Dunera

Die 8th Employment Company (1)

Anfang 1942 wurde die wirtschaftliche Situation in Australien prekär: 100.000 Männer waren zum Militär eingezogen worden, sie fehlten in der Wirtschaft. Die Personal-Lücken vor allem im Transport- und Bauwesen mussten gefüllt werden. Australiens Regierung war gezwungen, nun auch nicht naturalisierte Einwanderer und „enemy aliens“ einzusetzen. Den Internierten der Dunera und Queen Mary wurde die australische Staatsbürgerschaft versprochen, wenn sie sich im Sinne der Kriegsziele nützlich machten. Sicher war der Militärdienst mit der Erwartung verbunden, der Isolierung in den Internierten-Camps von Tatura zu entgehen. Der Dienst an der Waffe wurde jedoch weder den Internierten noch den Migranten gestattet. Die 8th Australian Employment Company war eine ganz besondere Arbeitseinheit.

Peter Dehn, Juni 2026

… jeder Mensch in diesem Land …

1938 hatte sich Australiens Vertreter Thomas Walter White auf der Evian-Konferenz über den Umgang mit jüdischen Flüchtlingen so hervorgetan: „Da wir kein wirkliches Rassenproblem haben, sind wir nicht gewillt, uns eines zu importieren.“ Angesichts der neuen Situation hieß es nicht mehr „Unsere Bevölkerung ist zu 99,1 % britischer Nationalität[1] Zitat aus einer Wahlkampfrede von Joseph Lyons am 28. September 1937. und das soll auch so bleiben“.

Der kommunistische Politiker Richard Dixon[2] Richard Dixon „Immigration and the 'White Australia Policy'“, Sydney 1945. Abgerufen am 12.5.2026. bezeichnete 1945 die 1901 in Australien eingeführte „White Australia Policy[3] Der „Immigration Restriction Act“ war eines der ersten Gesetze, das 1901 vom neuen Parlament beschlossen und erst 1975 außer Kraft gesetzt wurde. Siehe u.a. National Archives of Australia, National Museum of Australia. Wikipedia über die „White Australia Policy“. Abgerufen am 15.3.2026.“ als eine andere Version von Hitlers Rassentheorie, die sich in Australien gegen Inder, Chinesen und Indonesier richte, die im Zweiten Weltkrieg Verbündete Australiens waren. Churchill hatte Flüchtlinge, die vor der Verfolgung der Nazis geflüchtet waren – also natürliche Verbündete der Alliierten im Kampf gegen Hitler – Mitte 1940 ins Visier von Masseninternierungen und -deportationen genommen.

Kriegsbedingte Abstriche an der „White Australia Policy“

Die Bombardierung Darwins am 19. Februar 1942. Quelle: Wikipedia (piblic domain).

Die japanischen Angriffe auf Pearl Harbor[4] Japan trat mit dem Angriff auf Pearl Harbor am 7.12.1941 in den Krieg ein, abgerufen am 25.8.2025. im Dezember 1941 und Darwin[5] Wikipedia über die Luftangriffe auf Australien, abgerufen am 25.8.2025. am 19. Februar 1942 lösten in Australien eine Massenmobilisierung[6] Bartrop, Paul „‘Enemy Aliens‘ and the Formation auf Australia’s 8th Employment Company“. In „Manpower and the Armies of the British Empire in the Two World Wars“, 2021, ISBN 9781501755866, Seite 134ff. von 100.000 Soldaten aus. In der Folge war didie 8the australische Regierung gezwungen, die mit der „White Australia Policy“ verbundene Xenophobie und Rassismus hintan zu stellen, um die dadurch fehlenden Arbeitskräfte zu ersetzen. Auch der Wechsel der Regierung zur Labor Party mag zu diesem Politikwechsel beigetragen haben. Premierminister John Curtin[7] Zit.n. June Factor „Soldiers and Aliens“, Melbourne 2022, ISBN 9780522878585, Seite 34. (Labor Party) stellte im Februar 1942 die neue Strategie heraus:

„Das bedeutet ganz klar und deutlich, dass jeder Mensch in diesem Land nun – ob es ihm oder ihr gefällt oder nicht – im Dienst der Regierung steht, um in der Verteidigung Australiens zu arbeiten …“

„Jeder Mensch in diesem Land“ – das schloss die Mobilisierung von „non-British subjects“ ein. Zehntausende Männer im wehrfähigen Alter, Internierte wie Migranten, ungeachtet ihrer Herkunft, Religion und Rasse waren nun gut genug, zur Verteidigung des Landes beizutragen. Solange sie keine Waffen in die Hände bekamen.

15.000 Mann in Arbeitskompanien

Die australische Armee richtete 39 Arbeitseinheiten ein. Elf Kompanien[8] Vgl. „Works / Labour / Empoyment Company/ies“, Virtual War Memorial Australia. Abgerufen am 12.5.2026. waren ganz oder zum Teil mit „aliens“ – Internierten oder Australiern mit Wurzeln in Feindstaaten – besetzt. Diese Ausländer-Kompanien wurden nach Sprachgruppen organisiert und operierten in festgelegten Bundesstaaten. Zunächst wurden sie als „Works Companies“ oder „Labour Companies“ bezeichnet und erreichten eine Stärke von zusammen bis zu 15.000 Mann[9] June Factor „Forgotten Soldiers: Aliens in the Australian Army’s Employment Companies During Word War II“, Seite 1, online. Abgerufen am 15.5.2026..

Die 2.und 3. Kompanie waren in New South Wales stationiert. In der 3. dienten auch deutsche Flüchtlinge.
Die 4., 6. und 8. Kompanien mit deutschsprachiger Besetzung arbeiteten in Victoria.
Die chinesische 7. Kompanie wurde in Fremantle (West Australia) aufgebaut und später nach Queensland verlegt.
Die 10. Kompanie in South Australia war offiziell keine „Alien“-Einheit, hatte aber ein „signifikantes ausländisches Element“.
Die 11. Kompanie wurde nach kurzer Zeit der 12. angegliedert.
Die 12. Kompanie, ebenfalls mit deutschsprachigem Personal, wurde von Western Australia nach den Northern Territories verlegt.
In die 23. Kompanie wurden „Koepangoese“ aufgenommen – Migranten aus der damals holländischen Kolonie Westtimor (heute ein Teil Indonesiens).
Die 36. Kompanie umfasste Indonesier, die in Australien oft nach der dort größten Volksgruppe als „Javanese“ bezeichnet wurden.

Unter Federführung des Allied Works Council[10] Wikipedia über das AWC. Abgerufen am 15.5.2026. (AWC) wurden ab 1943 vor allem italienische Internierte in das Civil Alien Corps (CAC) aufgenommen. Bis zur Auflösung im Mai 1945 arbeiteten dort 1.671 von 15.601 offiziell registrierten „aliens“ im Straßenbau und Forstwesen in Western Australia[11] Civil Alien Corps records held in Perth; NAA Fact Sheet no. 182. Abgerufen am 13.5.2026.. Dem AWC unterstand auch das Civil Constructional Corps[12] Wikipedia über das Civil Constructional Corps. Abgerufen am 20.4.2026. (CCC), dessen 53.500 freiwillige oder eingezogene Australier in ganz Australien Flugplätze, Flakstellungen, Baracken und andere militärische Einrichtungen bauten.

Major Layton setzt sich durch

Die Zahl der deportierten Flüchtlinge in Internierungslagern war inzwischen erheblich gesunken: Bis Anfang 1942 waren um 1.300 Männer[13] Memorandum für das australische Kabinett vom 23.2.1944, Zit. n. Bartrop/Eisen „The Dunera Affair“, Melbourne 1990, ISBN 1 86337 025-0., Seite 127. der Dunera nach Großbritannien gebracht worden, um in unbewaffneten Pioniereinheiten zu dienen oder andere kriegswichtige Aufgaben zu erfüllen. Einige reisten weiter nach Drittstaaten wie die USA und Palästina. Major Julian Layton, der mit der Abwicklung der Lager in Australien beauftragt war, hatte sich nach seinem Eintreffen im März 1941 dafür stark gemacht.

Inzwischen war klar, dass die Internierungen enden würden. Hunderte noch verbliebener Internierter wurden im Januar 1942 als Obstpflücker[14] Zit.n. Bartrop „‘Enemy Aliens‘ aao., Seite 139. auf Farmen in der Region um Tatura und das benachbarte Shepparton eingesetzt. „Es gab keinen Stacheldraht, keine Wachen, keine Offiziere und Soldaten, nichts als Freundlichkeit und wir fühlten uns als wären wir ihre Gäste … Um es kurz zu machen: Wir waren glücklich“.

Etwa gleichzeitig setzte Layton bei der australischen Regierung durch, dass Internierte für die australische Armee angenommen würden. „Schließlich wurde nach vielen anstrengenden Gesprächen und Verhandlungen eine Einigung erzielt“, erinnerte sich Layton[15] Interview mit J. Layton, als Audio im Imperial War Museum, London. Zit. nach Bartrop/Eisen aao., Seite 124. und ergänzte: Australien konnte sich diesem Vorschlag nicht wirklich verschließen; es war ja bekannt, dass viele „aliens“ – und nicht nur Deutsche – im britischen Auxiliary Military Pioneer Corps (A.M.P.C.) dienten. Einige meldeten sich später freiwillig für die kämpfende Truppe und wurden angenommen. Das „No.10 (Inter-Allied) Commando“ bestand komplett aus „enemy aliens“; in dessen No. 3 Troop („X Commando“ genannt), dienten mehr als 80 Deutschsprachige, darunter neun ehemalige Dunera Boys.

Verlockende Staatsbürgerschaft

„Es meldeten sich alle, auch die über 60jährigen wurden ganz offiziell angehalten, ihr Alter als nicht über ca. 40 Jahre anzugeben“, erinnerte sich der Queen Mary-Internierte Franz Lebrecht: „Gemeldet haben sich jedoch die wenigsten aus Begeisterung, hauptsächlich meldeten sie sich aus dem Grunde, weil sie eine Chance, freizukommen, hatten“, setzte er fort[16] Lebrecht, Franz, „Bericht über Erlebnisse während der Zeit des Dritten Reiches, - u.a. aus 4 Konzentrationslagern“ vom 10. April 1960, Wiener Library, London, Seite 26..

