tätigkeit gab er Student der Agrarwissenschaften an. Im Oktober 1946 wurde er australischer Bürger.
Corporal Bruno Kluger (8.4.1942 bis 16.12.1944)
Er wurde 1905 in München geboren. Er nannte Designer und Handelsreisender als Beruf. Er war einer der ersten „alien“ Soldaten, die befördert wurden. Er und seine Frau, die er aus New York geholt hatte, wurden im Oktober 1946 naturalisiert.
Sergeant Erich Maximilian Knopf aka Eric Maximilian Knox (8.4.1942 bis 27.11.1945)
Der protestantische Buchbinder aus München, geboren 1898, hatte in der deutschen Armee zwei Jahre am 1. Weltkrieg teilgenommen. Nach Australien war er über Singapur mit der Queen Mary gekommen. Er und seine Frau wurden im Juli 1946 naturalisiert.
Lance Corporal Heinz Martin Königsberger (31.8.1942 bis 12.12.1945)
Der Exportkaufmann für Tabak wurde 1909 in Kattowitz (Katowice, Schlesien) geboren und von den Briten im Kitchener Camp verhaftet. Bei einem Arbeitsunfall in der 8AEC wurde er in Albury am Fuß verletzt. Er holte seine Frau aus Breslau nach Australien; sie wurden im Juni 1946 naturalisiert.
Lance Sergeant Leopold Kohn aka James Leopold King (8.4.1942 bis 2.9.1946)
Der katholische Bäcker wurde 1923 in Wien geboren. Nach Internierung und Armeedienst wurde er Australier.
Corporal Fritz Korn aka Frank Pennells (8.4.1942 bis 27.8.1946)
Er wurde 1921 in Wien geboren und wollte Buchhändler werden. Die Briten stuften ihn als Nazi-Sympathisanten in Kategorie „B“ ein. Er war in einer Ausbildung zum Krankenpfleger, hatte sich vergeblich zur britischen Armee gemeldet und wurde im Lager Kempton Park interniert. In Australien gab als Beruf Landarbeiter an. Nachdem er erfuhr, dass Bruder und Schwester überlebt hatten, wollte er repatriiert werden. Dazu kam es nicht; er heiratete 1946 und wurde 1949 in Australien naturalisiert.
Corporal Heinz Kossmann (8.4.1942 bis 10.1.1946)
Er wurde 1911 in Köln geboren und war dort als Kaufmann tätig. Die Briten internierten ihn wie viele andere, die sie selbst als Flüchtlinge in der Kategorie „C“ eingestuft hatten. In Australien nannte er als Beruf Mechaniker für Textilmaschinen und Kraftfahrer. Er kehrte nach dem Armeedienst im Februar 1946 nach England zurück.
Corporal Willi (Wilhelm Wolfgang) Lampl (8.4.1942 bis 16.4.1946)
Er wurde 1915 im Wien geboren und gab Milchprüfer bzw. Chemiker für Milchprodukte als Beruf und Church of England als Religion an. In der australischen Armee schloss er einen Lehrgang als Kraftfahrer mit ausgezeichneter Beurteilung ab. Er heiratete Anfang 1946 und wurde im gleichen Jahr naturalisiert. Seine Militärakte[17] Militärakte W.W. Lampl, NAA_ItemNumber6633480, Seiten 9/10. zeigt aber auch, wie mit vielen „alien“-Soldaten umgesprungen wurde: Er hatte 1949 einen Kredit im Rahmen des Nachkriegsaufbaus beantragt. Die zuständige Bürokratie fragte bei der Armee an, ob er dort als „friendly or enemy alien“ gelte. Die Armee antwortet, er sei als befreundeter Ausländer eingezogen worden.
Lance Corporal Franz Lebrecht (8.4.1942 bis 12.2.1946)
Zur ausführlichen Biografie des Queen Mary-Deportierten.
Lance Corporal Kurt Leiser (8.4.1942 bis 12.8.1945)
Der 1921 in Köln geborene Schweißer und Former wurde im britischen Durchgangslager Kitchener Camp interniert. Die Entlassung aus der Armee erfolgte zwecks Arbeitsaufnahme in einer metallverarbeitenden Firma in Melbourne. Er wurde im September 1946 naturalisiert.
Corporal Alfred Lewinsky (8.4.1942 bis 12.12.1945)
Der 1917 in Berlin geborene Fachmann und Designer von Lederwaren und seine Frau, die er 1943 geheiratet hatte, wurden im Dezember 1945 australische Bürger.
Lance Corporal Manfred Lindner (8.4.1942 bis 17.7.1946)
Der Holzhändler wurde 1920 in Heilbronn geboren. Die 1946 ausgesprochene Naturalisierung wurde zurückgenommen, weil er nach England übersiedelte und 1955 die britische Staatsbürgerschaft erwarb.
