Der Apotheker Sigmund Berger war einer von vielen Österreichern, die sich in Großbritannien vor Verfolgungen sicher glaubten. Doch Winston Churchill und seine Regierung diffamierten Juden und politische Flüchtlinge als potenzielle „fünfte Kolonne“ Hitlers. Zehntausende wurden interniert. Unter den mehr als 2.500 Männern, die 1940 auf der Dunera nach Australien deportiert wurden, war auch Sigmund Berger. Nach zweieinhalb Jahren in Australien nutzte er die Gelegenheit zur Rückreise nach England. Sein Schiff, die Waroonga, wurde kurz vor dem Ziel versenkt. Sigmund Berger konnte nicht gerettet werden. Dieser Beitrag entstand aus drei Artikeln, die Martin Daxner über seinen Großvater Sigmund Berger und die Geschichte seiner Familie erarbeitete.
Peter Dehn, September2026.
Eine weltumspannende Spurensuche
Die nebenstehenden Zeilen sendet der ehemalige Ebenseer Apotheker Mag. Sigmund Berger 1940 per Postkarte aus England an seinen zukünftigen Schwiegersohn Fritz Pollak, dem bereits die Emigration in die USA geglückt war.
Doch wie kommt es dazu?
Wien
Sigmund Berger wird am 18.12.1885 in Wien (Landstrasse 3. Bezirk, Barichgasse) als achtes und jüngstes Kind von Michael und Leonore Berger geboren. Sein Vater ist Hauptschul- und Taubstummenlehrer am israelitischen Taubstummeninstitut[1] Das Vaterland, 10.9.1872, Seite 2. in Wien. Über Sigmunds Kindheit und Jugend ist nicht viel bekannt. Außer ein paar Zeugnissen und Fotos gibt es keine Dokumente. Sie zeigen, dass er nach der Volksschule das k.k. Staatsgymnasium[2] Zeugniskopien, ZME/MD. im dritten Wiener Bezirk besucht.
Am 15.07.1907 beendet er das Studium der Pharmazie in Wien und führt ab 1912 als selbständiger Apotheker die Apotheke „z. Salvator[3] Pharmaceutischer Almanach 1913, Verzeichnisteil, Seite 45.“ am Zimmermannsplatz im neunten Bezirk Wiens.
Lieber Herr Ingenieur, herzliche Grüße!
Außer Venezuela kommt jetzt stark Siam in Frage, weil außer dem unmöglichen China das einzige Land ohne Visumzwang. Es ist ja so unsicher ob die application an die Regierung von Venezuela, die der Konsul für mich macht, positiv erledigt wird. In der Society of friends sagte man mir, dass gegenwärtig überhaupt kein Land Visen ausgebe – liebliche Zustände! Aber man darf nicht alles glauben und muss weiterkämpfen. Bin herzlich froh, dass es nun wenigstens ihnen gut geht. Viele herzliche Grüße und vielen Dank für ihr unermüdliches Arbeiten in unserer Sache!
Ihr ergebener Sigmund Berger
Die Hochzeiter Sigmund und Rosa Berger. Quelle: Archiv Daxner.
Am 15.10.1907 tritt er aus dem Judentum[4] Matriken der IKG Wien, Geburtsurkunden 1882-1886, Eintrag 1959, Sigmund Berger über familysearch. aus und lässt sich 1909 taufen[5] Trauungsschein, ZME/MD.. Einer der Gründe ist möglicherweise seine Beziehung zu Rosa Brückner, die er am 27.04.1910 heiratet. Den Katholizismus praktiziert er in der Folge mit großer Überzeugung. Sigmund wird in der Familie Brückner wegen seiner jüdischen Herkunft eher „geduldet als mit Freude aufgenommen“, vermutet sein Enkel Martin Daxner.
Am 11.01.1911 wird Eleonore „Lore“ Berger geboren. Am 20.03.1912 erblickt Paula Berger als 2. Tochter das Licht der Welt. Sie wird später über England nach Amerika emigrieren und Sigmund Berger bei der Flucht aus Österreich unterstützen.
Ebensee
Ende 1918 übersiedelt die Familie Berger von Wien nach Ebensee am Traunsee, um die Schutzengelapotheke zu übernehmen. Das finanziert er durch einen Kredit der Verwandtschaft und es dauert 18 Jahre, bis die Schulden endgültig abbezahlt sind. 1933 erweitert er die Apotheke mit einer Drogerie, die er nach dem Höllengebirge[6] Schreiben von Eleonore Sedlacek, 22.4.1947 im Privatarchiv M. Daxner. in der unmittelbaren Umgebung benennt. Es ist unmittelbar nach Ende des 1. Weltkriegs sicher nicht die leichteste Zeit, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Trotz der wirtschaftlichen Unsicherheit und Schulden mit horrenden Zinsen widmet sich Sigmund Berger mit großem Engagement sozialen Belangen.