Den Internierten kam die Ankündigung sehr entgegen, ihr Dienst würde mit der australischen Staatsbürgerschaft oder einer permanenten Aufenthaltserlaubnis belohnt. Ein Briefing für eine Rede des australischen Verteidigungsministers im Jahre 1946 stellt zudem einen freiwilligen Zwang[17] Vgl. Aktennotiz des General-Adjudanten für das australische Parlament, 29.3.1946. NAA_ItemNumber4938132, Blatt 28, Ziffer d. in Zusammenhang:

„Aufgrund von Transportschwierigkeiten war eine Rückkehr nach Großbritannien nicht möglich, so dass den in Australien festgehaltenen ausländischen Flüchtlingen gestattet wurde, sich freiwillig zum Dienst in den AMF[18] Wikipedia über die Australian Military Forces (AMF), abgerufen am 30.3.2026. Abgerufen am 15.4.2026. melden. Diejenigen, die medizinisch diensttauglich waren, wurden eingezogen und der 8. Employment Coy zugeteilt. Feindliche Ausländer, die nicht als Flüchtlinge klassifiziert werden konnten, durften sich nicht melden.“

Viele von den Briten nach Australien abgeschobene Internierte hätten gerne mit der Waffe an der Seite der Alliierten gekämpft. „Ich selbst, der ich mich bereits während der Internierung mit noch ca. 3 Mann freiwillig an die Front gemeldet hatte, sagte mit bitterer Ironie: ‚We are defending the 70th defense line[19] Lebrecht aao, Seite 27.‘“.

Noch drastischer formulierte es Heinz Werner Margulies[20] Heinz Werner Margulies (Margate); Memoiren „The Bear to the Southern Cross“, Kapitel 14, zitiert nach Dunera News Nr. 97 vom Juni 2016, Seite 22. rückblickend:

„Obwohl man mir erlaubt hatte, mich bei der australischen Armee zu melden, wollte man mich nicht in eine Kampfeinheit aufnehmen – zu meinem eigenen Besten, wie man mir sagte. Ich wollte eigentlich nach Norden, nach Papua-Neuguinea, aber sie waren der Meinung, dass man mir als Deutschem in meiner Einheit möglicherweise nicht voll und ganz vertrauen würde, was den Zusammenhalt der Einheit beeinträchtigen und möglicherweise auch meine Sicherheit gefährden könnte. Wenn mir etwas zustoßen würde, wüsste niemand, ob es eine Kugel des Feindes oder eine aus meiner eigenen Einheit war!“

„Ein frei gewähltes, neues Leben nimmt seinen Anfang“

Nachdem Major Layton[21] „Julian Layton, Stockbroker and Soldier“ in K. Inglis, B. Gammage, S. Spark, J. Winter, C. Bunyan „Dunera Lives – Profiles“, Melbourne 2020, ISBN 9781925835659, Seite 41. die Aufnahme von Ex-Internierten in die australische Armee durchgesetzt hatte, organisierte er, dass rund 400 Internierte vom Lager Tatura nach Melbourne gebracht wurden, um sich als Freiwillige einzuschreiben. Am 7. April 1940 erschien er selbst dort. „Die Männer wirkten etwas verwirrt“, schrieb er. Sie seien sich aber sehr wohl bewusst gewesen, dass sie kurz vor den Toren der Freiheit standen.

Dunera Boy Klaus Wilczynski[22] Klaus Wilczynski, „Das Gefangenenschiff“, Berlin 2001, ISBN 5-89793-044-7, Seite 293. notiert:

„Auf einem eingegitterten fernen Sportplatz begann mein Leben als Internierter., auf einen Rennsportplatz endet es endgültig, unwiderruflich, und ein frei gewähltes, neues Leben nimmt seinen Anfang.“

Harry Jay fotografierte diese Situation möglicherweise 1945. Quelle: Sammlung Friedländer.

Dem Aufruf zum freiwilligen Dienst in der australischen Armee folgten im Laufe der Zeit mehr als 500 Internierte[23] Eigene Recherche von dunera.de in den Personal- und Militärakten der Internierten im National Archives of Australia und der „Nominal Rolls“ des -Department of Veterans’ Affairs (DVA) der australischen Regierung. Vgl. Aktennotiz für das australische Kabinett 23.2.1944, in Bartrop/Eisen aao., Seite 127. Dort ist von 549 Armeeeintritten und 474 weiterlaufenden Internierungen die Rede. Abgerufen am 20.5.2026. der Dunera und der Queen Mary. Von den Überlebenden der Arandora Star hatten sich 22 Deutschsprachige und ein Italiener gemeldet. Hinzu kamen 49 Deutsche und Österreicher und sechs Italiener der Queen Mary-Gruppe. Darüberhinaus wurden nur einzelne andere Flüchtlinge dauerhaft aufgenommen, bekannt ist Ernst Friedlich.

Für die aus Singapur deportierten Familien hatte die freiwillige Meldung zur Armee einen greifbaren weiteren Vorteil: Ihre Frauen und Kinder wurden kurz nach dem Dienstantritt der Ehemänner „auf Bewährung entlassen“ („released on parole“). Dieser offizielle Vermerk assoziiert allerdings behördliches Misstrauen und findet sich sogar in den Papieren von Säuglingen und Schulkindern. Die meisten Familien ließen sich in Melbourne nieder, um ihren Ehepartnern nahe zu sein.

Von den acht Männern der „Shanghai 12“ hatten sich fünf ebenfalls freiwillig gemeldet. Sie waren nie interniert; eingezogen wurden sie in die 4th, 6th bzw. 12th Employment Company.

Die 8th Australian Employment Company

Die ehemaligen Internierten wurden in einer eigens für sie eingerichteten Einheit zusammengefasst. Deren Geschichte begann als „8th Labour Company[24] Kriegstagebuch der 8. Australian Employment Company, 1/2.“ am 7. April 1942 mit 453 Soldaten. Die Zusammensetzung verweist auf die Schwierigkeit, eine solch bunte Truppe zu einem Ganzen zu formieren. Die Historikerin June Factor beschreibt das Besondere[25] June Factor „Soldiers and Aliens“ aao., Klappentext., dass sich in vielen Arbeitskompanien – am Stärksten in der 8AEC – widerspiegelte:

„Gelehrte und Bauern, Musiker und Fabrikarbeiter, Kommunisten und Royalisten, Juden und Katholiken, Animisten und Atheisten – sie alle mussten unter den strengen Vorschriften der Armee schuften, lebten in Zehnergruppen in Zelten und Hütten, be- und entluden Züge, arbeiteten auf den Kais, fällten Bäume und transportierten Güter.“

„Arbeiten und arbeiten“ – die Heraldik schuf Pte Emil Wittenberg. Mit freundlicher Genehmigung von Martin F. Burman.

Erste Arbeitsaufgaben

Am ersten Tag hatte ihr Kommandeur Captain Edward Renata Muhunga Broughton allen Soldaten Ausgang gewährt – ein kurzes Atemholen. Denn sofort wurden sie für allgemeine Arbeiten im Camp eingesetzt. „Zwei Tage nach der Aufstellung der 8th Labour Company wurden Arbeitstrupps für Einsätze außerhalb des Lagers entsandt – drei Unteroffiziere und 124 Mannschaften[26] Kriegstagebuch aao., 1/2. wurden mit dem Ausheben von Schützengräben, dem Verladen von Sackleinen und Gemischtwaren beschäftigt.“

Ein nicht namentlich genannter Soldat berichtet: „Wir heben Schützengräben aus. Wir arbeiten nur 30 Minuten in einer Stunde und innerhalb dieser 30 Minuten machen wir es uns leicht“, schrieb er an den „Boomerang[27] „Boomerang“ Nr.31 vom Mai 1942; Lagerzeitung im Tatura Camp 2. Zit. nach Bartrop/Eisen aao., Seite 364.“, die Zeitschrift seines ehemaligen Internierungslagers.

Bereits am 13. April arbeiteten mehr als 250 Mann außerhalb des Lagers[28] Kriegstagebuch aao., 1/2.. „Nachts wurden mehrfach Arbeitsgruppen aufgestellt, um Schiffe in den Victoria Docks zu entladen.“ Der Hafen von Melbourne wurde zu einem der regelmäßigen Einsatzorte.

Leutnants und Unteroffiziere

Captain Broughton unterstanden zunächst vier Leutnants. Alle hatten bereits im 1. Weltkrieg gedient, einige hatten u.a. in Frankreich gekämpft. Zur Einheit gehörten am Beginn drei australische Sergeants, binnen kurzem wurden weitere neun NCOs (Non-Commissioned Officer; Unteroffiziere) zugeteilt. Auch sie waren remobilisierte Veteranen des 1. Weltkrieges und also über 40 Jahre alt. Mit ihnen ging Broughton rückblickend hart ins Gericht[29] Zit.n. „Dunera Lives – Profiles“, aao., Seite 10.: „Die Hälfte von ihnen hätte nicht einmal ein Taschenbuch hochheben können, und die andere Hälfte hätte es fallen lassen. … Aber sie alle konnten Befehle erteilen, denen ohnehin niemand Folge leistete.“

Freie Planstellen waren in größerem Umfang zu besetzen, Personalschlüssel einzuhalten. Aber auch aus psychologischen Gründen bezog Broughton von Anfang an „aliens“ in die Struktur der Einheit ein. Schon am 11. Mai 1942 wurden Paul Allert, Bruno Friedländer, Bruno Kluger und Alfred Lewinsky als erste Ex-Internierte zu Lance Corporals[30] Kriegstagebuch aao., 1/17, 1/75, 3/46. befördert. Ab Ende August taten mehr als 20 „aliens“ Dienst als NCOs.

