Dunera

Die 8th Employment Company (3)

Während des 2. Weltkriegs betrieb die australische Armee Versuche mit Medikamenten, um die vor allem im Dschungel des Kriegsschauplatzes Neuguinea grassierende Malaria in den Griff zu bekommen. Fast 900 Soldaten meldeten sich freiwillig, um zu helfen, die Kampffähigkeit alliierter Einheiten in tropischen Regionen zu sichern.Soweit bekannt werden hier erstmals biografische Notizen zu 13 beteiligten Soldaten veröffentlicht, die als Flüchtlinge mit der Dunera oder auf anderem Wege nach Australien gekommen waren. Die Männer meldeten sich freiwillig zum Malaria Experiment und konnten Gefahren zumindest abschätzen. Als Antifaschisten sahen diese Soldaten dort eine Möglichkeit, mehr zum Sieg über die Achsenmächte beizutragen, als in der 8th Employment Company. Und nahmen stolz die damit verbundenen Risiken in Kauf.

Peter Dehn im Juni 2026.

Versuchskaninchen in Uniform

Unter der Überschrift „Die versteckten Kriegsexperimente“ berichtete die australische Tageszeitung „The Age[1] Gary Hughes, Gerard Ryle in „The Age“, Melbourne, 19.4.1999. Am 18.4.2019 in der Online-Rubrik „From the Archives“  der Schwesterzeitung „The Sydney Morning Herald“, abgerufen am 28.4.2024.“ am 19. April 1999 ausführlich und nicht ohne Sensationsbedürfnis über Menschenversuche der australischen Armee während des 2. Weltkrieges und danach. Ein paar Tage vor dem ANZAC Day[2] Der ANZAC Day (Australian and New Zealand Army Corps) erinnert an die erste gemeinsame Militäraktion von Soldaten beider Länder und Tongas im 1. Weltkrieg. Sie landeten am 25. April 1915 auf der türkischen Halbinsel Gallipoli. Unter den mehr als 130.000 Opfern beider Seiten der neunmonatigen erfolglosen Schlacht um den Brückenkopf waren 8.709 Australier und 2.701 Neuseeländer. Vgl. Wikipedia über den Anzac Day und die Schlacht von Gallipoli, abgerufen am 10.5.1924. am 25. April, einem der wichtigsten und von Patriotismus begleiteten Feiertage Australiens, schrieb das Blatt: „Riesige britische und US-Pharmafirmen profitierten von den Experimenten, bei denen Freiwillige vorsätzlich mit Malaria infiziert[3] Wikipedia über Malaria, abgerufen am 10.5.2024. wurden.“ Neben australischen Soldaten der kämpfenden Truppe sei dafür erfolgreich auch unter italienischen und jüdischen Internierten und Rekonvaleszenten geworben worden.

Hinter der Beschreibung „Durchführung einer Venenpunktion“ verbirgt sich, dass Sergeant Goble mit Malaria infiziert wurde. Quelle: Australian War Memorial (AWM) Nr. ART 24300.

Das bis dahin für die Malaria-Behandlung bewährte Chinin[4] Wikipedia über Chinin, das bis 1940 als einzig wirksames Mittel gegen Malaria bekannt war, abgerufen am 28.4.2024. wurde zu 90 Prozent in der niederländischen Kolonie Java erzeugt. Nach der Eroberung dieser Region durch Japan im März 1942 war diese Quelle versiegt. Die Alliierten benötigten dringend eine Alternative. Denn die Malaria hatte – u.a. wegen des Mangels an Medikamenten und Hilfsmaterial – unter australischen Soldaten in Neuguinea zeitweise schlimmer gewütet, als die Japaner: In 13 Wochen dieses Dschungelkrieges bis Jahresende 1942 meldete die Armee 4.137 Opfer von Kampfhandlungen, zeitgleich aber 12.240 Tote durch Malaria[5] Vgl. Wikipedia über Neil Hamilton Fairley (englisch),  abgerufen am 28.4.2024..

Dienstleistung für Pharmakonzerne?

Auf Militärbasen bei Cairns und Rocky Creek (Bundesstaat Queensland) wurden zwischen April 1943 und Juni 1946 Medikamente unter der Leitung der LHQ Medical Research Unit an Menschen getestet. Später wurden Krankenhäuser in Melbourne und Sydney einbezogen. Verantwortlicher Militär war Neil Hamilton Fairley[6] Wikipedia über Neil Hamilton Fairley (deutsch), abgerufen am 12.5.2024. (1891-1966), damals Direktor der medizinischen Dienste der australischen Armee im Rang eines Obersten.

„Aus den Dokumenten geht hervor, dass die Arbeit in Australien durchgeführt wurde, weil Amerika und Großbritannien nicht riskieren wollten, ihre eigenen Soldaten einzusetzen“, stellten die australischen Journalisten fest. In den USA sei dagegen nur eine kleine Anzahl Strafgefangener zur freiwilligen Teilnahme an Malaria-Versuchen bereit gewesen. Profiteur war u.a. der britische Chemiekonzern ICI, berichtet „The Age“. Der Konzern habe Versuchsergebnisse später patentiert und die Medikamente von der US-Firma Winthrop produzieren lassen.

Ein ungenannter Mitarbeiter füttert Larven im Brutraum. Quelle: AWM Nr. 119049.

Überdosis als Testprinzip?