„Off Duty“ ist das Foto überschrieben, das Ende 1942 auf einer Party in der Wohnung von Lance Sergeant Ernst Zutrauen entstand. Hintere Reihe: Carl Solmitz, Lance Sergeant Max Meth, Corporal Alfred Lewinski, unbekannt, Sergeant Edward Nelken, Fritz Schönbach, Lance Corporal Stefan Weinberg, Paul Altmann (?), Walter Fürst, unbekannt. 2. Reihe: unbekannt, Simon Hochberger, Klaus Friedeberger, Martin Reichwald, Hans Stocky. 3. Reihe: Sergeant Kurt Sternberg, Lance Corporal Georg Kaufmann, unbekannte Frau, Lance Sergeant Ernst Zutrauen, Lance Corporal Ernst Schoenfeld, Walter Weyl. 4. Reihe: unbekannt, Kurt Rothfels, Corporal Franz Lebrecht, Sergeant Walter Emden (alle von links). Reproduktion aus Dunera News Nr. 43, Seite 9.
Anmerkung: Die Namen wurden aus der genannten Veröffentlichung übernommen; Vornamen wurden ergänzt. Jedoch beruhen die dort genannten Freiberger (korrekt: Friedeberger) und Herrnstadt (korrekt Lebrecht) auf Irrtümern.Die letzten Dienstgrade wurden ergänzt.
Lance Corporal Bruno Arthur Lipmann (8.4.1942 bis 20.10.1943)
Der 1918 in Wien geborene protestantische Exportkaufmann wurde sehr früh entlassen, um eine Arbeit beim australischen Rundfunk ABC aufzunehmen. Er wurde mit seiner Frau im August 1945 naturalisiert.
Lance Corporal Erich Lipmann (8.4.1942 bis 21.8.1945)
Sein Bruder, geboren 1917, Vertreter von Beruf, fand erst knapp zwei Jahre später einen Zivilberuf. Er war im Februar 1945 naturalisiert worden.
Sergeant Sigurd Sigismund Lohde (8.4.1942 bis 30.8.1945)
Zur ausführlichen Biografie des Schauspielers.
Sergeant Ludwig Maas (11.6.1942 bis 2.4.1947)
Der 1891 in Diez an der Lahn geborene diente im 1. Weltkrieg als Militärkraftfahrer. Die Briten hatten ihn als Naziverdachtsfall (Kategorie „B“) eingestuft. Er und seine Frau wurden trotz ihrer jüdischen Herkunft in verschiedenen Lagern auf der Isle of Man interniert. In Australien wurde er als Soldat nach mehreren Krankenhausaufenthalten im April 1944 zum 23 Garrison Battalion nach Murchison versetzt. Im August 1946 wurde er naturalisiert. „Infolge eines Kriegsleidens[18] Traueranzeige seiner Frau, via ancestry.“ starb er am 22. Dezember 1948.
Lance Corporal Hans Joachim Margis (16.7.1944 bis 9.12.1946)
Der Kaufmann und Protestant, Jahrgang 1916 aus Berlin, war ein Überlebender der Arandora Star. Der britische Geheimdienst MI5 hatte ihn als Nazi (Kategorie „A“) eingestuft. Diese vorurteilsbelastete Falschinformation wurde spät geklärt, so dass er erst 1944 in die australische Armee eintreten durfte. Im April 1947 wurde er naturalisiert. Seine Mutter unterstützte in Deutschland den kommunistischen Widerstand.
Corporal Franz (Frank) Massarik (7.4.1942 bis 1.4.1946)
Er wurde 1911 in Zwittau (heute Tschechien) geboren und von den Briten im Kitchener Camp verhaftet. Dort war auch Heinz Dehn gewesen; sie trafen sich im Internierungslager Hay, Baracke 18 und dann in der Armee wieder. Dank seiner Ausbildung als Landvermesser wurde er im Oktober 1942 zu einer Vermessungs-Einheit und im Mai 1943 zur 2/1 Aust Army Topographical Survey Coy. versetzt, in der er im April 1946 den Dienst beendete. Er und seine Frau, die aus den USA gekommen war, wurden im September 1946 naturalisiert.
Corporal Leo Max (7.4.1942 bis 2.11.1945)
Der Schneider aus Kobersdorf (Österreich) wurde 1910 geboren. Die Briten internierten ihn in Lingfield. Nach der Internierung wurde er zunächst als Obstpflücker eingesetzt. 1943 heiratete er, 1945 wurde er naturalisiert.
Lance Corporal Gerd May (8.4.1942 bis 21.8.1946)
Der Lagerverwalter aus Frankfurt am Main, Jahrgang 1923, hatte in England bis zur Internierung eine Ausbildung in einer Fabrik für Lederwaren gemacht. Die Briten führten auch ihn mit dem Zusatznamen „Israel“, so dass er als Nazi-Verfolgter bekannt war. Er war einer der jüngsten Soldaten der 8AEC.
Lance Corporal Otto Martin Mayer (8.4.1942 bis 23.11.1945)
Der Handelsvertreterwurde 1913 in Bremen geboren. Er wurde von den Briten im Lager Kempton Park interniert. Im August 1945 heiratete er, wurde im November aus der Armee entlassen und das Paar wurde im Januar 1946 australische Bürger.
