Die 8th Australian Employment Company
Dieses Emblem schuf Emil Wittenberg für die 8th Employment Company. Mit freundlicher Genehmigung von Martin Burman.
Unter dem Eindruck der japanischen Attacken auf Pearl Harbor und Darwin bezog die australische Regierung ab Anfang 1942 auch die sonst ungeliebten Ausländer, Migranten wie Internierte, in die Landesverteidigung ein. Zu mehreren der 39 „Employment Companies“ wurden deutschsprachige Freiwillige eingezogen.
Die im April 1942 gegründete 8th Australian Employment Company war selbst in diesem Rahmen eine besondere Einheit: Dort wurden ausschließlich Männer aufgenommen, die von den Briten auf der Dunera oder der Queen Mary nach Australien deportiert worden waren. Dort waren sie seit September 1940 als „Internierte“ hinter Gittern weggesperrt worden.
Innerhalb der australischen Armee war diese Kompanie schon aufgrund ihrer Stärke von zeitweise mehr als 500 Mann außergewöhnlich. Darüberhinaus war sie mit einiger Sicherheit auch die größte jüdische Einheit der Alliierten überhaupt.
Freiwillig an der Logistikfront: Die 8th Employment Company. Mit freundlicher Genehmigung von Suzanne Connell.
An der „70. Verteidigungslinie“
Viele der aus „feindlichem Ausland“ geflüchteten Männer hätten gerne mit der Waffe gegen den Faschismus gekämpft. Die freiwillige Meldung zur unbewaffneten Arbeitseinheit, zur Schlacht „an der 70. Verteidigungslinie“ (Lance Corporal Franz Lebrecht) versprach ihnen die langersehnte, wenn auch durch den militärischen Dienst beschränkte, Freiheit. Zugleich sahen viele das als Möglichkeit, einen kleinen Beitrag zur Sache der Antihitler-Koalition beizusteuern. Den Freiwilligen wurde zudem die australische Staatsbürgerschaft oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung angeboten.
Neue Artikel
Neue Artikel berichten über die 8th Employment Company und ihre mehr als 120 zu Unteroffizieren beförderten „Alien“-Soldaten. Ein weiterer Bericht beschäftigt sich mit medizinischen Versuchen der australischen Armee im Kampf gegen die Malaria und stellt in kurzen Biografien 14 Soldaten der 8th und anderer Arbeitseinheiten vor. Sie hatten sich freiwillig als Versuchskaninchen gemeldet.
Eine neue Biografie gilt dem von „seinen“ Männern hochgeschätzten und verehrten Kommandeur der 8AEC Captain Edward Renata Muhunga „Tip“ Broughton, einem Halb-Maori und Veteranen der Schlacht von Gallipoli.
Captain Broughton. Foto: Harry Jay. Mit freundlicher Genehmigung des Jewish Museum of Australia.
dunera.de dankt dem Autor Bill Gammage, dem Herausgeber Seumas Spark und der Verlegerin Sallie Butler für die Genehmigung, die Biografie Broughtons aus dem Buch „Dunera Lives. Profiles“ zu übernehmen.
Suzanne Connell danken wir für die Überlassung von Fotos aus dem Nachlass ihres Großonkels „Tip“ Broughton.