Kritisch wird gewürdigt, was über den Ablauf der Versuche bekannt wurde. „Einigen Männer wurden Dosierungen gegeben, die 13.000 Bissen normal infizierter Moskitos entsprechen“, entnahmen die Journalisten von „The Age“ den erhaltenen Unterlagen. „Die Infektionen wurden durch speziell gezüchtete Mücken oder durch Transfusionen von bis zu 800 cm³ infiziertem Blut bei den Männern ausgelöst. Ein Mann erhielt 35 Dosen infizierten Blutes.“

Soldat A. Prince war einer der Freiwilligen. Hier füttert er Moskitos mit seinem Blut, um sich mit Malaria zu infizieren. Quelle: AWM Nr. 119086.

„Als ‚Versuchskaninchen‘ mussten wir unsere Hand in einen Käfig mit Glühbirne stecken und uns von Moskitos stechen lassen“, erinnert sich der Freiwillige Ernst Günther Salomon[7] Interview mit Ernst Günther Solomon in „Ein Leben zwischen den Welten“ von Manfred Brusten, Zeitschrift für Australienstudien 11/1997 Seite 81, abgerufen am 12.5.2024., ein aus Deutschland geflüchteter Jude. „Daraufhin wurden dann die meisten von uns krank, so auch ich; ich hatte sogar das, was man M.T. nennt, also den ‚bösartigen Typ‘ der Malaria, der tödlich sein kann. (…) Wir wurden also zuerst mit Malaria infiziert und haben anschließend Palodrin[8] Gemeint ist hier sicher das Medikament Paludrine mit dem Wirkstoff Proguanil. bekommen, um zu erproben, ob und wie es hilft.“

Zu den untersuchten Wirkstoffen zählte auch Mepacrin[9] Wikipedia über Mecaprin, das 1930 in Deutschland als Mittel zur Malaria-Prophylaxe entwickelt wurde und als Atebrin oder Quinacrine auf den Markt kam. Es ist heute nicht mehr als Arzneimittel zugelassen, abgerufen am 28.4.2024.. Die positive Wirkung dieses als Atebrin bekannten Medikaments war u.a. durch Funde bei Gefangenen der Wehrmacht bekannt geworden. Die von Fairley geleiteten Menschenversuche hätten gezeigt, dass die Soldaten auch in den hochgradig malariabelasteten Sümpfen von Neuguinea kämpfen konnten, „solange sie ihre tägliche Tablette Atebrin[10] „Honor for Guinea Pigs“, The Bairnsdale Advertiser, 17. Januar 1947, NLA Trove, abgerufen am 28.4.2024. einnahmen“, lobt ihn 1947 ein australisches Provinzblatt und schreibt Versuche an Menschen generell gut.

Anforderung von Reha-Patienten

Man scheute sich offensichtlich nicht, Freiwillige auch aus Reha-Einrichtungen[11] Vgl. Tony Sweeney, „Malaria Frontline: Australian Army research during World War II“, Melbourne 2003, ISBN 0522850332, Kapitel21 „Guinea Pigs“, Seiten 223ff. der Armee anzufordern und zu beziehen, wo sich die Männer von Verletzungen und schweren Operationen wie z.B. Amputationen erholen sollten.

Laut einem Armee-Dokument habe man „bereits 100 aus Reha-Einrichtungen im Süden von Queensland bekommen. Möglicherweise sind weitere 200 erforderlich.“ Offizielle Dokumente bestätigen laut „The Age“ den Einsatz von Arm- und Beinamputierten und Männern mit anderen schweren Kriegsverletzungen. Allerdings beschwerte sich der Kommandant der Einheit, Oberstleutnant Charles R. Blackburn, beim Oberkommando darüber, dass statt Freiwilligen „No Hopers[12] Blackburn am 6. Juli 1945 an Fairley, zit.n. Sweeney aao, Seite 224.“ (Hoffnungslose) ausgewählt würden, die nicht den Erfordernissen der Experimente entsprächen.

Noch lange, nachdem die Infektion erfolgreich bekämpft und die Ansteckungsrate erheblich gesunken waren, wurden die Versuche fortgesetzt. Laut Berichten wurde Ende 1944 um Freiwillige mit der zu dem Zeitpunkt falschen Behauptung geworben, alliierte Soldaten würden durch Malaria „wie Fliegen sterben“. „Noch ein halbes Jahr nach Kriegsende trafen Freiwillige ein“. „Die einzige Befürchtung hier ist, dass die Einheit aufgelöst wird, ohne dass die Atebrin-Studien beendet sind“, beklagte sich der australische Offizier Fairley im August 1944 nicht bei seinen Vorgesetzten, sondern in den USA. Dazu war kein Anlass, denn die australische Regierung genehmigte Tests der neuen US-Medikamente zur Malaria-Prophylaxe Sontochin und Chloroquin[13] Wikipedia über Chloroqion, das ebenfalls in Deutschland entwickelt wurde, abgerufen am 28.4.2024..

Im Brutschrank wurden Moskitos mit Äpfeln und menschlichem Blut gefüttert. Quelle: AWM Nr. 119062.

Unbekannte Soldaten bereiten im Biochemie-Labor Blutproben zum Test vor. Quelle: AWM Nr. 119081.