Lance Corporal Bertold Meier aka Bertold Irving Myer (4.7.1942 bis 11.12.1945)
Der Schaufenstergestalter und Schildermaler aus Mühlheim/Ruhr, Jahrgang 1911, wurden von den Briten interniert und deportiert – trotz der Einstufung als Flüchtling (Kategorie „C“) und obwohl er den Behörden als Jude bekannt war. Heinz Dehn und er waren in Hay der Baracke 18 untergebracht. Er änderte seinen Namen Mitte 1944 und heiratete im Juni 1945. Ihre Naturalisierung erfolgte im Juli 1946.
Lance Sergeant Max Ludwig Meth (8.4.1942 bis 5.2.1946)
Er arbeitete in Dresden als Zuschneider für Oberhemden, wo er 1918 geboren wurde. Er wurde im November 1945 in Australien naturalisiert. Auch sein jüngerer Bruder Rudolf war Dunera Boy und kurzzeitig Soldat der Achten.
Lance Corporal Joseph Millet (8.4.1942 bis 20.9.1946)
1924 in Wien geboren war er einer der jüngsten Dunera Boys. Die Briten verhafteten ihn auf seiner Arbeit als Hotelportier in London. Nach Ende der Internierung gehörte er zunächst zu den Obstpflückern, bevor er in die Armee eintrat. Er heiratete 1944 und wurde kurz vor Ende des Armeedienstes naturalisiert.
Lance Corporal Robert Francis Lewis (Louis) Mugdan (8.4.1942 bis 18.2.1946)
Der Protestant, geboren 1922 in München war in England Farmarbeiter, bevor er interniert wurde. In Australien gab er als sein Berufsziel nach der Armeezeit ein Architektur-Studium an. Er heiratete im Juli 1945. Ein Jahr darauf wurden beide naturalisiert.
Corporal George Hans Nadel (8.4.1942 bis 28.9.1945)
Er wurde 1921 in Wien geboren. Mit einem Kindertransport entkam er Anfang 1939 nach England. Die Internierung beendete seinen Schulbesuch. . Er war einer der Gefangenen, die die Wachmannschaft der Dunera zwang, über Glasscherben[19] Jennifer Nadel „In search of my father“, Inside Story, 10. Oktober 2025. Abgerufen am 10.6.2026. zu laufen. In Australien war er nach dem Ende der Internierung Obstpflücker. In Australien war er zunächst Obstpflücker. Im Dezember 1942 wurde er von der 8th zur 27th Employment Company und im März 1943 zu den 4th Ordnance Stores versetzt. . Er diente dort bis Ende der Dienstzeit, nachdem sein Antrag auf Versetzung zur Air Force abgelehnt wurde. Er wurde im Juli 1946 Australier. Ein Studium schloss er 1948 mit Auszeichnung ab. Seine anschließende Bewerbung für die historische Abteilung der Air Force wurde nach umfangreichem Sicherheitscheck[20] Akten zum Sicherheitscheck George Hans Nadel, NAA_ItemNumber6254964. als „absolut geeignet“ bewertet. Vertreter der Uni verwiesen auch auf sein Engagement in verschiedenen Clubs der Einrichtung. Später zog er nach England um, arbeitete als Historiker und gründete eine Familie.
Sergeant Edward Nelken aka Edward George Nelson (7.4.1942 bis 29.11.1945)
Er wurde 1920 in Berlin geboren und war Angestellter. Deutschland musste er aufgrund rassistischer Verfolgung verlassen. Den Armeedienst beendete er in der 1 Aust Base Sub Area. Seine australische Staatsbürgerschaft, verliehen im Mai 1945, wurde zurückgenommen, nachdem er 1952 US-Bürger wurde. Er war schon 1946 nach New York umgezogen.
Lance Sergeant Karl Heinz Nerichow (8.4.1942 bis 28.8.1946)
Der Zimmermann wurde 1921 in Dortmund geboren. Im britischen Exil war er Landarbeiter. Etwa zeitgleich mit der Entlassung aus der Armee wurde er naturalisiert. 1947 holte er seine Schwester aus England nach Australien.
Corporal Alfred Oberländer aka Oberlander (8.4.1942 bis 17.1.1945)
In Wien 1898 geboren arbeitete er als Journalist. Die Briten internierten ihn in Kempton Park. Nach der Internierung arbeitete er kurz als Obstpflücker in Australien, bevor er sich freiwillig zur Armee meldete. Im Mai 1944 wurde er als Dolmetscher zum 23 Garrison Battalion versetzt. Nach dem Dienst ging er zurück nach Großbritannien, wo er 1950 eingebürgert wurde.
Corporal Hans Max Oppenheimer (8.4.1942 bis 21.3.1946)
Der 1912 in Bad Ems geborene Kraftfahrer wurde im britischen Exil Farmarbeiter. Im Zuge der Entlassung aus der australischen Armee wurde ihm ausdrücklich der Status als „Refugee Alien[21] Militärakte H.M. Oppenheimer, NAA_ItemNumber6257277, Seite 6.“ bescheinigt. Er holte seine Frau aus den USA nach Down Under; beide wurden im August 1946 Bürger Australiens.