Der endgültige Name

Der Standort der Kompanie wurde am 17. Juni 1942 vom Royal Park im Vorort Caulfield zum Camp Pell nach Parkville näher zum Zentrum und Hafen Melbournes verlegt. Am 8. Oktober 1942 bekam die Einheit ihre endgültige Bezeichnung: 8th Australian Employment Company[31] Kriegstagebuch aao., 2/105.. Am 26. Dezember 1942 bestand die 8AEC aus sechs Offizieren und 531 Mann.

Blick uf einen Teil von Camp Pell. Argus Newspaper Collection, State Library of Victoria.

Eine ganz besondere Truppe

Captain Broughton bekam es mit einer ganz besonderen Truppe zu tun, jedoch gelang es dem Halb-Maori und Veteranen der Schlacht von Gallipoli, sich Respekt, Hochachtung und Dankbarkeit „seiner“ Untergebenen zu erwerben.

Jüdische Mehrheit

Ein wichtiger Aspekt war Broughtons Respekt gegenüber der jüdischen Mehrheit unter seinem Kommando. Er informierte sich über die Grundlagen und Bräuche des Judentums. Er ermöglichte die Teilnahme gläubiger Soldaten an Gottesdiensten, soweit die Aufgaben der Einheit nicht behindert würden. Christliche Soldaten[32] Kriegstagebuch aao., 2/134. hatten gleiche Rechte. Am 21. Mai 1942 kündigte der Tagesbefehl z.B. jüdische Gottesdienste in der Synagoge Toorak an. Jüdischen Soldaten, die keinen Kontakt zu australischen Familien hatten, sicherte er anlässlich von Seder ein Pfund Matze[33] Kriegstagebuch aao., 5/33. [Mazzoth] zu. U.a. am 23. Mai 1940 informierte der Tagesbefehl über Messen von vier christlichen Religionen. Broughton achtete sehr darauf, dass die Soldaten nicht von Freiheiten[34] Kriegstagebuch aao., 1/28, 1/30. profitierten, die Angehörigen beider Religionen eingeräumt wurden.

Nebenbei lernte „Tip“ Broughton, im Jargon auch „Skipper“ genannt, deutsch. Gelegentlich hielt er sogar Reden in deutscher Sprache, wobei ihn ein Unteroffizier durch eingeflüsterte Korrekturen[35] Zit.n. „Dunera Lives – Profiles“, aao., Seite 13. unterstützte.

Eine weitere Besonderheit der 8AEC waren die vielfältigen beruflichen Kompetenzen – insbesondere im intellektuellen Bereich, aber auch im Handwerk. Ebenso breit war die Spannweite des Alters der Soldaten, die 18- bis fast 60jährige umfasste.

Das Weihnachtsmenü der Delegation von 1943 (links) und das Pessach-Menü von 1944, beides für die Tocumwal-Abordnung. Mit freundlicher Genehmigung des Jüdischen Museums von Australien, Signaturen 3646 und 4148.

Militärischer Alltag

Seinen Tagesbefehlen stellte Captain Broughton jeweils den Tagesablauf[36] Kriegstagebuch aao., 2/49. Die Angaben hier sind beispielhaft und wurden mehrfach geändert. im Camp Pell voran:

Wecken0530 UhrAbendessen1730 Uhr
Frühstück0630 UhrStubenruhe Beginn2130 Uhr
Krankmeldungen0730 UhrStubenruhe Ende2200 Uhr
Mittagsmahl1200 UhrLicht aus2215 Uhr

Täglich waren Wachdienste zu besetzen. Dafür wurden zunächst ein Leutnant und zwei australische Unteroffiziere eingesetzt. Schon am 10. April beförderte Broughton 10 Soldaten zu Corporals. Namen der Beförderten wurden in den Tagesbefehlen bekannt gemacht, die jedoch erst ab dem 14. Juli 1942 ausgegeben wurden. Ab Oktober 1942 wurde diese Aufgabe gelegentlich zwei „alien“-NCOs ohne australische „Aufsicht“ anvertraut. Beim späteren Außenkommando in Albury leitete ein „alien“-NCO den Wachdienst mit sechs „Privates“ – einfachen Soldaten.

Kleiderordnung und …

Dass eine Armee Wert auf die Kleiderordnung legt, ist bekannt. Manch ein Soldat handelte sich eine Strafe vom „Skipper“ ein, weil ihn die Militärpolizei in der Stadt mit unvorschriftsmäßiger Unform erwischte. Mehrfach gab Broughton deutliche Fingerzeige zur Kleiderordnung[37] Kriegstagebuch aao., 2/22. – auch was das korrekte Tragen des „Slouch Hat“ betrifft, der legendären Kopfbedeckung der Armeen von Australien und Neuseeland.

„Die Angehörigen dieser Kompanie werden erneut davor gewarnt, mit aufgeknöpften Jacken und falsch aufgesetzten Mützen auf den Straßen herumzulaufen. Sollte diese Praxis anhalten, wird dies nicht nur disziplinarische Maßnahmen nach sich ziehen, sondern auch ein schlechtes Licht auf die gesamte 8th Labour Company werfen.“

Die Kokarde, am slouch hat anzubringen – aber wie? Quelle: Sammlung Friedländer.

… geschmeidiges Leder

Aussenstehenden erscheint die offizielle Anweisung des Oberkommandos zum Einlaufen von Stiefeln[38] Befehl Vic L of C, R/O 122/42 in Kriegstagebuch aao., 1/60. amüsant, die Broughton weitergab

„Nach sorgfältiger Anpassung sollte der Mann etwa 20 Minuten lang in etwa 7,5 cm tiefem Wasser stehen bleiben, oder bis das Leder vollständig durchnässt und geschmeidig ist und sich leicht dehnen lässt …“

Freizeitgestaltung

Nach Jahren hinter Gittern war die Stationierung in der Großstadt Melbourne für alle Soldaten eine Eröffnung. „Das Militärleben ist kein Vergnügen, aber ich kann mir Schlimmeres vorstellen“, zitiert der Historiker Paul R. Bartrop[39] Bartrop „Enemy Aliens“ aao., Seite 142. einen Soldaten.

Die Warenhauskette Myer betrieb im Zentrum Melbournes den Club „Dug-Out“ für Soldaten, den Charles William Bush im März 1943 malte: Quelle: Australian War Memorial Nr. ART23689 (public domain).

Mit Begeisterung berichteten viele, dass sie wieder in Konzerte gehen und Filme sehen konnten. Man besuchte Bars, lernte Frauen kennen, traf sich im Militärclub „Dug-Out[40] Das „Dug-Out“ war ein Club für alliiertes Militär im Zentrum Melbournes.“ oder einer anderen Lokalität zum Tanzen.

Die Army organisierte Vorträge, Konzerte und Filmabende, gelegentlich traten „mobile entertainment“ Gruppen der Armee mit Unterhaltungsprogrammen im Camp Pell auf. Am 13. Dezember 1942 wurde die 8AEC zu einem Gesangsabend mit dem Tenor und Kameraden aus Internierung und Armee Erich (Eric) Liffmann[41] Kriegstagebuch aao., 3/64.Der Tenor Erich Liffmann diente vom 8.8.1942 bis 7.2.1946 als einfacher Soldat in der 8th Employment Company; Captain Broughton gab ihm die Möglichkeit, auch außerhalb des Militärs aufzutreten. eingeladen.

Im Oktober 1942 empfahl der „Skipper“ dienstfreien Soldaten mit Nachdruck einen Lichtbildervortrag der Bildungsabteilung zum Thema „Die Rote Armee und das russische Volk[42] Kriegstagebuch aao., 2/111, 2/112, 2/114.“. „Der Kommandeur wünscht die Teilnahme so vieler Männer dieser Einheit wie möglich an dieser Veranstaltung, die von großer Aktualität für alle ist.“ Am folgenden Tag teilt Broughton mit, dass alle Urlaubsscheine kassiert sind; „die gesamte Kompanie“ musste um 19.15 Uhr antreten und zur Kantine marschieren, um diesem Vortrag beizuwohnen. Mit einer Vortragsreihe über Neuseeland[43] Kriegstagebuch aao., 4/68. profilierte sich Broughton selbst als Referent.

Ein Jahr nach der Gründung[44] Kriegstagebuch aao., 5/48. dienten in der Achten sieben Offiziere und 511 andere Ränge in der 8th Employment Company.

Employment, entertainment oder enjoyment?

Die Wochenzeitung „Radio News“ feierte Erich Liffmann für ein Hörfunk-Konzert im Mai 1942. Quelle: Wikipedia.

Das hohe intellektuelle Potenzial vieler Ausländer-Kompanien ermöglichte eigene künstlerische Aktivitäten. In der 8th Australian Employment Company war das – in Fortsetzung der Aktivitäten während der Internierung – besonders ausgeprägt. Captain Broughton ermöglichte vielen seiner jungen Soldaten Fernstudien und stellte sie für Pflichttermine und Prüfungen frei. Bei vielen Gelegenheiten präsentierten sich die zahlreichen Musiker und Künstler unter den Soldaten mit Konzerten und Theaterabenden den Einwohnern ihrer Einsatzorte. Bisweilen wurde selbstironisch geulkt, man diene in der „8th Entertainment Company“.

Ein herausragendes Beispiel für Broughtons Unterstützung war der Tenor Erich Liffmann[45] „Radio Times“, Melbourne, 17. bis 23. Mai 1942, zit. n. Wikipedia über Liffmann, abgerufen am 20.4.2026.. Er konnte im Mai 1942 im Radio singen, „eine Sensation vom ersten Ton an“, schrieb eine Zeitung und vermerkte ausdrücklich, er sei Soldat des „8th Labor Battalion“. Liffmann konnte sich, neben den Pflichten in der Armee, für eine Nachkriegskarriere in Melbournes Musikwelt empfehlen. Die euphorischen Rezensionen erleichterten es Broughton, Sonderurlaube für Veranstaltungen zu genehmigen. „Durch seine Auftritte trug er dazu bei, Tausende von Pfund für die Kriegsanstrengungen und damit verbundene Wohltätigkeitsorganisationen zu sammeln.“

Die Soldaten waren solidarisch und spendenfreudig[46] Kriegstagebuch aao., 7/71, 7/105, 8/50 und 8/38.. Der C.O. dankte die Beteiligung an einer Kriegsanleihe, deren Aufkommen von 1000 auf 1120 Pfund gestiegen war. Broughton zitierte ein Dankschreiben „für die großartige Show“, mit der die Einheit in Tocumwal die Sammlung für die Kriegsanleihe unterstützt hatte. Die Tocumwal-Truppe sammelte für einen verletzen Eisenbahner 45 Pfund, teilte eine Gewerkschafts-Veröffentlichung dankend mit. Im Februar 1944 unterstützten 72 Mann des Detachments Camp Pell den Kampf gegen Buschfeuer in Yallourn zu unterstützen und reparierten u.a. Spuren von Kohlebaggern.