Verschwundene Akten

„Obwohl in der offiziellen Geschichtsschreibung teilweise darüber berichtet wurde, wird der Einsatz von Juden, ausländischen Internierten und behinderten Soldaten nicht erwähnt und alle Unterlagen wurden nach 1946 verstreut. Das schließt die Medizinakten von Soldaten und früheren Internierten ein, über die australische Behörden später sagten, sie seien nicht auffindbar“, berichtete „The Age“.

Laut der Zeitung hatte allerdings Fairley nach dem Krieg umfangreiche medizinische Unterlagen nach London geschafft. Andere Akten wurden auf australische Behörden verteilt. Betroffenen und Hinterbliebenen der Versuchskaninchen, die medizinische Unterlagen für Versorgungsanträge anforderten, sei von den Behörden erklärt worden, solche Akten seien nicht auffindbar.

Dunera Boys freiwillig dabei

Unter den Versuchskaninchen, die bis 1946 an den Versuchen in Cairns teilnahmen, waren „jüdische Flüchtlinge, interniert in Großbritannien und 1940 an Bord der Dunera nach Australien geschickt“, stellten die Journalisten von „The Age“ fest.

Die Teilnahme von Soldaten der 8th Employment Company, also Dunera Boys, kommentiert „The Age“: „Nachdem sie daran gehindert wurden, sich freiwillig für den aktiven Dienst zu melden, wurden sie für niedere körperliche Arbeit in den Docks verwendet. Zumindest einige von ihnen wurden bei der Erprobung eines neuen Malaria-Medikaments eingesetzt, das von dem riesigen britischen Chemiekonzern ICI entwickelt worden war.“ Der Artikel verweist auf offizielle Unterlagen, in denen u.a. bezweifelt werde, dass ein Italiener aus einer anderen aus Ex-Internierten bestehenden Arbeitseinheit trotz unzureichender Sprachkenntnisse in das Experiment genommen wurde und daher nicht habe verstehen können, worauf er sich eingelassen hatte.

Aufrufe 1944 und 1945

Die Informationen, mit der bei der 8th Employment Company um Freiwillige für das Malaria-Experiment geworben wurde, sind zwiespältig. Ein Aufruf zur Meldung taucht erstmals im Tagesbefehl vom 31. Oktober 1944[14] Aufruf „Freiwillige für Malaria-Experiment“ in Tagesbefehl Nr. 47/44 vom 31.10.1944, Kriegstagebuch der 8th Employment Company Band 9,  in AWM52 22-1-17-9, Seite 115. auf. Unter dem Titel „Freiwillige für Malaria-Experiment“ sind keinerlei detaillierte Angaben zum Experiment oder zu möglichen Gesundheitsrisiken für die Teilnehmer enthalten. Die Teilnahme sei auf sechs Monate begrenzt, heißt es dort u.a. – eine Information, die in später veröffentlichten Aufrufen fehlt.

Soldat A. Prince war einer der Freiwilligen. Hier füttert er Moskitos mit seinem Blut, um sich mit Malaria zu infizieren. Quelle: AWM Nr. 119086.

Ausführlicher wird das Projekt am 5. März und 19. Juli 1945[15] Aufruf „Freiwillige erforderlich für Malaria-Experiment“ in den Tagesbefehlen Nr. 6/45 vom 5.3.1945 und vom 19.7.1945 , Kriegstagebuch der 8th Employment Company Band 10, in AWM52 22-1-17-10, Seiten 8 und 112. dargestellt. Der Text verweist nun ausdrücklich darauf, dass auch Personal „mit mechanischen Beeinträchtigungen“ angenommen werde, wird eine Behauptung der Zeitung „The Age“ bestätigt. Und Gefahren werden nicht ausgeschlossen: Freiwillige „können einer Infektion mit dem bösartigen Dreitagesfieber und/oder dem gutartigen Dreitagesfieber ausgesetzt sein, während sie unter strenger Aufsicht Antimalaria-Medikamente einnehmen“, wird angekündigt. Erkrankte Soldaten würden erst nach vollständiger Genesung den Standort in Cairns verlassen. Rückfälle seien jedoch nicht ausgeschlossen: „Bei einigen Angehörigen des Personals kann es nach der Rückkehr in ihre Einheit zu Rückfällen der gutartigen Dreitagesmalaria (der gefährlichen Form) kommen.“

Über die 8th Australian Employment Company

Während des 2. Weltkrieges unterhielt die australische Armee 39 Arbeitskompanien. 15.000 Mann verrichteten teils schwerste kriegswichtige Arbeiten und ersetzten die zur kämpfenden Truppe eingezogenen Australier. 11 dieser Einheiten wurden aus Männern ausländischer Abstammung zusammengestellt.

Die 8th Australian Employment Company (8AEC) bestand ausschließlich aus Juden und Nazigegnern, die von den Briten als „feindliche Ausländer“ auf der Dunera oder Queen Mary nach Australien deportiert wurden. Wer nach dem Ende der Internierungen in Australien bleiben oder gar Staatsbürger werden wollte, war gehalten, sich freiwillig[16] Vgl. Aktennotiz des General-Adjutanten für das australische Parlament, 29.3.1946. National Archives of Australia (NAA), NAA-ItemNumber4938132, Blatt 28, Ziffer d. zu einer Arbeitseinheit der Armee zu melden. Viele der 500 Soldaten der 8AEC taten Dienst in Albury und Tocumwal: An der Grenze der Bundesstaaten Victoria und New South Wales mussten militärische und zivile Güter zwischen Eisenbahnwaggons unterschiedlicher Spurweiten umgeladen werden.