Lance Corporal Heinz Friedrich (Frederick) Oschinsky (24.4.1942 bis 29.3.1946)
Er wurde 1908 in Breslau (Oberschlesien) geboren. Nach dem australischen Armeedienst ließ sich der gelernte Schuhmacher mit einer Fabrikation von Stiefeln und Schuhen in einem Vorort von Sydney nieder. Im August 1948 wurde er naturalisiert.
Corporal Adolf Pauson (8.4.1942 bis 29.11.1945)
Der Agrar-Kaufmann wurde 1908 in Göttingen geboren. Während der „Kristallnacht“ wurde seine Familie verhaftet. Während Frau und der dreijährige Sohn tags darauf freigelassen wurden, blieb er weiter in Haft[22] Gedenkbuch Göttingen. Abgerufen am 25.5.2026.. Ende August 1939 entkam er nach England ins Durchgangslager Kitchener Camp. Die Briten verhafteten ihn dort im Mai 1940. Er beantragte, seine Frau und seinen Sohn nach Australien zu holen, zog später aber zu ihnen in die USA.
Corporal Karl Alexander Pollak (8.4.1942 bis 11.1.1946)
Ein katholischer Kaufmann, geboren in Leipzig 1911. Nach dem Militärdienst reiste er 1946 sofort nach England.
Lance Corporal Walter Karl Pollak (24.4.1942 bis 20.8.1946)
Er wurde 1920 in Wien geboren. Seinen Beruf Bauingenieur musste er im Exil aufgeben und wurde Landwirt. 1944 trat er aus dem Judentum aus. Im November 1946 wurde er australischer Bürger.
Lance Corporal Heinrich Portnoj (21.5.1942 bis 26.11.1945)
Der Profi-Musiker, geboren 1895 in Wien, arbeitete nach der Flucht in Singapur als Musiklehrer, bis er auf der Queen Mary nach Australien deportiert wurde. Nach der Entlassung aus der Armee forderte er eine Ersatzzahlung für den ihm zustehenden aber nicht gewährten „30 day rehabilitation leave“ ein. Er und seine Frau wurden im Mai 1946 naturalisiert; die Bearbeitung des Anfang 1945 gestellten Antrags war mit Schikanen verbunden: Der Antrag seiner Frau sollte erst nach einem Jahr oder einer gesonderten Bewerbung[23] Personalakten Heinrich und Annie Portnoj, NAA_ItemNumber7026171, NAA_ItemNumber769186. bearbeitet werden.
Lance Corporal Jobst Radok (13.5.1942 bis 5.2.1946)
Der mittlere der drei Radok-Brüder aus Königsberg, die die Versenkung der Arandora Star überlebt hatten, wurde 1917 geboren und war Exportkaufmann. Vom britischen Geheimdienst wurde er zum Nazi (Kategorie „A“) erklärt. Während seiner Armeezeit machte er eine Qualifikation zum Unit Education Officer. Alle drei Brüder dienten und wurden naturalisiert.
Lance Corporal Hans Reichenberger aka Howard Vincent Rickenberg (8.4.1942 bis 8.8.1946)
Der Rechtsreferendar wurde 1922 in Nürnberg geboren. Nach dem Dienst in Australiens Armee ging er in die USA; in Indiana war er Prof. für Bakterologie.
Lance Corporal Carl (Karl) Reither (18.9.1942 bis 11.12.1945)
Der 1907 in Kassa (Ungarn) geborene katholische Österreicher kam als Berufsmusiker nach Singapur. Er wurde auf der Queen Mary zusammen mit Frau und Kind deportiert. Ein zweiter Sohn wurde im Internierungslager Tatura geboren. Laut dem Tatura-Kommandanten Major Sproat habe er sich als „pro-Nazi“ bezeichnet, seine politischen Ansichten seien „sehr zweifelhaft“. Ende 1941 verlangte er, in einen Compound ohne Juden zu wechseln. Wenn das „darauf zurückzuführen war, dass er die Juden hasste, würde ich es nicht als sicherheitswidrig erachten, wenn man ihm erlaubte, sich einer Arbeitseinheit anzuschließen“, kommentierte Sproat. Dieser Empfehlung schloss sich das „Investigation Board[24] Aktennotizen etc. von James Sproat, „Ex Commandant“, No.3 Internment Camp, Tatura und andere Bezüge in Sicherheitsüberprüfung Carl Reither NAA_ItemNumber780460, Seiten 15, 19, 25, 28.“ an. Er wurde im Januar 1946 naturalisiert.
Lance Corporal Hans Karl Ruppin (18.9.1942 bis 26.3.1947)
Der presbyterianische Kaufmann wurde 1913 in Hamburg geboren. Er heiratete im August 1943 und wurde in der australischen Armee zuletzt im 115 Heidelberg Military Hospital geführt. Er und seine Frau wurden im November 1945 naturalisiert.
Lance Corporal Leib Sauerstrom (26.4.1942 bis 14.8.1944)
Der 1899 geborene Landwirt aus Wielkie (Polen) konnte ins Kitchener Camp emigrieren. Obwohl ihm Bronchitis diagnostiziert wurde, internierten ihn die Briten und deportierten[25] Personalbogen des JEwish Refugee Committee, London, in NAA_ItemNumber769209, Seite 9. ihn auf der Dunera nach Australien.