Es sind Belege, Fotos und Souvenirs von Reisen zum Gardasee, dem Ätna, nach Jerusalem, Versailles, Dalmatien etc. vorhanden. Auch die inzwischen halbwüchsigen Töchter teilen diese Reiseleidenschaft, und im Zuge von Sprachaufenthalten kann Paula in England später lebenswichtige Kontakte knüpfen.
Die zweifellos größte Leidenschaft gehört dem Schach. Der Ebenseer Schachklub wird nicht zuletzt durch Sigmund Berger zu einem der bedeutendsten Österreichs. Zwei große Turniere, an denen internationale Schachgroßmeister teilnehmen, sind primär durch seine Initiative zustande gekommen. So wird er auch Ehrenmitglied des oberösterreichischen Schachverbandes. Lokale und internationale Zeitungen sowie Rundfunkstationen berichteten über das Spielgeschehen in Ebensee. Sigmund Berger erklärt in seiner Eröffnungsrede[7] Chronik des Ebenseer Schachklubs, ZME., dass „es in der österreichischen Provinz noch kein Turnier von solcher Bedeutung gegeben habe.“
Die Unterstützung unterschiedlichster Wohltätigkeitsveranstaltungen oder persönlicher Notfälle ist genauso selbstverständlich wie die tägliche Verköstigung von armen Arbeiterkindern am Mittagstisch der Familie.
Sigmund Berger (l.) am Schachbrett. Quelle: Archiv Daxner.
Am 13.01.1927 wird Annemarie Berger – Mutter des Autors – als Nachzüglerin geboren. Die großen Schwestern befinden sich, wie damals in gutbürgerlichen Familien üblich, bereits in höheren Internatsschulen. Lore studiert Pharmazie (nach dem Krieg wird sie 1947 die Konzession der Schutzengelapotheke in Ebensee übernehmen). Sie genießt das kulturelle Leben Wiens in vollen Zügen. Sie hat durch Freunde Zugang zu den großen Wiener Kultursalons, wo sie viele interessante Persönlichkeiten kennenlernt.
1937 heiratet Lore Berger[8] Lebenslauf von Eleonore Sedlacek, ZME/MD. Alfred Wieser, der in dieser Geschichte noch eine tragische Rolle erhält. Ebenfalls 1937 sind schließlich die Schulden des Apothekenkaufs getilgt. Familie Berger kann sich als Refugium eine Almhütte auf der Postalm leisten, da Sigmund Berger auch sehr naturverbunden ist, wie etliche Fotografien von Bergtouren, aber auch von Schachpartien im Grünen beweisen.
Nicht zuletzt wegen seines sozialen Engagements ist Mag. Berger ein hochangesehener Gemeindebürger.
Verfolgt, verprügelt, verhaftet
Der „Anschluss[9] dunera.de: Wikipedia über den „Anschluss“ Österreichs, abgerufen am 20.8.2025.“ Österreichs am 13.03.1938 beendet das gutbürgerliche und beschauliche Leben in Ebensee. Es kommt sofort zu schwersten Misshandlungen und Demütigungen. Sigmund Berger wird von einigen SA-Leuten vor seiner Apotheke brutal misshandelt, anschließend wird ihm jegliche ärztliche Hilfe verweigert (angeblicher Kommentar des Arztes: „Dieser Mann simuliert nur“). In seiner Verzweiflung begeht Mag. Berger einen Selbstmordversuch mit Morphium, der zum Bedauern der Nazis misslingt.
Rosa Berger[10] Archiv MD. schreibt dem Gauleiter Josef Bürckel im Juli 1938 eine Beschwerde und berichtet:
Erniedrigung als Prinzip: Kurz nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 zwangen die Nazis Wiener Juden, den Gehsteig zu reinigen. Quelle: Wikipedia, public domain.