Aufrufe zum Malaria-Experiment im Kriegstagebuch der 8AEC (Grafik klicken zum Vergrößern). Quelle: AWM.

Als Dank für den Einsatz wurden 21 Tage Sonderurlaub und eine Karte mit einer Danksagung des Oberkommandierenden für den „geleisteten wertvollen Dienst“ versprochen. Der Aufruf wurde am 19. Juli 1945 nochmals wiederholt. Nazideutschland hatte schon kapituliert, die Kämpfe gegen Japan waren noch im Gange.

Die nachfolgende Kurzbiografien von sieben Soldaten der 8th Employment Company und sechs anderen jüdischen Flüchtlingen ergibt sich aus einem Abgleich der von Sweeny als Angehörige der 8AEC und anderer Arbeitseinheiten genannten Soldaten anhand ihrer Dienstnummern mit der Datenbank der Veteranenabteilung[17] National Government, Department of Veteran’s Affairs, DVA’s Nominal Rolls,  abgerufen am 12.5.2024. der australischen Regierung. Bei Übereinstimmungen wurden die Personalakten[18] National Archives of Australia, NAA, record search. des Australischen Nationalarchivs (NAA) einbezogen, soweit diese digitalisiert vorliegen bzw. den Titeln Informationen entnommen werden konnten. Eine Recherche auf Stammbaum-Plattformen trug zur Komplettierung einiger Biografien bei. Die Passfotos stammen aus den Armeeakten der Männer.

„Atebrin parade“ – Freiwillige sind zum Empfang des Medikaments angetreten. Quelle: AWM Nr. 119070.

Soldaten der 8th Employment Company beim Malaria Experiment

Friedrich Edelhofer (Fred Eden)

Der jüdische Fleischer und Schlachter wurde am 6. März 1922 in Wien geboren. Von den Briten auf der Dunera deportiert, diente er ab dem 8. April 1942 in der australischen Armee. 1943 bekam er sechs Tage Bau wegen Fernbleibens vom Appell. Anfang 1945 sollte er entlassen werden, jedoch wurde sein Dienst verlängert und er wurde zum Malaria Experiment abgeordnet. Anschließend war er ab Anfang 1947 mit der „Murchison PW Group“ mehrfach als Bewacher an der Rückführung von Kriegsgefangenen per Schiff nach England beteiligt. Am 10. Juli 1947 wurde er als Private (einfacher Soldat) aus dem Dienst entlassen. Bereits im Juli 1946 wurde er naturalisiert. Er war mit Rebecca verheiratet und hatte zwei Kinder. Am 28. November 2004 verstarb er in Melbourne.

Ernst Eichengrün (Ernest Edward Green)

Der Hamburger Jude, geboren am 5. September 1923, hatte eine Lehre als Automechaniker begonnen. Seinen 17. Geburtstag beging er am Tag vor der Ankunft der Dunera in Sydney. In der Achten diente er ab dem 8. April 1942. Im Dienst hatte er sich mehrere Verletzungen der Schulter und des Rückens zugezogen. Ab Januar 1945 nahm er an den Malaria Experimenten teil. Die Anglisierung seines Namens wurde im Mai 1945 offiziell bestätigt. Am 7. Februar 1946 wurde er im Mannschaftsrang eines Lance Corporal aus der Armee entlassen. Am 14. Mai 1946 legte er an Bord der Marine Lynx (mit Mannheim und Somers) in Richtung USA ab. Er starb am 5. Dezember 2004 in Kalifornien und hinterließ seine Witwe Geraldine, drei Kinder und fünf Enkel.

Gert (Gerald) Flatau

Der Dunera Boy wurde am 4. November 1923 in Berlin geboren. Den Militärdienst leistete er in der 8AEC ab dem 8. April 1942. Am 3. Oktober 1945 wurde er für die Malaria-Experimente zugelassen. Am 1. Oktober 1946 wurde er als Corporal entlassen. Er blieb in Queensland, wo er am 7. Januar 1946 naturalisiert worden war. Wann er seinen Vornamen in Gerald anglisierte ist nicht bekannt. 1953 heiratete er May Seymour. Sie hatten drei Kinder. In australischen Wählerlisten ist er mit der Berufsangabe Physiker eingetragen. Nach Unterlagen aus den frühen 1950er Jahren war er als Sachbearbeiter in der technischen Entwicklungsabteilung der australischen Post in Melbourne tätig. Er starb am 9. Juli 1987.

Walter Manfred Hirsch

Er wurde am 7. Dezember 1923 in Bergen bei Frankfurt am Main (Hessen) geboren. Als Beruf nannte er in Australien Tapezierer. In die 8AEC trat er am 8. April 1942 ein und diente als Koch. Am 20. November 1945 wechselte er zum Malaria Experiment nach Queensland. Am 6. November 1946 wurde er als einfacher Soldat aus der Armee entlassen. Er wurde am 2. September 1947 australischer Staatsbürger. Er verstarb am 4. Mai 1961 in Melbourne und hinterließ seine Witwe Laura Johanna Vandrunick, die er erst 1960 geheiratet hatte.