Am 12. März 1943 dankte der C.O. „dem Orchester der 8 Aust Employment Coy für das ausgezeichnete Programm zur Eröffnung der CWO Baracke am Dienstagabend.“ Bemerkenswert: Jüdische Musiker konzertierten zur Eröffnung einer Kapelle der Catholic Welfare Organisation[47] Kriegstagebuch aao., 5/16. Siehe auch „St Anne’s Park Orchards – The Church that Travelled“. Abgerufen am 20.5.2026. (CWO) im Camp Pell auf.

Schneewittchen an der Ladestrasse

Das wichtigste Ereignis im kulturellen Leben der Einheit war die Aufführung von „Sgt. Snow White“. Sergeant Kurt „Doc“ Sternberg hatte die satirische antifaschistische Musikrevue aus Teilen von Aufführungen in Hay und Tatura und neuem Material entwickelt. Soldaten schrieben Songs, stellten Dekorationen und Kostüme her. Natürlich standen Soldaten auf der Bühne; Liffmann spielte die Hauptrolle des Prince Charming. Aus Anlass des einjährigen Bestehens der 8AEC hatte das Stück am 17. April 1943 Premiere im Melbourner Union Theatre und weitere Aufführungen. Es wurde in Melbournes Presse als wegweisendes Theaterkonzept gefeiert und es folgten Wiederholungen.

Die Satire nimmt Bezug auf Exil, Internierung und Armeedienst. So ist im Dialog u.a. von der „8th Enjoyment Company[48] Dr. Albrecht Dümling, Die verschwundenen Musiker, Weimar 2011, ISBN 978-3-412-20666-6, Seite 246.“ die Rede, was natürlich sofort korrigiert wird. Der „Skipper“ hatte die Vorbereitungen und Durchführung unterstützt und scheute sich nicht vor einem kleinen Cameo-Auftritt[49] Inglis, Spark et al. „Dunera Lives. Profiles“, Melbourne 2020, Seite 13..

Einen großen Bildbericht über „Sgt. Snow White“ brachte das „Pix Magazine“ im Juni 1943. Die Fotos stammen von Dunera Boy Harry Jay, der sich später als Theaterfotograf in Melbourne einen Namen machte. Quelle: Trove Archive, Australien.

Den Song „Sounds of Europe“ hatte Sergeant Sigurd Lohde auf der Bühne vorgetragen. Das Kriegstagebuch vermerkt am 12. August 1943[50] Kriegstagebuch aao., 6/79.: „Sgt. Baer und Pte Hochberger gewinnen den 1. Preis im Wettbewerb der ABC für Musik und Texte“. Der Musikhistoriker Albrecht Dümling ergänzt. „Die Preisrichter waren überrascht, dass nicht australische Soldaten, sondern zwei Ausländer dieses Lied geschaffen hatten. Sie strahlten es landesweit über den Rundfunk aus, verzichteten aber auf eine Drucklegung[51] Dümling aao., Seite 253..“

Vom 27. August bis zum 10. September 1943 musste sich Captain Broughton ins Krankenhaus begeben. Er erhielt von „seinen“ Männern viele telegrafische Genesungswünsche. Ihn vertrat Captain Walker[52] Kriegstagebuch aao., 4/82., C.O. der 4. AEC in Albury.

Albury und Tocumwal

Am 5. September 1942 wurde erstmals eine Abteilung der 8AEC nach Albury abgeordnet: Leutnant Latter und 116 Mann waren dort bis zum 10. Dezember der 4. Labour Company unterstellt. Weitere 16 Mann unter Leutnant Hockenhull verließen Melbourne am 16. September 1942, um sich in Tocumwal[53] Kriegstagebuch aao., 2/46f. (New South Wales) der 6. Labour Company zu unterstellen.

Unterschiedliche Spurweiten

Die Bahnhöfe beider Orte wurden neben dem Melbourner Hafen zu den wichtigsten Einsatzorten der 8th Employment Company. Die Kleinstadt Albury an der Südgrenze von New South Wales war logistisch wichtig, weil dort inkompatible Eisenbahnsysteme aufeinandertrafen. Aus Sydney (New South Wales) rollten die Züge auf „europäischen“ Gleisen der Spurweite 1435 Millimeter. Nach Süden in Richtung Melbourne (Victoria) waren „Breitspur“-Gleise (1600 mm Spurweite) verlegt worden. An den Grenzen der Bundesstaaten mussten daher militärische und zivile Güter umgeladen werden.

Albury Station

Schon zwischen 1938 und 1941 war der Güterverkehr in Albury von 25.000 auf 123.000 Tonnen gestiegen. Aufgrund der strategischen Bedeutung hatten die Streitkräfte „den Bahnhof für die Dauer des 2. Weltkriegs praktisch requiriert“. Mit den Ladearbeiten waren wechselnde Gruppen der 8AEC beauftragt. Damit in Albury zwei Züge hintereinander stehen und be- und entladen werden konnten wurde der Bahnsteig in Albury[54] Wikipedia über Albury Station. Abgerufen am 20.7.2025. um 66 auf 455 Meter Länge ausgebaut – der längste Bahnsteig Australiens. In Woodonga, dem nächsten Bahnhof und ersten des Bundesstaates Victoria, wurde Vieh umgeladen.

In Albury war die Einheit in Zelten auf der Pferderennbahn Albury East untergebracht. Pferderennen gab es während des Krieges nicht; die Rennbahnen mit ihren großen Flächen wurden daher vom Militär genutzt, um größere Mengen Zelte aufzustellen.

Albury Station 2023: Von der einstigen Bedeutung ist nichts mehr zu sehen. Foto: Dehn.

„Kein zweites Zuhause“

„Im Winter ‘43 standen unsere Zelte auf den einst grasbewachsenen Außenflächen des Albury Showgrounds. Der Ort war kein zweites Zuhause“, erinnerte sich Bern Brent[55] Bern Brent "The Long and the Short and the Tall"; in Dunera News Nr. 36, Seiten 11f. (Gerd Bernstein). „Die Nächte waren kalt und nass, und der Boden schlammig. Das einzige halbwegs feste Gebäude diente tagsüber als Kantine und abends als Aufenthaltsraum. Jeden Abend füllte sie sich mit einer lärmenden Schar von dienstfreien Männern, meist aus einer anderen Employment Company. Zigarettenrauch sank von der Decke herunter, während sie Poker, Pontoon, Crown-and-Anchor und Rickety Kate spielten.“

Die Freizeitmöglichkeiten waren in Albury[56] Wikipedia über Albury. Abgerufen am 20.7.2025., das während des Kriegs kaum 14.000 Einwohner hatte, freilich dünn gesät. Bern Brent: „Für alle, die einen Abendausgang hatten, gab es in der Stadt wenig zu tun. Es gab das Kino, es gab das Terminus Hotel, und es gab das einzige Lokal, das nachts geöffnet hatte: den Hamburgerladen in der Dean Street. Für die meisten von uns hieß es: früh ins Bett und früh aufstehen.“

Tocumwal Station

Eine ähnliche Grenzsituation bestand in Tocumwal[57] Wikipedia über Tocumwal, Tocumwal Station und die Tocumwal houses. Abgerufen am 20.7.2025., etwa 150 Kilometer westlich von Albury. Wie in Albury bildet dort der Murray River die Grenze. In der zu New South Wales gehörende Kleinstadt war der Dienst genauso schwer und das Freizeitangebot keinesfalls besser, obwohl dort von 1942 bis 1944 ein Militärflughafen bestand. Nach dem Krieg wurden 200 für das Militär und ihre Familien errichteten Wohnhäuser abgebaut und in Canberra aufgestellt, um Arbeiter für die neue Hauptstadt unterzubringen. Über einen längeren Zeitraum waren in Albury und Tocumwal mehrere Hundert Männer stationiert und Captain Broughton war veranlasst, sein Hauptquartier nach Tocumwal zu verlegen.

Tocumwal beherbergt heute keine 3.000 Einwohner; Personenzüge halten dort nicht mehr.

Ein Güterzug im Bahnhof von Tocumwal. Im historischen Gebäude befindet sich ein Eisenbahnmuseum. Foto: Dehn.

Ein tragischer Badeunfall

Am 30. Dezember 1943 kam es zu einem tragischen Unfall: In Tocumwal ertranken die Soldaten der 8th Employment Company Ulrich Laufer (20) und Max Schwarz (26) an einem heißen Sommerabend beim Baden im Murray River. Captain Broughton und einige Soldaten konnten nur den Leichnam von Max Schwarz bergen. Der Dunera Boy und Armeekamerad Walter Pollak, wie Max Schwarz aus Wien stammend, erinnerte sich an ein späteres Gespräch[58] Walter Pollak „Captain E.R.M. Broughton“ in Dunera News Nr. 24 (Juni 1992), Seite 7, abgerufen am 16.11.2024. mit dem C.O. über die beiden Kameraden:

„Dieser Unfall hat mich mehr betroffen gemacht, als ich Ihnen sagen kann. Zwei junge Männer, die das Trauma erlebten, als Jugendliche aus ihren Familien gerissen, in ein fremdes Land verschifft, 2 ½ Jahre lang interniert zu werden und schließlich, bevor sie die Schönheit des Lebens kennenlernen konnten, als zwei aufgeblähte Leichen am Flussufer zu enden …“.