„In der Nacht vom 16. auf den 17. März 1938 wurde mein Mann während der Ausübung seines Berufes in der Apotheke von zwei uniformierten Männern überfallen, eine Stunde lang auf das Schwerste misshandelt, mit Füssen getreten, mit Sesseln und Briefbeschwerern so traktiert, dass ihm drei Zähne eingeschlagen wurden. Außerdem wurde von ihm die Bezahlung eines Betrages von S 2.000, – gefordert. Ebenso wurden Waren ohne Bezahlung mitgenommen. Erst nach dem Erscheinen des im Hause wohnenden Parteigenossen Miro Dufek entfernten sich die Täter. […] Am nächsten Morgen musste mein Mann über Aufforderung des Bürgermeisters von Ebensee zu Gunsten der Ortsarmen eine Spende von S 2.000, – erlegen. […] Die Ereignisse dieser Nacht übten auf den Gemütszustand meines Mannes einen solchen Eindruck, dass er in den Vormittagsstunden einen Selbstmordversuch unternahm und in schwer bewusstlosem Zustande in das Spital in Bad Ischl eingeliefert wurde, wo er nur durch besondere Aufopferung der Ärzte wieder zum Leben erweckt wurde.“
Die gleichgeschaltete Nazi-Presse[11] Linzer Volksblatt, 17.3.1938, Seite 8. erklärt Berger hingegen zum Täter:
„Der Apotheker Sigmund Berger in Ebensee, ein getaufter Jude hatte dieser Tage in seinem Geschäft eine Auseinandersetzung mit einem reichsdeutschen Polizeibeamten. Zur Sühne erhielt er eine Geldbuße zudiktiert. Am Mittwoch, 16.d. [16. des Monats], mittags sollte er nun verhaftet und abgeführt werden. Dem wollte Berger jedoch zuvorkommen, weshalb er Gift nahm. Die Ebenseer Rettungsgesellschaft lieferte ihn in schwerverletztem Zustand in das Allgemeine Krankenhaus nach Bad Ischl ein.“
In der Folge wird ein normaler Geschäftsbetrieb durch ständige Schikanen fast unmöglich gemacht. Die Tochter Paula beschließt, sofort zu emigrieren, wobei die englischen Kontakte von früher sehr hilfreich sind. Noch im Frühsommer 1938 erreicht sie England, von wo sie am 11.02.1941 New York erreicht. Sieben Tage später heiratet sie Fritz Pollak[12] Martin Daxner, Notizen zu den Lebensläufen, 30.11.2023, ZME. (nun Fred Polk).
„Schutzhaft“
Nun überstürzen sich die Ereignisse: Sigmund Berger wird am 22.06.1938 in die sogenannte Schutzhaft genommen und nach Linz überstellt. Gleichzeitig kommt es zu einer „wilden“ Arisierung der Schutzengelapotheke ohne gesetzliche Grundlage. Mag. Hans Ledwinka, Pächter der Apotheke Altheim, vertreibt Rosa Berger aus der Apotheke und führt fortan ohne jegliche Berechtigung die Geschäfte. Er ist sich auf Grund seiner guten Beziehungen sicher, die Apothekenkonzession zu erhalten. Gleichzeitig terrorisiert er Sigmund Berger im Gefängnis, endlich die Verträge zu unterschreiben, andernfalls er dafür sorgen würde, dass er nach Dachau käme. Nach seiner Freilassung kann Sigmund Berger nach Wien übersiedeln, um von dort die Emigration zu betreiben.
Die SA-Standartenführung Ebensee bedroht Rosa Berger[13] Undatiertes Schreiben der SA, ZME/MD. weiter.
„Sie haben genügend Zeit gehabt Ihre geschäftlichen Angelegenheiten zu ordnen und haben es nun satt Ihren herausfordernden Treiben noch länger zu zusehen. Sie werden daher aufgefordert, Ebensee so rasch als möglich zu verlassen und sich im Orte nicht mehr sehen zu lassen.“ (Fehler des Originals wurden übernommen)
In der Folge lässt sich das Ehepaar Berger formal scheiden, damit für die „arische“ Ehegattin überhaupt eine Chance besteht, irgendeinen Teil des Vermögens zu retten.
Blick in die Schutzengelapotheke. Quelle: Archiv Daxner.
Rosa Berger wird von der Gestapo observiert, da sie zu ihrem „Exgatten“ keinerlei Kontakte pflegen darf. Trotzdem lässt sie sich nicht davon abhalten, jüdische Bekannte zu versorgen und immer wieder sogenannte „U-Boote“ (Juden, die versuchen sich der Verfolgung zu entziehen) zu beherbergen.
Der Raub der Apotheke
Nach zähem Verhandeln erhält nicht Mag. Ledwinka, sondern Mag. Degenberger[14] Ellmauer, Daniela/John, Michael/Thumser, Regina: „Arisierungen“, beschlagnahmte Vermögen, Rückstellung und Entschädigungen in Oberösterreich, Wien 2004, Seite 245., ein vormals illegaler Nationalsozialist und enger Freund des Gauleiters Eigruber, am 8.12.1938 die Zusage zur Konzession.
Erst am 01.04.1939 erhält Degenberger tatsächlich die Konzession der Schutzengelapotheke. Bis dahin weiß die Familie nicht, ob und wieviel Geld sie tatsächlich bekommen und wie das zukünftige Auskommen aussehen wird. Aber ständig wird Druck gemacht, endlich die Möbel in Ebensee abzuholen und sich nicht mehr in Ebensee umherzutreiben. Der Kaufpreis, anstatt der üblichen 200% eines Jahresumsatzes werden nur 70% bezahlt, wird erst 1941 überwiesen.
Flucht, Internierung, Abschiebung
Gleichzeitig betreibt Tochter Paula alles Mögliche, um die Ausreise zu ermöglichen. Wir wissen nur, dass Sigmund Berger die Flucht am 27.02.1939 mit der Abreise vom Westbahnhof gelingt und dass er nach zahlreichen anderen Stationen in England im Dorf Radnage, Wycombe, Buckinghamshire untergebracht wird.