Hans-Ulrich Hirschberg (Peter John Howard)

Hans wurde am 4. November 1922 in Berlin in eine Familie mit jüdischen Wurzeln geboren. Als Religion gab er Presbyterianisch, als Beruf Hotelangestellter und Kellner an. Er diente vom 8. April 1942 bis zum 8. Juli 1946 seine Einstufung als Jude ließ er in der Militärakte 1944 in Presbyterianisch ändern, wenig später erfolgte die Anglisierung des Namens. Im Mai 1945 meldete er sich zur Malaria-Einheit. Ein Hinweis auf seine Naturalisierung am 22. August 1946, also wenige Tage nach Dienstende, nannte Papua/Neu Guinea als Aufenthalt. Laut seiner Dienstakte war Papua sein letzter Einsatzort bei der Entlassung am 8. Juli 1946. Am 27. Juni 1949 heiratete er Ilse Henriette Redlich in Cairns im Norden des Bundesstaats Queensland. Er starb am 19. September 2011 in Kingsley, Westaustralien, und hinterließ seine Witwe und einen Sohn.

Hans Walter Knothe

Der konfessionslose Werkzeugmacher wurde am 28. Dezember 1921 in Göttingen geboren. Er war nach den Novemberpogromen mit der Häftlingsnummer 25785 vom 17. bis 25. November 1938 mit dem Vermerk „Aktionsjude“ im KZ Buchenwald eingesperrt, um seine kurzfristige Ausreise zu erzwingen. In England hatte er eine Ingenieursausbildung begonnen. Seine Karteikarte des britischen Home Office trägt den Vermerk vom 3. November 1939 „Not to be interned“. Dennoch wurde der 18jährige am 21. Juni 1940 interniert und am 10. Juli 1940 auf der Dunera nach Australien abgeschoben. Während seines Dienstes in der Achten vom 8. April 1942 bis zum 31. Mai 1945 wurde er mehrfach wegen Disziplinverstößen bestraft. Zur vorgesehenen Entlassung wegen eines Jobs in einer Melbourner Firma für mechanische und elektrische Produkte kam es Ende September 1942 aus unbekannten Gründen nicht. Seine Versetzung zu den Malaria Experimenten wurde Ende April 1945 genehmigt. Am 5. August 1946 wurde er entlassen. Im April 1947 wurde ihm der dauerhafte Aufenthalt in Australien genehmigt. Weitere Lebensdaten sind nicht bekannt.

Die freiwilligen Versuchskaninchen bekamen solche Urkunden mit der Unterschrift des Oberkommandierenden als Dank für ihren „wertvollen Beitrag“ zu den Kriegsanstrengungen. Quelle: Militärakte H.W. Knothe, Australisches Nationalarchiv, NAA_ItemNumber6255360, Seite 14.

Alfred Wolff

Alfred war Gerber, er wurde am 2. August 1922 in Dortmund geboren. Den Nazis konnte er nach England entkommen, wo er erst interniert und dann nach Australien deportiert wurde. Nach Ende der Internierung meldete er sich zum Armeedienst und wurde 8AEC zugeteilt. Den Dienst trat er am 9. April 1942 an. Wegen schlechten Benehmens und Fernbleibens vom Appell wurde er mehrfach bestraft. Wie andere Freiwillige stieß er im Januar 1945 zur Malaria-Forschung. Auch dort war er mehrfach unerlaubt abwesend und wurde im September 1946 entlassen. Er hatte die Naturalisierung beantragt. Im Titel eines analogen NAA-Dokuments ist vermerkt: Sein Wohnort war unbekannt, weshalb die Naturalisierungs-Urkunde eingezogen und am 1. Februar 1949 vernichtet wurde.

Jüdische Freiwillige anderer Arbeitseinheiten

Heinz (Harry) Drucker

Den am 6. September 1920 in Hamburg geborenen jüdischen Zimmermann hatten die Nazis kurz nach dem Novemberpogrom bis zum 19. Dezember 1938 im KZ Buchenwald (Häftlingsnummer 28248, „Aktionsjude“) eingesperrt und danach zur Flucht gezwungen. Er erreichte Australien am 10. Februar 1939 auf der Esquilino. Er lebte in Queensland und diente ab 1942 in der 12AEC. Ab Anfang August 1945 nahm er an den Malaria-Versuchen in Cairns teil. Anfang September 1946 wurde er als Angehöriger des 1 Ordnance Vehicle Park, AAOC entlassen. 1946 wurde er Australier und heiratete 1947. Er starb am 13. April 1994 und hinterließ seine Frau Pat und zwei Kinder. Er war ein Verwandter von Leon Gottlieb.

Robert Königstein (Kingston)