Fluktuation

Das Kriegstagebuch gibt Aufschluss über die Fluktuation in der 8th Employment Company. Nur wenige Männer wurden versetzt – und das nicht zur kämpfenden Truppe. Schon am 6. und 7. Mai 1942 wurden drei Entlassungen[59] Kriegstagebuch aao., 1/3. ohne Namensnennungen und Begründungen vermerkt.

Versetzungen

Auf einen Aufruf im November 1943 für Italienisch-Dolmetscher[60] Kriegstagebuch aao., 7/77. in Kriegsgefangenenlagern meldeten sich etwa zehn „aliens“ der 8AEC. Sie wurden zum 23 Garrison Battalion in Murchison (Raum Tatura) versetzt.

Doc Sternberg, Filmproduzent im Zivilleben, wurde im Februar 1944 zur NEFIS[61] Wikipedia über NEFIS. Abgerufen am 8.5.2026. versetzt. Das war eine in Melbourne stationierte Einheit des niederländischen Geheimdienstes, in der er seine Kompetenzen in die Herstellung von Propagandafilmen[62] Militärakte Kurt Sternberg, NAA. einbringen konnte.

14 Deutsche und Österreicher aus Employment Companies, darunter acht Soldaten der 8AEC, hatten sich zur Teilnahme an Malaria-Experimenten der Armee gemeldet. Eine erste Gruppe wurde am 8. Dezember 1944 als „Malaria Volunteers[63] Kriegstagebuch aao., 9/138.“ nach Cairns versetzt. Die Freiwilligen sahen in ihrer risikobehafteten Mitwirkung die Möglichkeit, mehr im Kampf gegen die Achsenmächte zu bewirken, als als Arbeitssoldaten.

Arbeitssoldaten: Alfred Broch, Walter Hofstaedter (einer der jüngsten Internierten), Heinz Altschul, Viktor Gussmann, Gerhard Sonnewald (.v.l.). Quelle: Spende von Jimmy King an das Jewish Museum of Australia, Melbourne (Nr. 4436) .

Anträge auf Versetzung zur kämpfenden Truppe wurden jedoch regelmäßig abgelehnt. Im Kriegstagebuch finden sich u.a. im Januar 1943 zwei Listen[64] Kriegstagebuch aao., 4/18 und 4/32. mit den Namen von sieben bzw. fünf Männern, denen das versagt wurde.

Entlassungen ins Zivilleben

Medically unfit“ – also gesundheitliche Gründe – waren der häufigste Anlass für Entlassungen in den ersten beiden Jahren der Einheit.

Schon in der ersten Zeit der Employment Company gab es zahlreiche Anfragen zum Wechsel in zivile Berufe. Die für Internierte und Kriegsgefangene zuständige Hauptquartier[65] Kriegstagebuch aao., 1/13, 1/14. stellte dazu schon im Mai 1942 ausdrücklich fest:

Arbeitspause auf Albury Station: Heinz Dehn (2.v.r.) und unbekannte Kameraden. Foto: Harry Jay. (Familienarchiv Dehn).

„… dass eine Erlaubnis zur Versetzung aus dieser Einheit erst nach eingehender Prüfung durch das Oberkommando erteilt wird. Anträge auf Versetzung werden grundsätzlich nicht berücksichtigt. Die einzige Alternative zur Arbeitseinheit ist die erneute Internierung.“

Das dürfe aber „keinesfalls als Drohung missverstanden werden“, beruhigte Broughton am nächsten Tag erregte Gemüter; Anträge auf Entlassung in zivile Beschäftigung könnten beim Büro der Kompanie abgegeben werden.

Es gab aber auch Ausnahmen: Beispielsweise wurde Lance Corporal Leon Gottlieb im November 1944 entlassen, um als Ingenieur im Bereich „Armoured Fighting Vehicles“ Australiens Kriegsanstrengungen zu unterstützen.

Am 1. Juni 1943 wurde die Ablehnung eines weiteren Antrags auf Entlassung ins zivile Arbeitsleben gemeldet. Andererseits wurden am 4. Juni zwei Männer in die „nationale Industrie“ entlassen. Am 30. November 1943 wurde notiert: „Pte Ansbacher[66] Kriegstagebuch aao., 6/7, 6/10, 7/66. verlässt die Einheit zur Entlassung, um Rabbiner der jüdischen Gemeinde von Hobart (Tasmania) zu werden.“

Entlassungen ins Zivilleben in größerem Umfang begannen erst 1944.

Disziplin, Strafen, Kriegsgericht

Viele der „alien“-Arbeitssoldaten standen militärischen Gepflogenheiten nicht erst in Australien grundsätzlich kritisch bis ablehnend gegenüber. Blinder Gehorsam wurde oft zurückgewiesen. Während seiner militärischen Karriere hatte Captain Broughton sicherlich keine Truppe erlebt, wo „auf seinen Befehl unvermeidlich die Antwort folgte ‚Warum?‘[67] Bartrop „‘Enemy Aliens‘ aao., Seite 140.“, notierte der australische Historiker Paul R. Bartrop.

So wurden viele Strafen wegen Befehlsverweigerung, unerlaubter Abwesenheit oder barscher Worte gegenüber Vorgesetzten ausgesprochen. Es scheint aber, dass sich Captain Broughton, wann immer es ihm möglich war, mit geringen Strafen zufriedengab. Beschwerden quittierte er oft mit Urlaubssperren von ein paar Tagen bis zu zwei Wochen oder mit geringen Geldstrafen, die in den Tagesbefehlen mitgeteilt wurden.

In Sachen Disziplin fielen zwei Männer durch besonders häufige Bestrafungen auf. Broughton verknackte einen Deutschen mehrfach[68] Kriegstagebuch aao., 7/61., u.a im November 1943, zu 28 Tagen Haft. Ein Kriegsgericht[69] Kriegstagebuch aao., 5/22 und 7/77. verurteilte einen Italiener wegen „illegaler Besitztümer“ gar zu zwei Monaten Haft. Der Italiener hatte schon Bekanntschaft mit dem Armeeknast gemacht; weil er zwei deutsche NCOs mit Todesdrohungen belegte, als diese ihn zur Disziplin auf der Ladefläche eines fahrenden LKW mahnten, wanderte er 14 Tage in den Bau.

Wesentlich rigoroser ging Broughtons Nachfolger Major Lotherington vor, sobald er einen Grund fand. 1944 und 1945 veröffentlichte er bisweilen Listen von „Punishments“. In einigen Fälle wurden mehrere Strafen ausgesprochen. Ende 1944 hat es fast den Anschein, als würde täglich ein Mann (vorwiegend wegen unerlaubter Abwesenheit) mit Urlaubssperren, Geldtrafen oder Soldkürzungen bestraft. Das erreichte einen Gipfel, als am 25. August 1944, 25. Januar 1945 und 14. Februar 1945 jeweils 16 Bestrafungen[70] Kriegstagebuch aao., 9/48, 9/180 und 9/216. bekannt gegeben wurden.

Ein weiterer Fall dokumentiert, wie Lotherington blinden Gehorsam durchsetzen wollte. Der 23jährige Soldat M. J. Levin wurde am 10. Mai 1945 (also zwei Tage nach der Kapitulation der Nazi-Wehrmacht) von einem Kriegsgericht zu 28 Tagen Haft und einer Geldstrafe von fünf Pfund verurteilt. Er hatte sich beim C.O. schriftlich über einen Leutnant beschwert[71] Militärakte M.J. Levin, NAA_ItemNumber7598097.: „In dieser Einheit werde ich wie ein Schuljunge behandelt und von einem Berufsoffizier über den Exerzierplatz getrieben, dessen einziges Lebensziel offenbar darin besteht, immer größere und schlimmere Kriege zu führen.“

Später wurden unter dem C.O. Major Sugden Strafen eher regelmäßig ausgesprochen. Ausnahme ist die Bestrafung von 20 Mann[72] Kriegstagebuch aao., 10/143. wg. unerlaubter Abwesenheit am 8. August 1945.

Captain Broughton – eine Vaterfigur

An ihren ersten C.O. Captain „Tip“ Broughton erinnerten sich seine Soldaten geradezu überschwänglich. Einige trafen sich mit ihm noch lange nach dem Krieg, gelegentlich wurde er als Trauzeuge gerufen. Viel später waren es Dunera Boys, die in dafür sorgten, dass er einen würdigen Grabstein bekam.

„Broughton wurde für viele der jüngeren Männer zu einer Vaterfigur[73] Myffanwy Bryant „A most unexpected friend“, Blog des Australian National Maritime Museum vom 4.3.2016. Abgerufen am 19.3.2026.. Seine Führung und Ermutigung trugen wesentlich dazu bei, denjenigen, die alles verloren hatten, Hoffnung zu geben und ihnen den zaghaften Glauben zu vermitteln, dass sie in Australien vielleicht doch eine Zukunft haben könnten.“

Am 15. Mai 1944 wird der Wechsel von Captain Broughton von Tocumwal nach Broadmeadows gemeldet, wo er demobilisiert wurde. Die Führung der 8AEC übernimmt Major Lotherington[74] Kriegstagebuch aao., 8/112.. Über ihn und seine Nachfolger überlieferten die Untergebenen keine Erinnerungen, soweit bekannt.

Soldaten der 8th Employment Company stehen 1943 für ihren „Skipper“ Spalier. Geschenk von Heinz Lippmann an das Australian National Maritime Museum, Sydney, Nr. ANMS022-006.

Das Ende der 8AEC

Die Personalstärke nahm weiter ab: Am 31. Dezember 1944 bestand die 8th Employment Company aus 8 Offizieren und 442 Soldaten und Unteroffizieren. Ein Jahr zuvor[75] Kriegstagebuch aao., 7/46, 9/142. waren es 7 Offiziere und 511 „other Ranks“ gewesen. Während die Mannschaften der 8AEC im Laufe des Jahres 1945 weiter reduziert wurden, stieg der Einsatz von Offizieren geradezu explosiv. Ab dem 4. August 1945 unterstanden dem C.O. Major Sugden ein Captain und elf Leutnants, aber nur noch 402 Männer[76] Kriegstagebuch aao., 10/171 ff., 10/183..