Schließlich folgt am 03.09.1939, mit der Kriegserklärung der Briten an Deutschland, der nächste Schlag: Alle Deutschen und Österreicher in England werden zu potenziellen Staatsfeinden („enemy aliens“) erklärt; Sigmund Berger wird am 05.09.1939 verhaftet. Er und seine Tochter Paula werden in verschiedenen Lagern auf der Isle of Man, einer abgelegenen Insel in der Irish Sea, interniert. Premier Winston Churchill ist sich des möglichen Unrechts bewusst, meint aber, dass es Wichtigeres gäbe, als in dieser Situation zwischen Flüchtlingen und tatsächlichen Feinden zu differenzieren.
Die HMT Dunera wurde zum Schicksalsschiff für 2.500 von der britischen Regierung deportierte Männer. Quelle: Australian War Museum Nr. 303219 (Public Domain).
Weiters wird beschlossen, Internierte nach Übersee auszuschiffen, da England andere Sorgen hat, als zusätzliche Zivilisten zu versorgen. Der zweite Transport mit der Arandora Star nach Kanada wird schon in der Irish Sea versenkt, hunderte Internierte ertrinken, die Überlebenden werden dem ohnedies schon übervollen fünften Transport zugeteilt: dem militärischen Transportschiff Dunera. Auf der Dunera befindet sich auch Sigmund Berger in der Meinung, nach Kanada gebracht zu werden. Anstatt der zugelassenen 1600 Personen sind mehr als 2500 (darunter auch 450 „echte“ Kriegsgefangene) an Bord. Das Schiff legt in Liverpool am 10.07.1940 ab. Doch da es immer heißer wird, ist bald klar, dass es nicht nach Kanada, sondern südwärts geht.
Im Lager und als Soldat in Australien
Sigmund Berger – 1942 im australischen Lager Tatura gezeichnet von seinem Landsmann Robert Hofmann. Im Besitz von Martin Daxner.
Nach 57 Tagen Seereise unter teilweise unbeschreiblich schikanösen Zuständen legt die Dunera am 27.08.1940 in Fremantle an der Westküste Australiens an. Am 06.09.1940 geht die Reise schließlich in Sydney zu Ende. Den australischen Behörden ist ein Schiff voller Kriegsgefangener angekündigt worden, entsprechend ist ein karges Lager in der Wüste bei Hay (Lager 8) vorbereitet. Die Ratlosigkeit und Überraschung sind groß, als dann primär harmlose Zivilisten an Land gehen. Ein weltweiter Skandal, der als „The Dunera Scandal“ in die Geschichte eingeht, ist die Folge. Aus diesem Grund ist die Dunera der letzte derartige Transport und der einzige nach Australien. Das Lager Hay wird im Mai 1941 geschlossen, die Internierten weiter südlich in die Nähe von Melbourne in ein Camp bei Tatura verlegt.
Die Harmlosigkeit der „Duneraboys“ liegt auf der Hand, dennoch werden sie erst ab Januar 1942 zunächst als Erntehelfer[15] dunera.de: Zit.n. Bartrop „‘Enemy Aliens‘ aao., Seite 139. in der äußerst fruchtbaren Umgebung eingeteilt. In der Folge können sie sich als Freiwillige[16] dunera.de: Vgl. Aktennotiz des General-Adjudanten für das australische Parlament, 29.3.1946. NAA_ItemNumber4938132, Blatt 28, Ziffer d. ohne Dienst mit der Waffe zur australischen Armee melden, was Sigmund Berger auch tut. Er wird damit zum freien Mann. Nach dem Ende seines Dienstes im Dezember 1942 kann er nach Melbourne übersiedeln.
Fluchtziel USA
Es gibt aus der australischen Zeit zahlreiche Briefe, alle den strengen Regeln der Zensur unterworfen, in ausgezeichnetem Englisch geschrieben, die er vor allem seinem zukünftigen bzw. später tatsächlichen Schwiegersohn Fritz Pollak schreibt. Man spürt das Unbehagen eines zeitlebens großzügigen Menschen, bei jemand anderem um Taschengeld (5$ pro Monat) und andere Dienste zu betteln. Aber Fritz ist der einzige Bekannte, der ihm das begehrte Affidavit (Bürgschaft für die Einreise in die USA) besorgen kann, was schließlich auch gelingt.
In Österreich, England und den USA
Sigmund Berger in der Uniform der 8th Australian Employment Company. Quelle: Archiv Daxner.
Grenzenlose Kommunikation ist heute. Damals gibt es Briefverkehr, in Ausnahmefällen Telefon oder Telegramm, außerdem herrschen Krieg, Zensur und kaum Kommunikationsmöglichkeit mit dem feindlichen Ausland. Viele der Briefe werden mit den Postschiffen versenkt und kommen nie an. Die Verständigung ist also sehr bruchstückhaft.