Robert Königstein wurde am 25. August 1910 in eine jüdische Familie in Wien geboren. Nach dem Studium, der Annexion Österreichs durch die Nazis und den Judenpogromen vom November 1938 flüchtete er, um der Verfolgung zu entgehen. Mit der Templar erreichte er Melbourne am 4. Februar 1939. Verwandte, die für ihn gebürgt hatten. Kurz danach anglisierte er seinen Familiennamen wie sie in Kingston, um den Bruch mit Deutschland deutlich zu machen. Vom Juni 1939 bis Ende 1940 und kurzzeitig in 1942 war er als Lehrer für Deutsch und Französisch in Melbourne (Victoria), später in Warwick (Queensland) tätig. Er wurde mit deutlich ausländerfeindlichen Motiven als potenzieller Spion denunziert, weil er im Urlaub im Great Barrier Reef fotografierte und die Abzüge selbst entwickelte. 1942 hatte er sich freiwillig zur Armee gemeldet. Jedoch war zunächst gezwungen, seinen Status als jüdischer Flüchtling gegen behördliche Dummheit und Schikanen zu beweisen. So hatte ein Polizist in Brisbane seine Angabe, geborener Österreicher zu sein, zurückgewiesen, weil ein solches Land nicht existiere und er (zwangsläufig) einen deutschen Pass vorgelegt hatte. Seinen Brief an die Army schließt er mit der Bemerkung, er sei begierig, Australien zu dienen und habe sich, um verfügbar zu sein, nicht um einen neuen Job beworben. Er wurde im Februar 1942 zur 12. Employment Company eingezogen und war ab November 1944 bei den Malaria-Experimenten in Rocky Creek eingesetzt. Zuletzt wurde er als Sergeant der 11 Aust Malaria Control Unit geführt und am 6. Januar 1947 entlassen. Bereits im März 1944 beantragte er die Staatsbürgerschaft, wofür er u.a. eine positive Beurteilung der Armee bekam; der behördliche Briefwechsel dazu ist ungewöhnlich umfangreich. 1948 bewarb er sich in Canberra im öffentlichen Dienst.

Ernst Günther Salomon

Ernst Günther Fritz Salomon[19] Siehe auch Interview mit Ernst Günther Solomon, aao. wurde am 7. November 1916 in Swinemünde in eine christliche Offiziersfamilie mit jüdischen Wurzeln geboren. An Bord der Bremen erreichte er Australien am 27. Dezember 1938. Als Beruf gab er Buchhalter und zuletzt Dreher an. Er arbeitete ab 1941 ehrenamtlich in der Zivilverteidigung, bevor er im September 1943 bei der 4th Australian Employment Company angenommen wurde. Er verlängerte den Dienst im April 1945 und war zunächst in der 6th Employment Company und vom 7. Juni 1946 bis zur Entlassung am 3. September 1946 beim Malaria Experiment eingesetzt. Er wurde im April 1945 naturalisiert. Mit seinem Kameraden der Malaria-Truppe Thomas Tibor Gara und anderen gründete er in Adelaide einen Fleischverkauf. Ihre Produkte nach europäischen Vorbildern für den australischen Markt hatten Erfolg. Salomon war am Schluss seiner Berufsausübung Exportchef der größten Fleischfabrik des Landes und Vorstand des Branchenverbandes. Für seine ehrenamtliche Arbeit – u.a. die Integration deutschsprachiger Migranten, die Organisation eines Schüler- und Familienaustauschs – wurde er 1976 mit einem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Er starb am 25. August 2001 und hinterließ seine Frau und drei Töchter.

Frank Scheiner (Slater)

Frank wurde am 13. April 1922 in Kunmadaras (Ungarn) geboren. Wie der jüdische Bauarbeiter nach Australien kam ist nicht bekannt. Ab dem 10. März 1942 diente er bei der 4 Employment Company. Dort wurde er mehrfach wegen Befehlsverweigerung und unangemessener Sprache bestraft und zur 6AEC versetzt. Im September 1945 wurde er für die Malaria Experimente bestätigt. Im Mai 1946 wurde er entlassen. Bereits im Januar 1946 war seine Naturalisierung genehmigt worden und er anglisierte seinen Familiennamen zu Slater. 1949 ist er in einer Wählerliste als Student eingetragen. Später heiratete er und hatte zwei Kinder. Er starb am 30. Dezember 2011.

Ernst Peter Jakob Silberstein

Der jüdische Laborassistent wurde am 5. Juli 1920 in Wien geboren. Über seine Flucht aus seiner Heimat Österreich nach London ist nichts bekannt. Er erreichte Australien im Dezember 1938 als Passagier der Largs Bay. Er meldete sich freiwillig zur Armee und diente ab dem 18. Juli 1942 in der 4th Employment Company. Im September 1944 wurde er zur 3 Aust Mob Entomological Sec[20] Vgl. Biografie von Major Robert McCulloch der Roseworthy Campus Association. versetzt; diese Einheit forschte zur Bekämpfung von Mücken und Milben und entwickelte die Milbenflüssigkeit Dibutylphthalat, die nach dem Auftragen auf Kleidung die Erkrankungen an Buschtyphus um 90 % senkte. Ab Oktober 1945 diente er – zuletzt als Staff Sergeant – in der 9 Aust Malaria Control Unit. Am 3. Juni 1944 wurde er australischer Bürger.

Harry Walter Somers

Er wurde am 28. Mai 1922 in Zweibrücken geboren. Über seine Flucht aus Deutschland ist nichts bekannt geworden. Er diente in der 12th Employment Company ab dem 12. März 1942 und war u.a. in Albury eingesetzt. Im Juni 1945 wechselte er zum Malaria Experiment. Er wurde mehrfach bestraft, zuletzt wegen Missbrauchs einer Ausgangserlaubnis. Sein Dienst endete am 17. Mai 1946. Am 29. Juni 1945 wurde er Australier. Wie Green und Mannheim reiste er am 14. Mai 1946 mit der Marine Lynx (mit Mannheim und Green) nach den USA ab. Dort heiratete er 1948 Dorothy L. Treff und wurde 1950 eingebürgert. Zunächst arbeitete er im Handel mit Hüten in New York, später lebten sie in Scotsdale/Arizona.