Am 20. Oktober 1945 kommt Captain Boileau zur 8AEC, zunächst als „2 i/c“ – Stellvertreter des C.O. Er führte die 8AEC ab dem 17. November 1945. Jedoch wurde er nicht als C.O. bezeichnet, sondern als „Administering Command[77] Kriegstagebuch aao., 10/267.“, also Verwaltungschef. Das hinterlässt den Eindruck, dass seine Aufgabe die Auflösung der 8th Employment Company ist. Zum Jahreswechsel 1945/46 befehligt er sieben Offiziere und nur 316 Soldaten und NCOs. Am 13. Januar 1946 wird das Hauptquartier der 8AEC von Albury zurück nach Camp Pell (Melbourne) verlegt. Am 28. Januar 1946 gehören der Einheit noch 7 Offiziere und 248 Mannschaften[78] Kriegstagebuch aao., 10/282, 10/309. an.

Die Aufzeichnungen des vorliegenden Kriegstagebuchs enden am 31. Januar 1946. Das Ende der 8th Employment Company kann das nicht gewesen sein. Zwischen Februar und September 1946 wurden allein mehr als 50 der rund 125 „alien“-NCOs entlassen. Drei Unteroffiziere wurden im 4. Quartal 1946 demobilisiert und einer sogar erst am 6. Januar 1947. Die Unterlagen dieser Männer vermerken als ihre letzte Einheit die 8th Employment Company[79] Eigene Recherche von dunera.de anhand der Militär-Personalakten im NAA. Nicht berücksichtigt sind Männer der 8AEC, deren Dienst nach Versetzung in anderen Einheiten endete..

Für den „8 Aust Employment Coy March“ schrieb Sgt. Sigurd Lohde Text und Musik. Mit freundlicher Genehmigung des Jewish Museum of Australia, Bestand Nr. 4466.

„Ein Symbol für Toleranz und Anstand“

Die 8th Employment Company hatte sich vom April 1942 bis Ende 1946 die Achtung derer erarbeitet, mit denen sie zu tun hatten. Als einer der ersten formulierte der Chef des Hafens Melbourne[80] „Edward Broughton. Soldier and Bookmaker“ in K. Inglis, et al „Dunera Lives – Profiles“ aao., Seite 10. seine Hochachtung gegenüber den bei ihm eingesetzten Männern:

„Die 8th Employment Company (ausländische Internierte) besteht zum Großteil aus Männern, die an schwere körperliche Arbeit kaum gewöhnt sind. Handwerker und Fachkräfte machen einen großen Anteil aus. Viele sind aufgrund ihres Alters und ihrer körperlichen Verfassung für körperliche Arbeit ungeeignet… Sie haben jedoch während der gesamten drei Monate … unter der Aufsicht der Hafenbehörde bereitwillige und gehorsame Dienste geleistet, die denen jeder australischen Einheit überlegen waren… Die Krankheitsrate ist höher als üblich, was darauf zurückzuführen ist, dass die Männer an das Leben im Freien und an körperliche Arbeit nicht gewöhnt sind. Sie melden sich eifrig für technische Arbeiten jeglicher Art … sie gleichen ihren Mangel an körperlicher Kraft durch Fleiß und freundlichen Gehorsam aus…“

Im April 1943 – die Achte war ein Jahr aktiv gewesen – fasste die Armeezeitschrift „Salt“ ihren Eindruck von den „aliens“[81] „Salt“ aao., Seiten 36-39, zit. nach Bartrop/Eisen aao., Seite 365f. zusammen:

„Es ist kein ruhmreicher Job, sondern harte, knochenbrecherische, monotone Arbeit beim Be- und Entladen an den Docks, in den Depots und auf den Schrottplätzen. (…) Für diese Männer ist ihre australische Uniform ein Symbol für Toleranz und Anstand. Australien und die Australier haben durch sie ihr schwindendes Vertrauen in die Menschheit zurückgewonnen. Wir können stolz auf sie sein.“

Ende November 1943 stellt die Spitze der australischen Armeeführung[82] Kriegstagebuch aao., 7/102; Rundbrief des General-Quartiermeisters vom 29.11.1943. heraus, dass die Arbeitskompanien

„ihrem Land in einer äußerst unscheinbaren Rolle dienen, wichtige und oft sehr anstrengende Aufgaben erfüllen, ohne die die verschiedenen Teilstreitkräfte nicht ordnungsgemäß funktionieren könnten.“

Zukunftspläne, Zukunftsorte

Ende 1945 waren noch 785 ehemalige Dunera-Internierte[83] Bartrop „Enemy Aliens“ aao., Seite 142. in Australien. 368 dienten in der Armee und 417 hatten zivile Arbeit gefunden. Weit mehr als 300 Männer der 8AEC hatten die australische Staatsbürgerschaft beantragt. Viele Einbürgerungsurkunden[84] Vgl. NAA, Personalakten. wurden noch während ihrer Dienstzeit ausgestellt, die meisten bekamen sie spätestens Ende 1946.

Die Zukunftspläne der nun Ex-Soldaten der 8th Employment Company waren jedoch höchst unterschiedlich. Einige reisten so schnell wie möglich nach Deutschland oder Österreich. Sie wollten helfen, eine antifaschistische Gesellschaft aufzubauen. Für viele war die Rückkehr in das Land, in dem sie bedroht, wo ihre Familien ermordet wurden, eine Horrorvision. Ihre Ziele waren oft Länder, in denen Verwandte lebten – vor allem die USA und England, aber auch Palästina. Corporal Ernst Wasser ging 1948 zu seiner Familie nach Brasilien; 1958 zogen sie nach Westberlin um. Der Schriftsteller Walter Kaufmann, australischer Bürger und mit einer Australierin verheiratet, ging 1955 in die DDR. Heinz Dehn und Franz Lebrecht hatten ihr Recht auf permanenten Aufenthalt in Australien noch bis 1957 bzw. 1959 genutzt und zogen dann nach Westberlin.

Der Undank der Nation

Die Employment Companies waren kaum gegründet, da profilieren sich die Rechtsaußen Australiens als Spalter gemeinsamer Anstrengungen zur Verteidigung des Landes. Einer Reihe von Leserbvriefen in der Zeitung „The Age[85] "The Age" vom 14. März 1942, zit.n. June Factor, "Forgotten Soldiers" aao.“ ist das Verlangen zu entnehmen, dass

„diese Leute … mit einer Uniform ausgestattet werden, die sich völlig von der unserer Streitkräfte unterscheidet …“

Diese Xenophobie setzt sich sogar bis in den offiziellen Militärdienst fort. So findet sich Anfang 1944 im Kriegstagebuch der 33. Employment Company[86] 33 Employment Company, War diary, January-June 1944, Australian War Memorial 22/1/41. folgender Eintrag:

„Heute wurde uns mitgeteilt, dass … diese Einheit in die ’33. Australian Works Company‘ umbenannt wurde. Dadurch wurde das Stigma, in dieselbe Kategorie wie die ‚Alien Employment Coys‘ eingeordnet zu sein, bis zu einem gewissen Grad beseitigt, und wenn unser neues Abzeichen ausgegeben wird, werden alle viel zufriedener sein.“

Zudem tat sich das offizielle Australien schwer, den Männern der 8th Australien Employment Company den anrüchigen Status als „enemy aliens“ – feindliche Ausländer – zu nehmen und sie als Gleiche unter Gleichen zu behandeln. Erst im Februar 1944 wurde ihnen der den Tatsachen entsprechende Status von „refugee aliens“[87] Bartrop „Enemy Aliens“ aao., Seite 140. – geflüchteten Ausländern – gewährt.

Xenophobie und Antisemitismus wieder als offizielle Doktrin?

Dennoch hat es den Anschein, als sei es nach dem Krieg mit „Toleranz und Anstand“ vorbei gewesen. Dass 21 Arbeitssoldaten[88] Eine Liste mit 19 Namen (17 der 8th und 2 der 6th Employment Company). In NAA_ItemNumber4938132, Seite 29. Liste mit 20 Namen ebenda, Seite 19. aus der Armee entlassen wurden, um ihre begonnenen externen Studien direkt an den Unis fortzusetzen, ließ die Ausländerfeindlichkeit einiger ultrakonservativer Politiker zutage treten. Sie behaupteten im März 1946 im australischen Parlament, Soldaten der Employment Companies würden dadurch gegenüber 1.350 australischen Soldaten[89] Der Abgeordnete Beazley nannte die Zahl am 29.3.1946 im Parlament. Protokoll in NAA_ItemNumber4938132, Seite 17. bevorzugt. G. Bowden (Country Party) stellte namentlich Lance Corporal Walter Wuerzburger[90] Walter Würzburger (1914 – 1955) studierte am Konservatorium Melbourne Komposition und Klarinette. 1950 zog er nach Großbritannien um. Abgerufen am 8.5.2026. an den öffentlichen Pranger, den die Briten von Singapur unter Lügen nach Australien deportiert hatten. Der 32jährige nehme Australiern den Platz am Melbourner Konservatorium weg. Bowden behauptete, der Status der Ex-Internierten als „Staatenlose[91] Protokoll des House of Representatives vom 29.3.1946, Seite 3ff.“ werde von australischen Behörden angeblich nicht verwendet. Tatsächlich ist dieser Begriff auf jeder Einbürgerungsurkunde ehemaliger Internierter zu lesen. Diese „Fake News“ garnierte Bowden mit Nazi-Vokabular:

„Wenn dies hier auf die Mitglieder der jüdischen Rasse (Hervorhebung dunera.de) angewendet wird, die ihr Land freiwillig oder gezwungenermaßen verlassen haben, um der Verfolgung zu entgehen, kann es heute keine Gültigkeit mehr haben, da die Tyrannei, die sie vertrieben hat, nicht mehr existiert.“

Natürlich waren die Fakten Bowden und seinen Parteifreunden bekannt: Sie wussten, dass die Nazis allen „ausgewanderten“ Juden die Staatsbürgerschaft genommen hatten. Dadurch wurden diese in ihrer Heimat (und in Australien wohl auch) zu unerwünschten Menschen im Ausland zu „Staatenlosen“. Sie wussten, dass diese Menschen weder freiwillig nach Australien gekommen waren, noch dort inhaftiert waren. Formal waren sie Internierte, keine Gefangenen. Weshalb auch keine „Haftzeit“ von der Aufenthaltsfrist für Einbürgerungen abgezogen werden darf.