Sigmund Berger muss seine formal von ihm geschiedene Frau Rosa (Briefe) mittellos, ohne Wohnung und Chance auf Beschäftigung mit der minderjährigen Tochter Annemarie, der eine ordentliche Schulbildung am Gymnasium untersagt wird, in Wien zurücklassen. Die ständigen Deportationen in der Nachbarschaft vor Augen herrscht permanente Angst vor weiteren Repressalien der Behörden. Den Lebensunterhalt der Familie bestreitet die älteste Tochter Eleonore, die noch rechtzeitig vor dem Anschluss das Studium der Pharmazie abschließen konnte. Nur wegen des Arbeitskräftemangels (alleine in Wien wurden 97!! Apotheken arisiert) kann sie als „Halbjüdin“ Ihren Beruf ausüben. In anderen akademischen Berufen ist Halbjuden die Beschäftigung in der Regel untersagt. Doch auch sie ist wegen Ihrer Herkunft ständiger Schikanen ausgesetzt.
Weil sie am 1. September 1939 in der Westendapotheke gegenüber einer Kundin angeblich unter anderem Adolf Hitler und speziell seine außenpolitischen Pläne kritisiert, wird sie am selben Tag von der Gestapo[17] Anklageschrift vom 14.12.1939 und Entlassungsschein Eleonore Wieser vom 10.7.1940, MD. verhaftet und bis 23.09.1939 inhaftiert. Es folgt die Anklage vor dem Sondergericht des Landesgerichts Wien und die Verurteilung zu sechs Monaten Haft, die sie im landesgerichtlichen Gefangenenhaus I im achten Bezirk verbüßt. Am 10.07.1940 wird sie aus der Haft entlassen. Alfred Wieser, der Ehemann von Lore, trennt sich aus uns unbekannten Gründen von ihr und emigriert nach England.
Das tragische Ende
Bis dahin ist der Familie das Schicksal des Großvaters im Wesentlichen bekannt. Doch von der Abreise aus Melbourne bis zum tragischen Tod im Nordatlantik ergibt sich aus diversen Nachlässen eine zunächst vollkommen unklare Geschichte mit zahlreichen Ungereimtheiten, die Martin Daxner über viele Jahre wie ein Mosaik zusammensetzen musste. Hilfreich war dabei auch, dass er einige „Duneraboys“ noch persönlich kennenlernen durfte.
Wie kam die australische Portraitzeichnung des Großvaters nach Österreich, wie konnte das Rote Kreuz behaupten, er sei 1942 im Atlantik umgekommen, obwohl es noch Ende 1942 eine Postkarte aus Australien gab? Wieso traf der Großvater Tante Paula in New York, ohne an Land zu gehen, obwohl eine gültige Einreisegenehmigung vorlag? Teilweise sind das Widersprüche, die keinen Sinn ergeben und erst mit Auftauchen des Abschiedsbriefes von Sigmund Berger klar werden:
Der letzte Brief von Sigmund Berger an seine Tochter Paula zeigt seine Furcht (oder Vorahnung?) vor dem Tod auf der Reise nach England. Quelle: Archiv Daxner.
„Kein Rassenproblem importieren“
1901 hatte Australien die rassistische „White Australia Policy[18] dunera.de: Ein kurzer Hintergrund über die „White Australia Policy“ des Nationalmuseums Australiens. Abgerufen am 20.5.2026.“ zum Gesetz gemacht.
Auf der Konferenz von Evian[19] dunera.de: Wikipedia über die Konferenz von Evian, abgerufen am 10.11.2024. 1938 hatte Handelsminister Thomas White[20] dunera.de: John Rickard „Australian Dictionary of Biography“ über Thomas White, zit.n. Joseph Toltz „Loss, trials and compassion: music of Australia's Jewish refugees“, University of Sydney online, abgerufen am 10.12.2024. den Standpunkt Australiens zur Aufnahme von Flüchtlingen dargestellt: „Weil wir kein wirkliches Rassenproblem haben, sind wir nicht darauf aus, ein solches durch die Förderung einer groß angelegten Einwanderung aus dem Ausland zu importieren“. Prime Minister 14906Lyons[21] dunera.de: Zitat aus einer Wahlkampfrede von Joseph Lyons am 28. September 1937. hatte im vorangegangenen Wahlkampf erklärt: „Unsere Bevölkerung ist zu 99,1 % britischer Nationalität und das soll auch so bleiben“.
Infolge dieser rassistischen Ausrichtung weigerte sich Australien, ehemalige Internierte aufzunehmen. Entlassungen aus der Internierung müssen daher auf britischem Boden vorgenommen werden, forderte die Regierung, um deren Verbleib zu verhindern. Der Weg vieler Internierter in die Freiheit führte daher zuerst nach England. Wer in die USA, nach Palästina oder in ein anderes Land wollte, musste eine zweite gefahrvolle Seereise antreten. Das auch, wenn – wie im Fall von Sigmund Berger – US-Häfen auf dem Weg nach England angelaufen wurden.