Corporal Karl Peter Alfred Schmitz (8.4.1942 bis 29.5.1944)
Der Katholik, von Beruf Ballett-Tänzer, wurde 1918 in Berlin geboren. Aus der australischen Armee wurde er aus gesundheitlichen Gründen entlassen. Im August 1946 wurde er australischer Staatsbürger.
Lance Corporal Ernst (Ernest) Adolf Schoenfeld (8.4.1942 bis 21.8.1946)
Der Verkäufer wurde 1921 in Wien geboren. Dorthin kehrte er nach seiner Armeezeit zurück.
Staff Sergeant Herbert Schwarz (12.2.1943 bis 16.7.1946)
Der 1913 in Wien geborene Steinmetz wurde im Mai 1940 im Durchgangslager Kitchener Camp interniert. Er meldete sich spät zur 8AEC. Im Juni 1946 wurde er in Australien naturalisiert.
Corporal Nils Paul Schwerke (5.2.1944 bis 10.1.1946)
Geboren 1911 in Weissstein (Schlesien), wurde der Filmproduzent und Protestant schon im Dezember 1939 in London verhaftet. Er überlebte die Deportation auf der Arandora Star. Er entschied sich erst sehr spät für die freiwillige Meldung zur Armee. Sofort nach der Entlassung reiste er zusammen mit einer Gruppe von Ex-Soldaten der 8AEC nach England und von dort 1947 in die USA, wo Verwandte lebten.
Corporal Gerhard Seefeld (25.1.1943 bis 1.7.1946)
Der protestantische Kaufmann mit jüdischen Wurzeln aus Hamburg (*1905) war mit den drei Generationen seiner Familie aus Singapur deportiert worden. Den deutschsprachigen Queen Mary-Internierten war er als konsequenter Vertreter ihrer Interessen bekannt – vor allem ging es um ihre Forderung nach getrennter Unterbringung von Verfolgten und Nazis im Internierungslager Tatura. Daraufhin setzte ihn der Lagerkommandant wegen Unbotmässigkeit ab, was den Konflikt nicht entschärfte. Gerhard hatte sich erst Anfang 1943 zum Armeedienst gemeldet. Bereits im Januar 1945 wurde er mit seiner Familie naturalisiert.
Corporal Helmut Seefeld (8.4.1942 bis 25.10.1944)
Gerhards jüngerer Bruder wurde 1913 in Dockenhuden (Hamburg) geboren und war ebenfalls Kaufmann. Seine frühe Entlassung aus der Armee erfolgte aus medizinischen Gründen. Er und seine Frau wurden im Februar 1946 naturalisiert.
Corporal Alfred Simenauer (8.4.1942 bis 25.3.1946)
1920 in Düsseldorf geboren und war Konditor. Er wurde von den Briten als „enemy alien“ interniert und gemeinsam mit seinem Bruder Kurt nach Australien deportiert. Im Mai 1944 wurde er zum 23 Garrison Battalion (Bewachung von Kriegsgefangenen) versetzt. Kurz vor der Entlassung wurde er bestraft, weil er sich weigerte, Briefe der Gefangenen zu zensieren.
Corporal Kurt Simenauer (8.4.1942 bis 12.6.1946)
Alfreds jüngerer Bruder wurde 1921 in Düsseldorf geboren und nannte Möbeltischler als Beruf. Im August 1944 wurde auch er zum 23 Garrison Battalion als Dolmetscher versetzt. Nach dem Armeedienst ging er in die USA.
Sergeant Ernst (Ernest) Ludwig Simon (8.4.1942 bis 11.2.1946)
Der Exportkaufmann wurde 1901 in Bingen am Rhein geboren. Während der Reise der Dunera hatte er mit anderen Internierten den britischen Armeearzt Brooks unterstützt. Er wurde im November 1945 Bürger Australiens.
Sergeant Friedrich (Fred) Skaller (8.4.1942 bis 12.6.1946)
Der Protestant, von Beruf Ausbilder für Agrarberufe, wurde 1904 in Görlitz geboren. Auch ihn führte der Dienst in der australischen Armee zum 23. Garrison Battalion, wo er ab März 1944 mehr als zwei Jahre diente. Seine Naturalisierung, zusammen mit seiner Frau, die aus dem Schweizer Exil nach Australien gekommen war, wurde im Dezember 1946 genehmigt.
Lance Sergeant Philip Walter Skrein (8.4.1942 bis 3.7.1946)
Der Katholik aus Wien wurde 1918 geboren und war dort als kaufmännischer Angestellter tätig. Wann und warum er nach Singapur ging ist unbekannt. Dort war er u.a. ein Jahr lang freiwillig im Royal Engineers Corps tätig, bevor er auf der Queen Mary nach Australien deportiert wurde. Kurz nach der Entlassung aus der australischen Armee wurde er im August 1946 naturalisiert.