Abgesehen davon waren von den 20 namentlich genannten Employment-Soldaten (18 von der 8AEC, zwei von der 6AEC) zum Zeitpunkt der Debatte Ende März 1946 bereits fünf australische Bürger[92] Eigene Recherche anhand der Militär-Personalakten im NAA., weiteren 13 wurde bis Oktober 1946 die Staatsbürgerschaft verliehen. Bowdens Linie war klar: „Mitglieder der jüdischen Rasse“ und andere Fremde haben im „99,1 Prozent britischen“ weißen Australien und an dessen Unis nichts zu suchen.

Bowdens Parteivorsitzender McEwan sprang ihm demagogisch bei:

„Sollten wir es als Akt der Großzügigkeit seitens der Ausländer betrachten, die in dieses Land gekommen sind, um Asyl zu suchen, dass sie bereit sind zu arbeiten?“

Soll es also kein Wort des Dankes wert sein, dass die Männer der Employment Companies – zumal die nach Australien deportierten – dafür gesorgt hatten, dass die Frontsoldaten und die Bevölkerung mit allem versorgt wurde? Ein „Akt der Großzügigkeit“ ist es, diese arroganten ausländerfeindlichen Politiker zu zitieren.

Tatsachen passten den heimlichen Antisemiten und Protagonisten der „White Australia Policy“ nicht ins Konzept. Dass Bowden die Soldaten der 8AEC noch am 26. März 1946 als „aliens of enemy origin[93] Bowden an Armeeminister Forde am 27.3.1946. In NAA_ItemNumber4938132, Seite 35.“ – also Ausländer feindlicher Herkunft – bezeichnete ist zudem für jeden Naziverfolgten eine Beleidung schlimmster Art.

„Eine bittere Ironie …“

Weil die Arbeitssoldaten nicht kämpfen durften, wurden sie obendrein diffamiert: Der Veteranenverband RSL[94] Die Returned & Services League of Australia (RSL) ist der größte Verband Australiens, der seit dem 1. Weltkrieg Veteranen betreut. verweigerte ihnen die Mitgliedschaft mit der Begründung, sie wären nicht außerhalb Australiens im Einsatz gewesen.

„Als ‚Ausländer‘ fiel es ihnen manchmal schwer, Anspruch auf die Nachkriegs-Wiederaufbauhilfen‘ zu erlangen, die eine dankbare Nation ihren Verteidigern gewährte“, beschreibt June Factor die Situation der Veteranen.

Ein Beispiel für solche Ungereimtheiten ist der Fall von Corporal Wilhelm Wolfgang Lampl[95] Militärakte W.W. Lampl, NAA_ItemNumber6633480, Seiten 9/10., der dem Land vier Jahre lang in er 8th Employment Company diente. Wegen seines Kreditantrags nach dem Programm für die Wiederaufbauhilfe fragte die zuständige Behörde beim Militär nach:

„Abschnitt A (1) (g) des Gesetzes über die Wiedereingliederung und Beschäftigung (Nr. 145) schließt feindliche Ausländer, die in Arbeitskorps gedient haben, ausdrücklich aus der Definition des Begriffs ‚Angehörige der Streitkräfte‘ aus, und es stellt sich nun die Frage, ob der Antragsteller von Ihrem Ministerium als befreundeter oder als feindlicher Ausländer angesehen wurde.“

Die Armee gibt die Auskunft, dass es sich bei dem Antragsteller sehr wohl um einen befreundeten Ausländer handelt. Das ist auch klar, denn „feindliche Ausländer“ wurden ja nicht in die Armee aufgenommen. Wie der Vorgang endete, geht aus den vorhandenen Unterlagen nicht hervor.

Ein anderes Beispiel sind die Anfang 1945 gestellten Einbürgerungsanträge des Queen Mary-Deportierten Annie und Heinrich Portnoj[96] Personalakten Heinrich und Annie Portnoj, NAA_ItemNumber7026171, NAA_ItemNumber769186.. Sie Bearbeitung wurde ein Jahr lang verschleppt, bis Heinrich Australier werden durfte. Den Antrag seiner Frau wollten die Behörden erst nach einem weiteren Jahr oder einer sofortigen neuerlichen Einzel-Bewerbung bearbeiten.

Lasst sie nicht aus der Geschichte herausfallen

„Aliens“ an der Logistikfront für Australien und das gemeinsame Ziel der Niederlage des Faschismus: Die 8th Employment Company. Mit freundlicher Genehmigung von Suzanne Connell.

June Factor zitiert in dem Zusammenhang aus einem Brief des späteren Richters am Obersten Gericht J. V. Barry[97] Don Watson, „Brian Fitzpatrick, A Radical Life“, Sydney 1979, Seite 127 J. Zit.n. Factor "Forgotten Soldiers", aao, Seite 6. vom Dezember 1945. Dem damaligen Einwanderungsminister Arthur Calwell schrieb er: „Es ist eine bittere Ironie, dass das Commonwealth, das von ihren Diensten profitierte, nun eine Haltung einnimmt, die derjenigen ähnelt, die unser besiegter Feind eingenommen hätte.“

Anerkennung gab es für die Männer der Arbeitskompanien[98] Dass das gerade die 8AEC nicht betrifft liegt an dem Zusammenhalt der Dunera Boys, ihrer Öffentlichkeitsarbeit und der bis heute fortgesetzten Erinnerungsarbeit der Nachkommen sowie den historischen Forschungen. also nicht ohne Weiteres. Vielmehr hat es den Anschein, dass die rassistische „White Australia Policy“ nach dem Weltkrieg wieder das Handeln von Behörden und Regierungen bestimmte.

Dass die 15.000 Männer der Arbeitskompanien, die während des Krieges für das Funktionieren der Wirtschaft und der militärischen Logistik Australiens schufteten, „nicht aus der Geschichte herausfielen“, ist nach den Worten von Factor vor allem den Veröffentlichungen über die 8th Australian Employment Company zu verdanken. Dafür stehen heute die Nachfahren der zweiten, dritten und vierten Generationen, die das Andenken der Internierten bewahren und die Forschungen, die die Erinnerung an die Internierten der Dunera und Queen Mary und die 8th Australian Employment Company am Leben erhalten.

„Als erste Opfer des Nazi-Wahnsinns tragen die Männer dieser australischen Arbeitskompanie stolz und freiwillig die australische Uniform. Dies ist ebenso ihr Krieg wie der unsere.“ (Armeezeitschrift „Salt[99] „They Don’t Forget“ in Salt Jahrgang 6 Nr. 4 vom 26.4. 1943. Zit. n. Dunera News, September 1985, Seite 11f.“, 1943).


Hinweis: Soweit nicht ausdrücklich nachgewiesen stammen Angaben zu einzelnen Personen aus folgenden Quellen: Digitalisierte Personalakten der Internierten und Armeeangehörigen in den National Archives of Australia, digitalisiertes Kriegstagebuch der 8th Australian Employment Company im Archiv des Australian War Memorial, und „Nominal Rolls“ des Department of Veterans‘ Affairs der australischen Regierung.

Fußnoten

Hinweis: Das Kriegstagebuch wurde vom Australia War Memorial in zehn Dateien mit der Bezeichnung AWM52 22-1-17-1 zur Verfügung gestellt. Die Endziffer verweist auf die Band- bzw. Dateinummer der chronologischen Reihenfolge.
Lesebeispiel: Auf Zitierungen wird mit Angaben wie „Kriegstagebuch 4/89“ verwiesen. Das Beispiel ist zu lesen als: Seite 89 in Band 4, also der Datei AWM52 22-1-17-4.