Im Gegensatz zu anderen Männern der Achten liegen die bei der Entlassung aus der Armee üblichen Medizinchecks nicht digital vor und konnten daher nicht berücksichtigt werden. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass alle hier beteiligten Soldaten der 8AEC zwischen 1921 und 1923 geboren wurden. Dienstbeginn war im April 1942, also kurz nach dem Ende der Internierung. Die „Service and Casualty“-Laufzettel aller Männer geben zwar Aufschluss über Einsatzorte und -zeiten etc. Keine einzige digitalisiert vorliegende Unterlage enthält jedoch einen greifbaren Beweis für die Freiwilligkeit ihrer Meldungen zum Malaria Experiment.

Sweeny veröffentlicht im Anhang seines Buches eine Liste von 892[21] Sweeney aao, Seite 272ff. nicht vorerkrankten Soldaten, die sich freiwillig für die Experimente gemeldet haben sollen und mit Erregern infiziert wurden. Weitere 294 Soldaten, die sich in Neuguinea infiziert hatten, waren demnach ebenfalls beteiligt. Der militärische und medizinische Stab umfasste laut Sweeny 98 namentlich bekannte Personen.

Fazit

Der ziemlich harsche und bisweilen überzogene Bericht der australischen Zeitung „The Age“ löste u.a. einen Protest des Simon-Wiesenthal-Centers gegen den Einsatz von Juden bei Menschenversuchen aus, so die Fachzeitschrift BMJ[22] Georgina Kenyon in der Medizin-Fachzeitschrift BMJ (British Medical Journal) am 8. Mai 1999, National Library of Medicine (USA), abgerufen am 28.4.2024.. Weniger als 12 Teilnehmer seien Flüchtlinge oder Juden gewesen und alle „waren Freiwillige, die der Behandlung zugestimmt“ haben, zitiert BMJ die Reaktion der Veteranenabteilung der australischen Armee (DVA).

Zudem sei das Malaria-Experiment kein Geheimnis gewesen, beruhigte die DVA. Eine Werbeanzeige sei 1944 in der Zeitschrift „Australian Women’s Weekly“ erschienen. Die Rede ist wohl von einem offenbar gezielten und unkritischen redaktionellen Artikel vom 1. Juli 1944. Aus Sicht der australischen Zensur mag es das kleinere Übel[23] Vgl. Sweeney, aao, Seite 225. gewesen sein, vermutet der Medizinhistoriker Tony Sweeny. Die Nachricht von den Atebrin-Versuchen in Cairns hatte sich in der Armee längst herumgesprochen. Der Artikel war aus Sicht der Armeeführung aber nützlich, um Gerüchten entgegen zu treten und Gemüter zu beruhigen. Obwohl dort fälschlich behauptet[24] Australian Women’s Weekly vom 1. Juli 194, Seite 12, zit.n. Sweeny aao. wird, dass die Freiwilligen „nur selten“ tatsächlich erkrankten, „weil die wissenschaftlichen Tests und Behandlungen so perfektioniert wurden, dass die Parasiten unschädlich gemacht wurden …“

Mehr als 50 Jahre nach den Ereignissen stellte „The Age“ das in Zweifel und berichtete spektakulär (und ohne ins Detail zu gehen) über Spätfolgen[25] Georgina Kenyon aao. und die Ablehnung von Anträgen auf Behindertenrenten oder auf Ausweise für kostenlose medizinische Behandlungen.

Nicht zustimmen kann man jedoch dem anklagenden Kommentar[26] „The Age“, Editorial vom 20.4.1999, „War Experiments Shame Australia“, zit.n. Sweeny aao Seite 262. der Zeitung, die Mitwirkung von Männern der 8th Employment Company sei „eine besonders grausame Wendung … Menschen, die vor den Nazis aus Europa flüchteten, wo sie möglicherweise medizinischen Experimenten hätten unterworfen werden können, fand sich hier in Experimente verwickelt wieder“.

Neil Hamilton Fairley (1891 – 1966) war ab 1942 ärztlicher Direktor der australischen Landtruppen und leitete die Malaria-Forschung ein. Quelle: AWM Nr. 126353 (Fotograf unbekannt).

Der für die Experimente verantwortliche Neil Hamilton Fairley war zuletzt Brigadier, verantwortlich für den medizinischen Dienst[27] Vgl. Nomenklatur der Dienstränge der australischen Armee, abgerufen am 12.5.2024. der australischen Armee. 1946 wurde er in den USA mit der „Richardson Pearson Strong Medal“ der American Foundation for Tropical Medicine ausgezeichnet. Laut „The Bairnsdale Advertiser“ habe er diese Auszeichnung „im Namen der 1000 australischen Soldaten[28] Vgl. „The Bairnsdale Advertiser“ aao. angenommen, die, obwohl sie mit tropischen Krankheiten infiziert waren, freiwillig als ‚Versuchskaninchen‘ in rigorosen Experimenten dienten, um festzustellen, wie lange und wie gut kranke Männer kämpfen können.“ (Hervorhebung pd) Fairley wurde mit weiteren fachlichen Auszeichnungen und höchsten britischen Orden bedacht, 1941 zum Mitglied der Royal Society berufen und war für einen Nobelpreis vorgeschlagen.