Corporal Franz Ferdinand Leopold Stampfl (8.4.1942 bis 11.1.1946)
Der Katholik und Trainer, 1913 in Wien geboren, betreute 1936 Österreichs Olympia-Leichtathleten. Er flüchtete 1937 nach England. Die britische Volkszählung verortete ihn im September 1939 in einem Gefängnis in Liverpool. Trotz Einstufung in die Kategorie „C“ wurde er nach Australien deportiert. Er engagierte er sich für sportliche Aktivitäten in den Lagern Tatura und Hay. Nach dem Militärdienst ging er nach England und arbeitete wieder als Trainer. Er gilt als Erfinder des Intervalltrainings und Mann im Hintergrund bei der Unterschreitung der 4-Minutengrenze der Meile. Aus seiner Schule gingen Weltrekordler und Olympiasieger hervor. Später trainierte er in Melbourne australische Läufer und wurde 1956 eingebürgert. Er erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, war aber in seinem Herkunftsland kaum bekannt.
Sergeant Kurt Sternberg (8.4.1942 bis 19.2.1945)
Der Filmproduzent wurde 1899 in Zielenzig (heute Sulecin, Polen) geboren. 1934 verließ er das Nazireich und produzierte in England Filme. Während der Internierung und in der australischen Armee schrieb und produzierte er Theaterstücke und Kulturprogramme. Seine bekannteste Produktion „Sergeant Snow White“ wurde in einem Melbourner Theater gefeiert. Anfang 1944 wurde er zum Netherlands East Indies Forces Intelligence Service NEFIS[26] Wikipedia über NEFIS. Abgerufen am 8.5.2026. in Melbourne versetzt, wo er Propagandafilme produzierte. 1939 hatte er in England geheiratet. Zwei Jahre kämpfte er gegen die britische und australische Bürokratie, um die Reisekosten für seine Frau. Das australische Innenministerium verwendete im Januar 1945 u.a. Nazivokabular: „His wife … is said to be Aryan“. Bis 1954 lief eine weitere Auseinandersetzung um den Transport seiner in England gebliebenen Möbel, die ohne Erfolg[27] Vgl. die 115 Seiten starke Akte Sternberg in NAA_ItemNumber7772386; das Zitat auf Seite 95. endete. In Australien konnte er sich in seinem Beruf etablieren.
Lance Sergeant Henri (Heinrich Friedrich August) Stier (1.11.1943 bis 4.5.1946)
Der 1908 in Darmstadt geborene Schmied und Protestant hatte die Resistance in Frankreich unterstützt und konnte nach Singapur fliehen. Dort wurde er Juni 1941 verhaftet und nach Australien gebracht. Daher konnte sich der Nazigegner erst Ende 1943 für den Armeedienst bewerben. In der 8AEC war er einer von zwei bekannten nicht mit der Dunera oder Queen Mary nach Australien Deportierten, die über einen längeren Zeitraum der 8AEC angehörten.
Corporal Erich Strauss (8.4.1942 bis 5.12.1945)
Der Schaufensterdekorateur wurde 1913 in Lüdinghausen geboren. Kurz vor Kriegsbeginn konnte er nach England entkommen. Von dort wurde er nach Australien deportiert. Im Juni 1945 wurde er bei der Arbeit auf dem Bahnhof Albury am rechten Ellbogen verletzt. Im Januar 1946 wurde er naturalisiert und gründete eine Familie.
Corporal Richard Strauss (8.4.1942 bis 23.1.1947)
Er wurde 1924 in Mainz geboren. Nachdem er in der Schule ab 1935 als Jude die Schule wegen zunehmender Diffamierungen verlassen musste, arbeitete er zunächst in der Weinkellerei eines Verwandten, später wurde er in ein Internat nach Italien geschickt. Als auch dort antisemitische Gesetze galten, ging er nach England und arbeitete als Schaufensterdekorateur in Portsmouth. Von dort wurde er als einer der jüngsten Dunera Boys nach Australien deportiert. Als Soldat wechselte er als Dolmetscher für Kriegsgefangene zum 23 Garrison Battalion. Kurz nach Dienstende ging er in die USA und arbeitete u.a. als Schiffskoch.
Corporal Egon Suerth (7.10.1942 bis 22.11.1944)
Der Katholik wurde 1901 in Köln geboren und erwarb seinen Abschluss als Mediziner an der Uni Rostock. In Australien wurde er während des Armeedienstes Mitte 1944 in Queensland und South Australia als Praktischer Arzt (medical practicioner) zugelassen. Kurz darauf wurde er zur Arbeit als Arzt nach Beaconsfield (Tasmania) entlassen. Er heiratete im Juni 1946.
Staff Sergeant Heinrich Michael (Henry Michael) Teltscher (8.10.1942 bis 1.2.1946)
Er wurde 1921 in Wien geboren. Die Hochschulreife erwarb er in Manchester, wo er auch als Laborassistent arbeitete. Als Religion gab er Church of England an. Während der ersten Zeit des Armeedienstes in Australien wurde eine chronische Schmerzerkrankung diagnostiziert. Nachdem er die Armee-Qualifikation als Laborassistent erworben hatte, wurde er in ein Armeekrankenhaus versetzt und zuletzt in der 2 Aust Blood Serum Unit geführt. Im September 1945 wurde er australischer Bürger.