Das änderte sich erst, als Australien angesichts des japanischen Bombardements von Darwin[22] dunera.de: Wikipedia über die Luftangriffe auf Australien, abgerufen am 25.8.2025. im Februar 1942 direkt bedroht wurde. Die Regierung[23] dunera.de: Zit.n. June Factor „Soldiers and Aliens“, Melbourne 2022, ISBN 9780522878585, Seite 34. beschloss nun, „dass jeder Mensch in diesem Land jetzt – ob es ihm oder ihr gefällt oder nicht – im Dienst der Regierung steht, um in der Verteidigung Australiens zu arbeiten …“ Für die eigens geschaffenen Arbeitseinheiten der Armee waren Internierte und andere „enemy aliens“ gut genug.
(dunera.de)
Sigmund Berger erhält tatsächlich mit Hilfe seines Schwiegersohnes Fritz Pollak das „Affidavit“ – die Einreisegenehmigung in die USA. Am 29.01.1943 verlässt er Australien an Bord der Waroonga. Über den Pazifik und den Panamakanal gelangt er nach New York. Dort kann er mit Tochter Paula eine halbe Stunde reden und vermutlich auch die Portraitzeichnung übergeben. Doch was treibt ihn zur lebensgefährlichen Weiterfahrt nach England? In seinem Abschiedsbrief[24] Ausschnitte aus dem letzten Brief, Jänner 1943 Melbourne, MD., der aus Australien nach seinem Tod an Paula nachgesendet wird, schreibt Sigmund Berger – im väterlichen, aber wahrscheinlich auch religiös motivierten Pflichtbewusstsein, jedoch ohne wirkliche Kenntnis der Umstände – mit Alfred Wieser in England sprechen zu wollen, um die Ehe seiner Tochter Lore doch noch zu retten. Für den gläubigen Katholiken und umsichtigen Vater war das anscheinend eine notwendige Pflicht.
„Nur um eines Interviews mit Fredl, das ich vielleicht gar nicht bekommen werde, fahre ich ungeachtet des Risikos am Meer, das jetzt größer ist, denn je. […] Stempelt mich deshalb um Gottes Willen nicht zum Helden. Ich tue nicht mehr, als jedes wilde Tier für sein Junges zu erkämpfen versucht. […] Dieser Brief wird Dich durch die Güte meiner Freunde Frau Grete und Alfred Landers […] erreichen, falls ich auf der Reise umkommen sollte. […] Und so nehm ich von Dir mein teures Kind Abschied. Ohne Phrasen, mit einer einzigen Bitte: Laß an jedem 18. Dezember für mich eine Messe lesen und – wenn Du Dich ab und zu zu einem Vaterunser für meine arme Seele aufraffen kannst, umso besser. Nach dem Krieg schreibe ihnen nach Wien, wie sich alles zugetragen hat. Wie ich es an jenem 16. März schon getan habe, bitte ich nochmals alle herzlichst um Verzeihung für die vielen vielen bitteren Stunden, die ich an Euch verschuldet habe. […]
Bleibt weiter so glücklich meine Kinder
Euer Vater“
Am 4.04.1943 wird der Schiffs-Konvoi HX 231 von deutschen U-Booten angegriffen und die Waroonga vom U-635 durch einen Torpedotreffer schwer beschädigt. Das Rettungsboot, in dem sich Sigmund Berger befindet, kippt beim Herablassen und sechs der elf Insassen, darunter Sigmund Berger, ertrinken vor der Küste Grönlands.
Die Nachricht über den Tod Sigmund Bergers verheimlicht[25] Martin Daxner, Notizen zu den Lebensläufen, 30.11.2023, ZME/MD. Tochter Eleonore ihrer Mutter bis zum Herbst 1944, um ihren Gesundheitszustand nicht zu verschlechtern.
Der umfangreiche Briefverkehr der Familie zwischen den drei Kontinenten Europa, USA und Australien gibt einen Einblick in das Leben der voneinander getrennten Familienmitglieder. Die Korrespondenz zwischen Sigmund Berger und seinem Schwiegersohn Fritz Pollak thematisiert beispielsweise vorwiegend die Schwierigkeiten und Hindernisse rund um die Erlangung eines Affidavits für Sigmund Berger. Auch die Zensur muss überwunden werden, weshalb Eleonores Inhaftierung beispielsweise als „Krankheit“ bezeichnet wird, von der sie sich langsam erhole.
Unter den Opfern des Torpedo-Angriffs auf die Waroonga[26] dunera.de: Sammlungsliste zur Hororata/Waroonga, National Library of New Zealand, abgerufen am 16.3.2025. waren sechs von elf Internierten. Das 1914 gebaute 9.365 BRT-Schiff fuhr für die British India Steam Navigation Company die Linie von Sydney durch den Panamakanal über New York nach Liverpool. Es war 161,5 Meter lang und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 13,5 Knoten[27] dunera.de: Uboot-Wiiki über die Waroonga, abgerufen am 20.3.2025. (25 km/h). Foto: State Library of New South Wales.