Anzeigen
  • [1]Zitat aus einer Wahlkampfrede von Joseph Lyons am 28. September 1937.
  • [2]Richard Dixon „Immigration and the 'White Australia Policy'“, Sydney 1945. Abgerufen am 12.5.2026.
  • [3]Der „Immigration Restriction Act“ war eines der ersten Gesetze, das 1901 vom neuen Parlament beschlossen und erst 1975 außer Kraft gesetzt wurde. Siehe u.a. National Archives of Australia, National Museum of Australia. Wikipedia über die „White Australia Policy“. Abgerufen am 15.3.2026.
  • [4]Japan trat mit dem Angriff auf Pearl Harbor am 7.12.1941 in den Krieg ein, abgerufen am 25.8.2025.
  • [5]Wikipedia über die Luftangriffe auf Australien, abgerufen am 25.8.2025.
  • [6]Bartrop, Paul „‘Enemy Aliens‘ and the Formation auf Australia’s 8th Employment Company“. In „Manpower and the Armies of the British Empire in the Two World Wars“, 2021, ISBN 9781501755866, Seite 134ff.
  • [7]Zit.n. June Factor „Soldiers and Aliens“, Melbourne 2022, ISBN 9780522878585, Seite 34.
  • [8]Vgl. „Works / Labour / Empoyment Company/ies“, Virtual War Memorial Australia. Abgerufen am 12.5.2026.
  • [9]June Factor „Forgotten Soldiers: Aliens in the Australian Army’s Employment Companies During Word War II“, Seite 1, online. Abgerufen am 15.5.2026.
  • [10]Wikipedia über das AWC. Abgerufen am 15.5.2026.
  • [11]Civil Alien Corps records held in Perth; NAA Fact Sheet no. 182. Abgerufen am 13.5.2026.
  • [12]Wikipedia über das Civil Constructional Corps. Abgerufen am 20.4.2026.
  • [13]Memorandum für das australische Kabinett vom 23.2.1944, Zit. n. Bartrop/Eisen „The Dunera Affair“, Melbourne 1990, ISBN 1 86337 025-0., Seite 127.
  • [14]Zit.n. Bartrop „‘Enemy Aliens‘ aao., Seite 139.
  • [15]Interview mit J. Layton, als Audio im Imperial War Museum, London. Zit. nach Bartrop/Eisen aao., Seite 124.
  • [16]Lebrecht, Franz, „Bericht über Erlebnisse während der Zeit des Dritten Reiches, - u.a. aus 4 Konzentrationslagern“ vom 10. April 1960, Wiener Library, London, Seite 26.
  • [17]Vgl. Aktennotiz des General-Adjudanten für das australische Parlament, 29.3.1946. NAA_ItemNumber4938132, Blatt 28, Ziffer d.
  • [18]Wikipedia über die Australian Military Forces (AMF), abgerufen am 30.3.2026. Abgerufen am 15.4.2026.
  • [19]Lebrecht aao, Seite 27.
  • [20]Heinz Werner Margulies (Margate); Memoiren „The Bear to the Southern Cross“, Kapitel 14, zitiert nach Dunera News Nr. 97 vom Juni 2016, Seite 22.
  • [21]„Julian Layton, Stockbroker and Soldier“ in K. Inglis, B. Gammage, S. Spark, J. Winter, C. Bunyan „Dunera Lives – Profiles“, Melbourne 2020, ISBN 9781925835659, Seite 41.
  • [22]Klaus Wilczynski, „Das Gefangenenschiff“, Berlin 2001, ISBN 5-89793-044-7, Seite 293.
  • [23]Eigene Recherche von dunera.de in den Personal- und Militärakten der Internierten im National Archives of Australia und der „Nominal Rolls“ des -Department of Veterans’ Affairs (DVA) der australischen Regierung. Vgl. Aktennotiz für das australische Kabinett 23.2.1944, in Bartrop/Eisen aao., Seite 127. Dort ist von 549 Armeeeintritten und 474 weiterlaufenden Internierungen die Rede. Abgerufen am 20.5.2026.
  • [24]Kriegstagebuch der 8. Australian Employment Company, 1/2.
  • [25]June Factor „Soldiers and Aliens“ aao., Klappentext.
  • [26]Kriegstagebuch aao., 1/2.
  • [27]„Boomerang“ Nr.31 vom Mai 1942; Lagerzeitung im Tatura Camp 2. Zit. nach Bartrop/Eisen aao., Seite 364.
  • [28]Kriegstagebuch aao., 1/2.
  • [29]Zit.n. „Dunera Lives – Profiles“, aao., Seite 10.
  • [30]Kriegstagebuch aao., 1/17, 1/75, 3/46.
  • [31]Kriegstagebuch aao., 2/105.
  • [32]Kriegstagebuch aao., 2/134.
  • [33]Kriegstagebuch aao., 5/33.
  • [34]Kriegstagebuch aao., 1/28, 1/30.
  • [35]Zit.n. „Dunera Lives – Profiles“, aao., Seite 13.
  • [36]Kriegstagebuch aao., 2/49. Die Angaben hier sind beispielhaft und wurden mehrfach geändert.
  • [37]Kriegstagebuch aao., 2/22.
  • [38]Befehl Vic L of C, R/O 122/42 in Kriegstagebuch aao., 1/60.
  • [39]Bartrop „Enemy Aliens“ aao., Seite 142.
  • [40]Das „Dug-Out“ war ein Club für alliiertes Militär im Zentrum Melbournes.
  • [41]Kriegstagebuch aao., 3/64.Der Tenor Erich Liffmann diente vom 8.8.1942 bis 7.2.1946 als einfacher Soldat in der 8th Employment Company; Captain Broughton gab ihm die Möglichkeit, auch außerhalb des Militärs aufzutreten.
  • [42]Kriegstagebuch aao., 2/111, 2/112, 2/114.
  • [43]Kriegstagebuch aao., 4/68.
  • [44]Kriegstagebuch aao., 5/48.
  • [45]„Radio Times“, Melbourne, 17. bis 23. Mai 1942, zit. n. Wikipedia über Liffmann, abgerufen am 20.4.2026.
  • [46]Kriegstagebuch aao., 7/71, 7/105, 8/50 und 8/38.
  • [47]Kriegstagebuch aao., 5/16. Siehe auch „St Anne’s Park Orchards – The Church that Travelled“. Abgerufen am 20.5.2026.
  • [48]Dr. Albrecht Dümling, Die verschwundenen Musiker, Weimar 2011, ISBN 978-3-412-20666-6, Seite 246.
  • [49]Inglis, Spark et al. „Dunera Lives. Profiles“, Melbourne 2020, Seite 13.
  • [50]Kriegstagebuch aao., 6/79.
  • [51]Dümling aao., Seite 253.
  • [52]Kriegstagebuch aao., 4/82.
  • [53]Kriegstagebuch aao., 2/46f.
  • [54]Wikipedia über Albury Station. Abgerufen am 20.7.2025.
  • [55]Bern Brent "The Long and the Short and the Tall"; in Dunera News Nr. 36, Seiten 11f.
  • [56]Wikipedia über Albury. Abgerufen am 20.7.2025.
  • [57]Wikipedia über Tocumwal, Tocumwal Station und die Tocumwal houses. Abgerufen am 20.7.2025.
  • [58]Walter Pollak „Captain E.R.M. Broughton“ in Dunera News Nr. 24 (Juni 1992), Seite 7, abgerufen am 16.11.2024.
  • [59]Kriegstagebuch aao., 1/3.
  • [60]Kriegstagebuch aao., 7/77.
  • [61]Wikipedia über NEFIS. Abgerufen am 8.5.2026.
  • [62]Militärakte Kurt Sternberg, NAA.
  • [63]Kriegstagebuch aao., 9/138.
  • [64]Kriegstagebuch aao., 4/18 und 4/32.
  • [65]Kriegstagebuch aao., 1/13, 1/14.
  • [66]Kriegstagebuch aao., 6/7, 6/10, 7/66.
  • [67]Bartrop „‘Enemy Aliens‘ aao., Seite 140.
  • [68]Kriegstagebuch aao., 7/61.
  • [69]Kriegstagebuch aao., 5/22 und 7/77.
  • [70]Kriegstagebuch aao., 9/48, 9/180 und 9/216.
  • [71]Militärakte M.J. Levin, NAA_ItemNumber7598097.
  • [72]Kriegstagebuch aao., 10/143.
  • [73]Myffanwy Bryant „A most unexpected friend“, Blog des Australian National Maritime Museum vom 4.3.2016. Abgerufen am 19.3.2026.
  • [74]Kriegstagebuch aao., 8/112.
  • [75]Kriegstagebuch aao., 7/46, 9/142.
  • [76]Kriegstagebuch aao., 10/171 ff., 10/183.
  • [77]Kriegstagebuch aao., 10/267.
  • [78]Kriegstagebuch aao., 10/282, 10/309.
  • [79]Eigene Recherche von dunera.de anhand der Militär-Personalakten im NAA. Nicht berücksichtigt sind Männer der 8AEC, deren Dienst nach Versetzung in anderen Einheiten endete.
  • [80]„Edward Broughton. Soldier and Bookmaker“ in K. Inglis, et al „Dunera Lives – Profiles“ aao., Seite 10.
  • [81]„Salt“ aao., Seiten 36-39, zit. nach Bartrop/Eisen aao., Seite 365f.
  • [82]Kriegstagebuch aao., 7/102; Rundbrief des General-Quartiermeisters vom 29.11.1943.
  • [83]Bartrop „Enemy Aliens“ aao., Seite 142.
  • [84]Vgl. NAA, Personalakten.
  • [85]"The Age" vom 14. März 1942, zit.n. June Factor, "Forgotten Soldiers" aao.
  • [86]33 Employment Company, War diary, January-June 1944, Australian War Memorial 22/1/41.
  • [87]Bartrop „Enemy Aliens“ aao., Seite 140.
  • [88]Eine Liste mit 19 Namen (17 der 8th und 2 der 6th Employment Company). In NAA_ItemNumber4938132, Seite 29. Liste mit 20 Namen ebenda, Seite 19.
  • [89]Der Abgeordnete Beazley nannte die Zahl am 29.3.1946 im Parlament. Protokoll in NAA_ItemNumber4938132, Seite 17.
  • [90]Walter Würzburger (1914 – 1955) studierte am Konservatorium Melbourne Komposition und Klarinette. 1950 zog er nach Großbritannien um. Abgerufen am 8.5.2026.
  • [91]Protokoll des House of Representatives vom 29.3.1946, Seite 3ff.
  • [92]Eigene Recherche anhand der Militär-Personalakten im NAA.
  • [93]Bowden an Armeeminister Forde am 27.3.1946. In NAA_ItemNumber4938132, Seite 35.
  • [94]Die Returned & Services League of Australia (RSL) ist der größte Verband Australiens, der seit dem 1. Weltkrieg Veteranen betreut.
  • [95]Militärakte W.W. Lampl, NAA_ItemNumber6633480, Seiten 9/10.
  • [96]Personalakten Heinrich und Annie Portnoj, NAA_ItemNumber7026171, NAA_ItemNumber769186.
  • [97]Don Watson, „Brian Fitzpatrick, A Radical Life“, Sydney 1979, Seite 127 J. Zit.n. Factor "Forgotten Soldiers", aao, Seite 6.
  • [98]Dass das gerade die 8AEC nicht betrifft liegt an dem Zusammenhalt der Dunera Boys, ihrer Öffentlichkeitsarbeit und der bis heute fortgesetzten Erinnerungsarbeit der Nachkommen sowie den historischen Forschungen.
  • [99]„They Don’t Forget“ in Salt Jahrgang 6 Nr. 4 vom 26.4. 1943. Zit. n. Dunera News, September 1985, Seite 11f.

Danke für Ihr Interesse an dunera.de. Leider können aus rechtlichen Gründen keine Bilder oder Grafiken heruntergeladen werden. Bitte kontaktieren Sie uns bei Fragen zu Bildern/Grafiken!

Thank you for your interest in dunera.de. Unfortunately, images or graphics cannot be downloaded for legal reasons. Please contact us if you have any questions regarding images/graphics!

Inhaltsverzeichnis
Nach oben scrollen