Ernst Wasser in der Uniform eines Corporals der 8th Australian Employment Company. Foto: Archiv Welch.
Sergeant Kurt Gert Treitel aka Gary Trent (24.10.1942 bis 22.8.1946)
Er wurde 1922 in Frankfurt am Main geboren. Als Beruf nannte er Automechaniker und Agraringenieur. Während seines Armeedienstes in Tocumwal anglisierte er seinen Namen und wurde im Februar 1946 naturalisiert.
Staff Sergeant Franz Joseph (Frank) Urbach (8.4.1942 bis 7.11.1945)
Der Kaufmann und Buchhalter wurde 1903 in Wien geboren. Er und seine Frau waren von Singapur aus mit der Queen Mary-Gruppe nach Australien gekommen. Sie bekamen im September 1945 die australische Staatsbürgerschaft.
Corporal Ernst Ludwig Wasser (24.9.1942 bis 19.6.1945)
Zur ausführlichen Biografie des Kinderarztes.
Lance Corporal Albert Wassermann (8.4.1942 bis 19.11.1945)
Er wurde in 1904 in Moldovita (Rumänien) geboren. In England war er Geschäftsführer einer Wollwaren-Fabrik. Er wurde deportiert, obwohl in der Kategorie „C“ als Flüchtling eingestuft. Gegen Ende des Armeedienstes wurde er zur 2nd Employment Company versetzt. 1943 hatte er geheiratet. Das Ehepaar wurde im Februar 1946 naturalisiert.
Lance Corporal Franz Stefan Max Weinberg aka Stephen Max Wynne (8.4.1942 bis 23.4.1946)
Er wurde 1921 in Hannover geboren und nahm in England ein Ingenieurstudium auf. Nach dem Krieg ging er in die USA, wo er 1952 eingebürgert wurde.
Corporal Julius Wertheim (8.4.1942 bis 23.4.1946)
1907 Breitenbach (Hessen) geboren, nannte er in Australien Maurer und Fleischer als Berufe. Die Briten hatten ihn Ende Mai 1940 im Durchgangslager Kitchener Camp interniert. Die australische Armee schickte ihn 1943 zu einem Lehrgang als Koch. Er wurde im Juni 1947 australischer Bürger.
Corporal Ladislaus Wieselmann (8.4.1942 bis 18.4.1946)
Er wurde 1913 in Lackenbach (Österreich) geboren, wo die Eltern eine von den Nazis enteignete Gaststätte und Fleischerei betrieben. Er ging 1938 mit seinem Bruder Victor nach England, beide wurden interniert und mit der Dunera nach Australien deportiert. Seine dortigen Akten enthalten seinen deutschen Pass mit dem roten „Judenstempel“. Dort nannte er als Berufe Fleischer und Chauffeur. In der Armee machte er 1943 einen Lehrgang zum Koch. Anfang 1946 heiratete er. Noch während der Armeezeit beantragte er die Einbürgerung. Er sei „ein junger Mann, der sich wahrscheinlich gut in diesem Land einleben wird“, heißt es in den Papieren[28] Siehe Akten L. Wieselmann in NAA_ItemNumber7019841, Seite 9.. Die Naturalisierung wurde jedoch– wohl unter bürokratischen Vorwänden und im Gegensatz zu Anträgen der meisten Soldaten der Achten – 1948 nicht gewährt. Erst 1971 wurde ein neuer Antrag genehmigt.
Corporal Walter Wolffs (8.4.1942 bis 11.2.1946)
Geboren 1917 in Ostgroßefehn (Ostfriesland) hatte er den Berufs des Metzgers erlernt. Die Nazis inhaftierten ihn von Mai bis August 1939 in Dachau. In England fand er Unterkunft im Durchgangslager Kitchener Camp und war den britischen Behörden (die den Nazinahmen „Israel“ in seine Akten übernommen hatten) als Naziopfer bekannt. Dennoch wurde er interniert und nach Australien deportiert. Dort heiratete er im April 1943; das Paar wurde im Juli 1946 naturalisiert.
Lance Corporal Walter Würzburger (8.4.1942 bis 26.2.1946)
Er wurde 1914 in Frankfurt am Main geboren und war Musiker mit breitem Interesse für viele Stile. 1933 verließt er Deutschland für Engagements in Skandinavien und später in Singapur. Von dort wurde er im September 1940 auf der Queen Mary nach Australien deportiert. Nach der Internierung diente er in der 8th Employment Company und wurde im Oktober 1946 naturalisiert. Ultrarechte Politiker stellten ihn für ihre xenophobische Kampagne gegen Soldaten der 8AEC namentlich heraus, um zu verhindern, dass er und 20 Kameraden nach dem Dienst ihre Uni-Studien[29] Walter Würzburger (1914 – 1955) studierte am Konservatorium Melbourne Komposition und Klarinette. 1950 zog er nach Großbritannien um. Abgerufen am 8.5.2026. fortsetzten.
Lance Sergeant Ernst Rudolf Zutrauen aka Ernest Seaton (8.4.1942 bis 27.3.1946)
Der Spezialist für Metallverarbeitung wurde 1909 in Berlin geboren. Er konnte 1939 nach England entkommen. In Australien wurde er im Juni 1946 naturalisiert und anglisierte seinen Namen.