Kampf um die Apotheke
Mag. Degenberger wird mit Einmarsch der Amerikaner in Ebensee verhaftet und im Internierungslager Glasenbach[28] dunera.de: Wikipedia über das Lager Glasenbach (eigentlich: Camp Marcus W. Orr). Es war ab 1945 ein Lager der US Army für führende Nazis. Darunter waren der frühere SS-Kommandant des Vernichtungslagers Sobibor, Stangl, der Kommandant des Ghettos Warschau, Burger, die Rektoren der TU und Uni Wien, Generalfeldmarschall Kesselring und andere Kriegsverbrecher. Abgerufen am 20.6.2026. interniert. Er verlässt nach seiner Freilassung Österreich.
Mag. Eleonore Sedlacek geb. Berger kann als erste der Familie nach Ebensee zurückkehren. Sie wird am 1.03.1946 als kommissarische und dann provisorische Leiterin der Schutzengelapotheke eingesetzt. Erst am 25.03.1948 kommt es zu einem Vergleich mit der Rückstellungskommission[29] Rückstellungsvergleich Rk 121/47, ZME/MD. in Linz, der auch die Rückgabe der zur Apotheke gehörenden Wohnung betrifft. In der Anfangszeit hat Eleonore das zweifelhafte Vergnügen, mit der Familie Degenberger die Wohnung zu teilen.
Die Entschädigung entspricht jedoch keineswegs dem verursachten Schaden, wie in vielen vergleichbaren Fällen ist es wichtiger, einen Schlussstrich zu ziehen. Gerade im speziellen Fall Apotheke ist die Rückstellung nicht selbstverständlich und nur möglich, weil mit Mag. Lore Sedlacek (später Diernesberger) eine Pharmazeutin mit allen Voraussetzungen zur Leitung einer Apotheke zu den berechtigten Erben gehört. Waren Geschädigte nicht konzessionsfähig, wurden Rückstellungen von Apotheken de facto unmöglich gemacht.
Die jüngste Tochter Annemarie heiratet 1951 den in Ebensee geborenen Chemiker Rudolf Daxner. Sie leben in Wien, später in Baden bei Wien und haben drei gemeinsame Söhne. Kurz vor Abschluss bricht Annemarie ihr Studium wegen der Geburt ihres vierten Sohnes ab. Annemarie und Rudolf leben bis ins hohe Alter in Altmünster und können acht Enkelkinder und elf Urenkel erleben. Sie stirbt kurz nach ihrem 95. Geburtstag am 22.01.2022 in Altmünster.
Der Autor dieses Beitrags, Martin Daxner, Jahrgang 1958, ist ein Enkel von Sigmund Berger. Der gelernte Pharmazeut betrieb bis 2003 die Schutzengelapotheke in Ebensee, die bis dahin im Familienbesitz der Nachfahren Bergers war. Darüberhinaus arbeitete er ehrenamtlich als Prüfer für die Apothekerkammer Oberösterreich. Er ist langjähriger Vorsitzender des 1988 gegründeten Vereins „Zeitgeschichte Museum“, der in Ebensee seit 2001 das Zeitgeschichte Museum & KZ-Gedenkstätte aufbaute und betreibt.
Martin Daxner. Foto: Privat.
Hinweis: Mit freundlicher Genehmigung des Autoren fasste dunera.de drei Artikel[30] dunera.de: Artikel von Martin Daxner, „Das Leben und Emigrantenschicksal des Ebenseer Apothekers Mag. Sigmund Berger“, Katholische Privatuniversität Linz. „Arisierung der Schutzengelapotheke und Curriculum des davon betroffenen Apothekers Mag.pharm Sigmund Berger“, Zeitgeschichtliches Museum/KZ-Gedenkstätte Ebensee. „Sigmund Berger (18.12.1885-4.4.1943, ertrunken im Atlantik)“, ZME. von Martin Daxner zusammen. „Das Leben und Emigrantenschicksal des Ebenseer Apothekers Mag. Sigmund Berger“ wurde zuerst von der Katholischem Privatuniversität Linz veröffentlicht. „Arisierung der Schutzengelapotheke und Curriculum des davon betroffenen Apothekers Mag.pharm Sigmund Berger“ erschien beim Zeitgeschichtlichen Museum/KZ-Gedenkstätte Ebensee (ZME). Dort wurde auch die Biografie „Sigmund Berger (18.12.1885-4.4.1943, ertrunken im Atlantik)“ veröffentlicht. Aufgrund neuerer Erkenntnisse weicht der Text an einigen Stellen von den ursprünglichen Veröffentlichungen ab. Für die Überlassung von Bildmaterial danken wir Martin Daxner. Eine redaktionelle Ergänzung in der rechten Spalte soll zusätzliche Informationen geben.