Offiziere mit Palette oder Kamera: Nora Heysen (Fotro: R. K. Monro), Ronald Noel Keam (Fotograf unbekannt). Quelle: AWM Nr. 062802, 057008.

Dunera.de dankt David Fry herzlich. Er schickte uns den Artikel aus „The Age“ und regte diesen Artikel an.

Fußnoten

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  • [1]Gary Hughes, Gerard Ryle in „The Age“, Melbourne, 19.4.1999. Am 18.4.2019 in der Online-Rubrik „From the Archives“  der Schwesterzeitung „The Sydney Morning Herald“, abgerufen am 28.4.2024.
  • [2]Der ANZAC Day (Australian and New Zealand Army Corps) erinnert an die erste gemeinsame Militäraktion von Soldaten beider Länder und Tongas im 1. Weltkrieg. Sie landeten am 25. April 1915 auf der türkischen Halbinsel Gallipoli. Unter den mehr als 130.000 Opfern beider Seiten der neunmonatigen erfolglosen Schlacht um den Brückenkopf waren 8.709 Australier und 2.701 Neuseeländer. Vgl. Wikipedia über den Anzac Day und die Schlacht von Gallipoli, abgerufen am 10.5.1924.
  • [3]Wikipedia über Malaria, abgerufen am 10.5.2024.
  • [4]Wikipedia über Chinin, das bis 1940 als einzig wirksames Mittel gegen Malaria bekannt war, abgerufen am 28.4.2024.
  • [5]Vgl. Wikipedia über Neil Hamilton Fairley (englisch),  abgerufen am 28.4.2024.
  • [6]Wikipedia über Neil Hamilton Fairley (deutsch), abgerufen am 12.5.2024.
  • [7]Interview mit Ernst Günther Solomon in „Ein Leben zwischen den Welten“ von Manfred Brusten, Zeitschrift für Australienstudien 11/1997 Seite 81, abgerufen am 12.5.2024.
  • [8]Gemeint ist hier sicher das Medikament Paludrine mit dem Wirkstoff Proguanil.
  • [9]Wikipedia über Mecaprin, das 1930 in Deutschland als Mittel zur Malaria-Prophylaxe entwickelt wurde und als Atebrin oder Quinacrine auf den Markt kam. Es ist heute nicht mehr als Arzneimittel zugelassen, abgerufen am 28.4.2024.
  • [10]Honor for Guinea Pigs“, The Bairnsdale Advertiser, 17. Januar 1947, NLA Trove, abgerufen am 28.4.2024.
  • [11]Vgl. Tony Sweeney, „Malaria Frontline: Australian Army research during World War II“, Melbourne 2003, ISBN 0522850332, Kapitel21 „Guinea Pigs“, Seiten 223ff.
  • [12]Blackburn am 6. Juli 1945 an Fairley, zit.n. Sweeney aao, Seite 224.
  • [13]Wikipedia über Chloroqion, das ebenfalls in Deutschland entwickelt wurde, abgerufen am 28.4.2024.
  • [14]Aufruf „Freiwillige für Malaria-Experiment“ in Tagesbefehl Nr. 47/44 vom 31.10.1944, Kriegstagebuch der 8th Employment Company Band 9,  in AWM52 22-1-17-9, Seite 115.
  • [15]Aufruf „Freiwillige erforderlich für Malaria-Experiment“ in den Tagesbefehlen Nr. 6/45 vom 5.3.1945 und vom 19.7.1945 , Kriegstagebuch der 8th Employment Company Band 10, in AWM52 22-1-17-10, Seiten 8 und 112.
  • [16]Vgl. Aktennotiz des General-Adjutanten für das australische Parlament, 29.3.1946. National Archives of Australia (NAA), NAA-ItemNumber4938132, Blatt 28, Ziffer d.
  • [17]National Government, Department of Veteran’s Affairs, DVA’s Nominal Rolls,  abgerufen am 12.5.2024.
  • [18]National Archives of Australia, NAA, record search.
  • [19]Siehe auch Interview mit Ernst Günther Solomon, aao.
  • [20]Vgl. Biografie von Major Robert McCulloch der Roseworthy Campus Association.
  • [21]Sweeney aao, Seite 272ff.
  • [22]Georgina Kenyon in der Medizin-Fachzeitschrift BMJ (British Medical Journal) am 8. Mai 1999, National Library of Medicine (USA), abgerufen am 28.4.2024.
  • [23]Vgl. Sweeney, aao, Seite 225.
  • [24]Australian Women’s Weekly vom 1. Juli 194, Seite 12, zit.n. Sweeny aao.
  • [25]Georgina Kenyon aao.
  • [26]„The Age“, Editorial vom 20.4.1999, „War Experiments Shame Australia“, zit.n. Sweeny aao Seite 262.
  • [27]Vgl. Nomenklatur der Dienstränge der australischen Armee, abgerufen am 12.5.2024.
  • [28]Vgl. „The Bairnsdale Advertiser“ aao.
  • [29]Nora Heysen (1911 – 2003) war die erste Frau unter den „offiziellen Künstlern“ der Armee im Hauptmanns-Rang; Biografie des AWM, abgerufen am 31.5.2024.
  • [30]Ronald Noel Keam (1918 - 1993) war ein Fotograf, der zuletzt als Leutnant Dienst in der Sektion für Militärgeschichte der australischen Armee tat. Biografie des AWM, abgerufen am 31.5.2024.

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