Foto: Sammlung Friedländer.
Hinweis: Viele Informationen dieser Biografien wurden dem Kriegstagebuch der 8th Australian Employment Company entnommen. Es liegt von April 1942, bis zum 31. Januar 1946 digitalisiert vor, obwohl viele Soldaten und NCOs noch bis November 1946 als Personal der 8AEC geführt wurden. Die zehn Dateien enthalten auf rund 1.400 Seiten die „Company Routine Orders“ (CRO; Tagesbefehle), tägliche Einsatzlisten („War Diary or Intelligence Summary“) und wöchentliche Personal-Statistiken.
Fußnoten
Hinweis: Das Kriegstagebuch wurde vom Australia War Memorial in zehn Dateien mit der Bezeichnung AWM52 22-1-17-1 zur Verfügung gestellt. Die Endziffer verweist auf die Band- bzw. Dateinummer der chronologischen Reihenfolge.
Lesebeispiel: Auf Zitierungen wird mit Angaben wie „Kriegstagebuch 4/89“ verwiesen. Das Beispiel ist zu lesen als: Seite 89 in Band 4, also der Datei AWM52 22-1-17-4.
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- [1]↑Zit.n. „Dunera Lives – Profiles“, aao., Seite 10.
- [2]↑Kriegstagebuch, 1/2.
- [3]↑Kriegstagebuch aao., 1/17, 1/75, 3/46.
- [4]↑Kriegstagebuch, 1/75, 2/30 ff.
- [5]↑Dunera News 24. Juni 1992, S. 8; Felix Werder an Ken Inglis, 1.8.2010; National Library of Australia (NLA), KS Inglis Dunera / Queen Mary Papers, Werder-Akte.
- [6]↑Department of Veterans' Affairs, Nominal Rolls, Eintrag A. Holper. Abgerufen am 25.5.2026.
- [7]↑Virtual War Memorial Australia über das 23 Garrison Battalion. Abgerufen am 25.5.2026.
- [8]↑Kriegstagebuch aao., 3/10.
- [9]↑Es handelt sich hier wahrscheinlich um einen Abteilungsleiter des u.a. für Logistik, Infrastruktur, Ausbildung, Verwaltung und die Militärpolizei des Hauptquartiers für den Bundestaat Victoria.
- [10]↑Vgl. Kurzbiografie Werner Felix Baer in Albrecht Dümling „Die verschwundenen Musiker“, Köln 2011, ISBN978-3-612-20666-6, Seite 374.
- [11]↑Bern Brent in Dunera News Nr.27, Seite 17.
- [12]↑Er wurde beim Militär als „Furhmann“ geführt; siehe NAA_ItemNumber6255280.
- [13]↑„List 6 - Particulars of U.K. Internees (interned in Australia) who desired to enlist in the pioneer corps of the British army“ in NAA_ItemNumber216015, Seite 182.
- [14]↑Albrecht Dümling „Die verschwundenen Musiker“, Köln 2011, ISBN978-3-612-20666-6, Seite 388.
- [15]↑Vgl. Akten im Arolsen Archiv, unter Mapping the Lives und auf ancestry. Stolpersteine für die Familie Kadden in Essen. Abgerufen am 19.5.2026.
- [16]↑Mapping the Lives. Abgerufen am 19.5.2026.
- [17]↑Militärakte W.W. Lampl, NAA_ItemNumber6633480, Seiten 9/10.
- [18]↑Traueranzeige seiner Frau, via ancestry.
- [19]↑Jennifer Nadel „In search of my father“, Inside Story, 10. Oktober 2025. Abgerufen am 10.6.2026.
- [20]↑Akten zum Sicherheitscheck George Hans Nadel, NAA_ItemNumber6254964.
- [21]↑Militärakte H.M. Oppenheimer, NAA_ItemNumber6257277, Seite 6.
- [22]↑Gedenkbuch Göttingen. Abgerufen am 25.5.2026.
- [23]↑Personalakten Heinrich und Annie Portnoj, NAA_ItemNumber7026171, NAA_ItemNumber769186.
- [24]↑Aktennotizen etc. von James Sproat, „Ex Commandant“, No.3 Internment Camp, Tatura und andere Bezüge in Sicherheitsüberprüfung Carl Reither NAA_ItemNumber780460, Seiten 15, 19, 25, 28.
- [25]↑Personalbogen des JEwish Refugee Committee, London, in NAA_ItemNumber769209, Seite 9.
- [26]↑Wikipedia über NEFIS. Abgerufen am 8.5.2026.
- [27]↑Vgl. die 115 Seiten starke Akte Sternberg in NAA_ItemNumber7772386; das Zitat auf Seite 95.
- [28]↑Siehe Akten L. Wieselmann in NAA_ItemNumber7019841, Seite 9.
- [29]↑Walter Würzburger (1914 – 1955) studierte am Konservatorium Melbourne Komposition und Klarinette. 1950 zog er nach Großbritannien um. Abgerufen am 8.5.2026.