Fußnoten
Hinweis: Die Fußnoten wurden aus den Beiträgen Martin Daxners übernommen. Unterlagen aus seinem Privatarchiv, die auch im Archiv Zeitgeschichte Museum Ebensee verfügbar sind, werden mit ZME/MD referenziert, Dokumente aus dem Privatarchiv Daxner mit MD und aus dem Bestand des Museumsarchiv mit ZME. Weitere Fußnoten, erstellt von der Redaktion dunera.de. sind gekennzeichnet und verweisen auf historische Quellen.
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- [1]↑Das Vaterland, 10.9.1872, Seite 2.
- [2]↑Zeugniskopien, ZME/MD.
- [3]↑Pharmaceutischer Almanach 1913, Verzeichnisteil, Seite 45.
- [4]↑Matriken der IKG Wien, Geburtsurkunden 1882-1886, Eintrag 1959, Sigmund Berger über familysearch.
- [5]↑Trauungsschein, ZME/MD.
- [6]↑Schreiben von Eleonore Sedlacek, 22.4.1947 im Privatarchiv M. Daxner.
- [7]↑Chronik des Ebenseer Schachklubs, ZME.
- [8]↑Lebenslauf von Eleonore Sedlacek, ZME/MD.
- [9]↑dunera.de: Wikipedia über den „Anschluss“ Österreichs, abgerufen am 20.8.2025.
- [10]↑Archiv MD.
- [11]↑Linzer Volksblatt, 17.3.1938, Seite 8.
- [12]↑Martin Daxner, Notizen zu den Lebensläufen, 30.11.2023, ZME.
- [13]↑Undatiertes Schreiben der SA, ZME/MD.
- [14]↑Ellmauer, Daniela/John, Michael/Thumser, Regina: „Arisierungen“, beschlagnahmte Vermögen, Rückstellung und Entschädigungen in Oberösterreich, Wien 2004, Seite 245.
- [15]↑dunera.de: Zit.n. Bartrop „‘Enemy Aliens‘ aao., Seite 139.
- [16]↑dunera.de: Vgl. Aktennotiz des General-Adjudanten für das australische Parlament, 29.3.1946. NAA_ItemNumber4938132, Blatt 28, Ziffer d.
- [17]↑Anklageschrift vom 14.12.1939 und Entlassungsschein Eleonore Wieser vom 10.7.1940, MD.
- [18]↑dunera.de: Ein kurzer Hintergrund über die „White Australia Policy“ des Nationalmuseums Australiens. Abgerufen am 20.5.2026.
- [19]↑dunera.de: Wikipedia über die Konferenz von Evian, abgerufen am 10.11.2024.
- [20]↑dunera.de: John Rickard „Australian Dictionary of Biography“ über Thomas White, zit.n. Joseph Toltz „Loss, trials and compassion: music of Australia's Jewish refugees“, University of Sydney online, abgerufen am 10.12.2024.
- [21]↑dunera.de: Zitat aus einer Wahlkampfrede von Joseph Lyons am 28. September 1937.
- [22]↑dunera.de: Wikipedia über die Luftangriffe auf Australien, abgerufen am 25.8.2025.
- [23]↑dunera.de: Zit.n. June Factor „Soldiers and Aliens“, Melbourne 2022, ISBN 9780522878585, Seite 34.
- [24]↑Ausschnitte aus dem letzten Brief, Jänner 1943 Melbourne, MD.
- [25]↑Martin Daxner, Notizen zu den Lebensläufen, 30.11.2023, ZME/MD.
- [26]↑dunera.de: Sammlungsliste zur Hororata/Waroonga, National Library of New Zealand, abgerufen am 16.3.2025.
- [27]↑dunera.de: Uboot-Wiiki über die Waroonga, abgerufen am 20.3.2025.
- [28]↑dunera.de: Wikipedia über das Lager Glasenbach (eigentlich: Camp Marcus W. Orr). Es war ab 1945 ein Lager der US Army für führende Nazis. Darunter waren der frühere SS-Kommandant des Vernichtungslagers Sobibor, Stangl, der Kommandant des Ghettos Warschau, Burger, die Rektoren der TU und Uni Wien, Generalfeldmarschall Kesselring und andere Kriegsverbrecher. Abgerufen am 20.6.2026.
- [29]↑Rückstellungsvergleich Rk 121/47, ZME/MD.
- [30]↑dunera.de: Artikel von Martin Daxner, „Das Leben und Emigrantenschicksal des Ebenseer Apothekers Mag. Sigmund Berger“, Katholische Privatuniversität Linz. „Arisierung der Schutzengelapotheke und Curriculum des davon betroffenen Apothekers Mag.pharm Sigmund Berger“, Zeitgeschichtliches Museum/KZ-Gedenkstätte Ebensee. „Sigmund Berger (18.12.1885-4.4.1943, ertrunken im Atlantik)“, ZME.